Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Pay-per-Use-Lizenzen für Werkzeug

Lizenz zum Schrauben

Der Werkzeughersteller Desoutter aus Maintal verkauft entweder physische Objekte seiner Hardware, oder Nutzungseinheiten davon. Um den Werkzeugeinsatz flexibel zu verkaufen und damit dieser Vorgang sicher gestaltet werden kann, setzt das Unternehmen auf die CodeMeter-Technologie von Wibu-Systems.

CodeMeter stellt die digitale Transformation in der Automobilindustrie vor, indem die Lösung Desoutter bei der Einführung neuer Geschäftsmodelle unterstätzt. (Bild: Desoutter GmbH)

CodeMeter stellt die digitale Transformation in der Automobilindustrie vor, indem die Lösung Desoutter bei der Einführung neuer Geschäftsmodelle unterstätzt. (Bild: Desoutter GmbH)

Werkzeuge von Desoutter ziehen etwa an Montagelinien in der Automobilindustrie Schrauben an oder bohren Löcher. Die Werkzeuge sind auf die verwendeten Materialien abgestimmt, führen ihre Bediener durch den Montageprozess und unterstützen eine Rückverfolgbarkeit, wie sie in der Hochpräzisionsfertigung heute gefordert werden. „Im Moment stehen wir vor einer radikalen Veränderung“, sagt Laurent Macquet, Line Manager Software & Embedded Systems bei Desoutter Industriewerkzeuge. „Wir sind nicht länger ein Unternehmen, das nur Hardware verkauft. Nach und nach erweitern wir unser Produktportfolio um den bedeutenden Teil Software.“ Das Unternehmen setzt dazu ein Konzept um, bei dem Werkzeuge nicht verkauft, sondern nach Nutzungseinheiten abgerechnet werden. Um dieses Lizenzmodell vor Missbrauch zu schützen, setzt das Unternehmen Technik von Wibu-Systems ein.

Flexibilität gefordert

„Wenn einer unserer Kunden seine Tätigkeit neu ausrichtet, um unmittelbar auf Veränderungen seines Marktes zu reagieren, dann wollen wir ihn mit unseren Lösungen bei diesem Schritt unterschützen,“ sagt Macquet. Die Frage für Desoutter war, wie sie ihre Software monetarisieren könnten, ohne die Flexibilität der Anwender einzuschränken. Die Lösungen von Desoutter bestehen neben dem Werkzeug aus einem Controller, einem Embedded-System und der Software. In der Vergangenheit benötigte jedes Werkzeug für den Betrieb einen separaten Controller. Heute steuert ein Controller bis zu zwanzig Werkzeuge über eine drahtlose Verbindung. Zudem hatte jede Hardware in der Vergangenheit auch eine eigene Software an Bord, die mit einer traditionellen Produktlizenz ausgestattet war. Das war zu starr für die heutigen Anforderungen. Daher entwickelte das Unternehmen den Ansatz basierend auf Nutzungseinheiten. Anwender können diese kaufen, um einen bestimmten Service nutzen zu können – beispielsweise zum Festschrauben. Wird diese Funktion nicht mehr benötigt, kann sie zurückgegeben oder erst später genutzt werden. Zudem ist es möglich, ein anderes Werkzeug damit zu betreiben. Früher gingen erworbene Lizenzmengen verloren, sobald ein Arbeitsplatz umgebaut wurde. Das ist heute anders.

Schutz vor Hackern

Für das Unternehmen war es wichtig, dass die Nutzungseinheiten elektronisch gekauft werden, dabei stand auch der Schutz vor Hackern und Fälschern im Vordergrund. „Eine fertige, proprietäre Lösung für unseren Anwendungsfall schien es nicht zu geben“, so Macquet . „Wibu-Systems hat sich jedoch sehr stark unserem Konzept gewidmet. Durch eine intensive Zusammenarbeit haben wir unser Ziel erreicht.“ Dabei kümmerte sich Wibu-Systems auch um die Infrastruktur, die für das Erzeugen und Liefern der Nutzungseinheiten notwendig ist. Die Lösung basiert auf der CodeMeter-Technologie für Softwareschutz und Lizenzierung. Anwender können mit einem Online-Konfigurator die Funktionen wählen, die sie für ein bestimmtes Werkzeug haben wollen, und dann ihre Nutzungseinheiten bestellen. Desoutter liefert diese über ein E-Wallet in Form eines USB-Dongles, dem beim Anschluss an den Controller aktiviert wird. Die Pläne des Fertigungsbetriebes gehen weiter. „Wir wollen unser Angebot erweitern und unseren Kunden die Nutzungseinheiten auch online liefern“, fügt Macquet hinzu: „Wir arbeiten derzeit an einer Erweiterung der Lösung.“


Das könnte Sie auch interessieren:

Seit gut eineinhalb Jahren betreibt Simus Systems eine Online-Plattform, auf der Auftraggeber und Auftragnehmer die Metallbearbeitung von Bauteilen kalkulieren - und das Interesse am Tool ist rege. Anwender laden ihr CAD-Modell hoch und erhalten eine valide Vorkalkulation des geplanten Bauteils.‣ weiterlesen

Erst die Interoperabilität von Maschinen und Anlagen ermöglicht Unternehmen die Teilhabe an neuen digitalen Strukturen und ist Grundvoraussetzung für neue digitale Geschäftsmodelle. Durch interoperable Schnittstellen können neue Maschinen effizienter integriert werden. Die VDMA-Studie ‘Interoperabilität im Maschinen- und Anlagenbau‘ zeigt die Relevanz von interoperablen Schnittstellen und dazugehörigen Standards in den Unternehmen.‣ weiterlesen

Im Gewerbebau gehört ein differenziertes Zutrittsmanagement zum Standard der meisten Ausschreibungen. Für Betriebe lohnt es, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Denn die Infrastruktur sollte später neue Anforderungen im Besuchermanagement ohne hohe Mehrkosten abbilden können.‣ weiterlesen

Die Vor- und Nachteile von SQL-, NoSQL- und Cloud-Datenbanken in Produktionsumgebungen werden noch immer diskutiert. Es wird höchste Zeit für ein Datenbankmanagement-System, das die Stärken aller drei miteinander verbindet.‣ weiterlesen

Predictive Maintenance, oder auch vorausschauende Instandhaltung, bildet einen der primären Anwendungsfälle im Spektrum der Industrie 4.0. Doch noch sind viele Unternehmen von den Ergebnissen enttäuscht, nachdem ihnen die technische Umsetzung gelungen ist. Eine planvolle Roadmap beugt dem vor, indem ein vorteilhafter Rahmen um das Werkzeug gezogen wird.‣ weiterlesen

Das Systemhaus Solid System Team wird von einer Doppelspitze geleitet. Neben Werner Heckl ist seit 1. April auch Torsten Hartinger mit der Geschäftsführung betraut.‣ weiterlesen

Materialise erwirbt Kaufoption von MES-Anbieter Link3D. Mögliche Übernahme könnte den Weg zum cloudbasierten Zugriff auf die 3D-Druck-Software-Plattform von Materialise ebnen.‣ weiterlesen

Ist die IoT-Infrastruktur in der Fertigung erst einmal installiert, müssen die erfassten Daten analysiert und in Nutzen überführt werden. Dabei kommt Event-Streaming-Technologie vor allem dann in Frage, wenn Anwender ihre Daten echtzeitnah verarbeiten wollen.‣ weiterlesen

Frank Possel-Dölken (Phoenix Contact) ist neuer Vorsitzender des Lenkungskreises der Plattform Industrie 4.0. Er übernimmt das Amt von Frank Melzer (Festo).‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige