Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Gesetzliche Mindestanforderungen für IoT-Hardware

Mehr IT-Sicherheit
mit regulierten IIoT-Geräten

Dass im Rahmen von Industrie 4.0 immer mehr vernetzte Geräte mit mangelhafter IT-Security auf den Markt kommen, ist aus Sicht der Anwender kaum zu akzeptieren. Gesetzlich vorgeschriebene Mindestanforderungen an die IT-Sicherheit von IIoT-Geräten könnten deren Hersteller zum Umdenken bewegen.

Bild: ©Gorodenkoff Productions/iStock.com / Fortinet GmbH

In der Industrie 4.0 treffen IT und Operational Technology (OT) aufeinander – Teile einer Anlage kommunizieren untereinander und mit Unternehmenssoftware wie ERP-Systemen. Durch die Verknüpfung werden die Prozesse zwar effizienter, bieten aber auch mehr Angriffsfläche. Mögliche Cyber-Attacken betreffen dann nicht nur die IT, sondern auch OT-Komponenten. Hacker könnten in den Computer eines Produktionsleiters eindringen, um Industriespionage zu betreiben oder um die Produktionskette lahmzulegen. OT-Netzwerke sind häufig anfälliger für Hackerangriffe als IT-Netzwerke. Sie verwenden oft proprietäre und ältere Betriebssysteme und Geräte, die möglicherweise nie als IP-fähig konzipiert wurden. Diese können teilweise durch einfaches Scannen der Geräte oder durch Malware zerstört werden. Nach dem BSI sind die häufigsten Bedrohungen für Industrieanlagen Social Engineering und Phishing sowie das Einschleusen von Schad-Software über Wechseldatenträger und externe Hardware. Auf Platz drei liegt das Risiko der Infektion mit Schad-Software über das Inter- und Intranet. Die Angriffsszenarien ähneln den Risiken aus der IT zwar stark. Doch bewährte Anwendungen für die IT-Sicherheit können nicht einfach auf die OT übertragen werden. Um hierfür eine geeignete Lösung zu finden, ist zunächst zu klären, worin die Herausforderungen für die IT-Security vernetzter Anlagen liegen.

Sichere vernetzte Anlagen

Die Anforderungen an die Sicherheit von vernetzten Anlagen sind komplex. Zum einen kommunizieren Industrieanlagen über andere Protokolle als IT-Netzwerke, zum anderen gibt es in der Industrie bisher keinen einheitlichen Standard. In der Industrie 4.0 werden Prozesse und dazugehörige Maschinen immer intelligenter und modularer. Neue Protokoll-Standards wie OPC UA (Open Platform Communications Unified Architecture) erlauben bisher isolierten Steuereinrichtungen, miteinander zu kommunizieren. So entstehen komplexe Netzwerke über mehrere industrielle Ökosysteme hinweg. Traditionell arbeiten Sicherheitsanwendungen jedoch isoliert, an einer Stelle im Netzwerk. Sie verlieren deswegen bei dem Schutz von miteinander verbundenen Geräten, Benutzern und verteilten Netzwerken zunehmend ihre Wirkung.

Spezialanforderung Industrie

Eine weitere Hürde für die Cyber-Sicherheit in Industrie 4.0-Umgebungen liegt in den Rahmenbedingungen der Produktionsanlage: Da sie meist über eine große Fläche verteilt ist, müssen die Netzwerke weite Distanzen überbrücken. Dies erfordert eine Funktechnologie mit optimierten WLAN-Strukturen. Zudem müssen die Sicherheitskomponenten den äußeren Einflüssen wie Verschmutzungen oder extreme Temperaturen standhalten – eine herkömmliche Firewall beispielsweise wäre der extremen Hitze in einer Produktionshalle nicht gewachsen. Nicht zuletzt müssen die Anlage und somit auch die dazugehörigen Sicherheitssysteme schnell und flexibel bedienbar sein. In der Produktionsabfolge sind Antwortzeiten im Millisekunden-Bereich Voraussetzung, um die Kette nicht zu stören. Auch die Sicherheit muss darauf optimiert sein, doch Firewalls verursachen durch die Analyse des Netzwerkverkehrs Zeitverzögerungen. Außerdem müssen die Sicherheitskomponenten – wie die Fertigungsanlage – aus der Ferne steuerbar sein. Wie die Geschwindigkeit der Sicherheitssysteme auch, ist eine Steuerung aus der Ferne notwendig, um die sichere Abfolge der Produktionskette sicherzustellen und im Extremfall schnell reagieren zu können.

Mindestanforderung muss reguliert werden

Es gibt viele Faktoren, die spezielle Herausforderungen an die Sicherheitskomponenten in der Industrie 4.0 stellen. Erschwerend kommt hinzu, dass Hersteller von IoT-Geräten in deren Entwicklung oft die Cyber-Sicherheit vernachlässigen. Die meisten Geräte sind kopflos, ihnen fehlt ein traditionelles Betriebssystem und oft sogar der nötige Speicher und die Rechenleistung, um eine Sicherheitskomponente oder einen Sicherheitsklienten zu installieren. Um diesen Risiken entgegenzuwirken und sicherzustellen, dass nur abgesichere Produkte in der Industrieanlage vernetzt sind, sollte schon in der Fertigung der IIoT-Produkte die Sicherheit an erster Stelle stehen. Doch dies ist über den organisatorischen Aufwand hinaus auch mit höheren Kosten verbunden. Um einen Anreiz zu schaffen, wäre daher eine gesetzlich vorgegebene Mindestsicherheitsanforderung an IoT-Geräte sinnvoll. Gleichwohl muss bei einer professionelleren Nutzung des IoT – insbesondere bei industriellen und kritischen Infrastruktur-Anwendungen – darauf geachtet werden, dass sich die Regulierung nicht auf Innovation und Wettbewerb auswirkt.

Unersetzlich: Menschenverstand

Komplexe und sensible IT-Strukturen in vernetzten Anlagen würden von gesetzlichen Mindestanforderungen an die IIoT-Sicherheit profitieren. Doch eine Verbesserung der Technik ersetzt noch immer nicht den menschlichen Verstand: Es braucht weiterhin kompetente Netzwerk-Teams, um sicherzustellen, dass Geräte und Systeme je nach Einsatz angemessene Sicherheitsstandards erfüllen. Denn für jedes Projekt im Kontext von Industrie 4.0 sind sowohl Expertise in IT als auch OT unerlässlich, um die verschiedenen Protokolle und Technologien – und somit die beiden Welten – miteinander zu verknüpfen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Je nach Firma sind in der Intralogistik unterschiedlich viele und komplexe Aufgaben zu bewältigen. Ob diese Prozesse im MES oder einer digitalen Lagerverwaltung besser aufgehoben sind, bestimmen individuelle Anforderungen und Rahmenbedingungen im Werk.‣ weiterlesen

Nach über einem Jahr Pandemie ist kein Ende der Auswirkungen in Sicht. Demnach bleiben Mitarbeiter weiter im Homeoffice und virtuelle Kommunikation die Basis der Interaktion. IT-Großprojekte dürften eher selten Priorität haben, und doch gibt es Möglichkeiten, mit kompakten Lösungen ERP-Prozesse effizienter zu gestalten. Fünf Tipps für die SAP-Strategie, um die Performanz auch in Krisenzeiten anzuheben.‣ weiterlesen

Mit einer VR-Version seines Simulationsspiels Interactive Protection Simulation will Kaspersky Führungskräften Knowhow darüber vermitteln, welchen Einfluss Entscheidungen auf die Cybersicherheit haben können.‣ weiterlesen

Im Industrial Internet of Things (IIoT) orchestrieren Produzenten die Zusammenarbeit zwischen ihren physischen und virtuellen Assets. Das Besondere an der IIoT-Toolbox Solution X von Actemium ist ihr feststehender Softwarekern, der sich modular um Funktionen erweitern lässt.‣ weiterlesen

Die schwer beschädigte Kathedrale Notre-Dame de Paris soll so originalgetreu wie möglich wieder aufgebaut werden. Dabei ermöglicht der Building-Information-Modeling-Ansatz präzise 3D-Modellierungsprozesse und eine digitale Archivierung der historischen Baudaten.‣ weiterlesen

Gemeinsam mit CEO Jed Ayres leitet CTO Matthias Haas zukünftig die Geschicke der Igel Technology GmbH.‣ weiterlesen

Arbeitszeiten und -orte sind durch die Corona-Pandemie um einiges beweglicher geworden - zumindest für Menschen mit Bürojobs. Doch wie sieht es in der Produktion aus? Mit den passenden Tools lässt sich auch Präsenzarbeit deutlich flexibler organisieren.‣ weiterlesen

Der Industrieverband AIM-D befragt seine Mitglieder halbjährlich nach ihrer Sicht auf die allgemeine Geschäfts- und Marktentwicklung sowie die Entwicklung der AutoID-Märkte. In der aktuellen Umfrage schlägt erneut die Pandemie zu buche.‣ weiterlesen

Liebe Leserin, lieber Leser, hatten Sie in den vergangenen Wochen und Monaten manchmal auch das Gefühl, als hielte die Welt den Atem an? Das täuscht. Die Unternehmen z.B. entwickeln ihre Produkte auch während der Pandemie permanent weiter. Was ihnen dabei hilft? Das Internet of Things und starke Partner.‣ weiterlesen

Trotz steigender Kundenerwartungen an ein digitales Einkaufserlebnis sind Industrieunternehmen bei der Umsetzung oft zurückhaltend. Laut einer Accenture-Studie planen nur etwa 14 Prozent der deutschen Unternehmen, ihre digitalen Vertriebsfähigkeiten innerhalb der nächsten zwei Jahre zu transformieren.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige