Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Mixed Reality für Qualitätssicherung und Training

Erweiterte Realität, verbesserte Qualität

Die Qualitätssicherung in der Automobilindustrie ist ein oft sicherheitsrelevanter Vorgang, für den allerdings nur wenige Minuten zur Verfügung stehen. Damit die entsprechenden Prüfpläne eingehalten werden, kommt bei Audi eine Augmented Reality-Lösung zum Einsatz, die dem Anwender die nötigen Prüfschritte einblendet.

Mitarbeiter bekommen die digitalen Informationen punktgenau am realen Objekt angezeigt, mittels Augmented Reality über die Microsoft HoloLens. (Bild: Viscopic GmbH)

Mitarbeiter bekommen die digitalen Informationen punktgenau am realen Objekt angezeigt, mittels Augmented Reality über die Microsoft HoloLens. (Bild: Viscopic GmbH)

Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Elektromobilität stellen die Automobilindustrie vor Herausforderungen. Die damit einhergehenden Veränderungen betreffen auch die Qualitätssicherung. Der Autobauer Audi setzt in diesem Bereich auf neue Technologien, um Aufgaben und Anforderungen mit einer zukunftsfähigen Herangehensweise zu begegnen. In einem gemeinsamen Projekt mit Viscopic zeigt Audi, welchen Nutzen der Einsatz einer Augmented Reality-Lösung in der Automobilbranche liefern kann.

Qualitätssicherung bei Audi

In der Qualitätssicherung müssen viele Aspekte beachtet werden. Vorgaben wie Maßinformationen, die Beschaffenheit von Bauteilen oder Abstände müssen immer abrufbereit sein und in möglichst kurzer Zeit überprüft werden können. Keine leichte Aufgabe, wenn für die Qualitätskontrolle eines Autos nur wenige Minuten zur Verfügung stehen – zumal der Vorgang zusätzlich von größter Bedeutung für die Sicherheit eines Fahrzeuges ist. Schon kleine Abweichungen von den Normalwerten müssen erkannt werden, um die gefahrenfreie Einführung des Produktes auf dem Markt sicherzustellen. Um all diese Daten für unterschiedliche Fahrzeugtypen im Kopf zu behalten, bedürfte es eines fotografischen Gedächtnisses. Konventionelle Papierdokumentationen mit den wichtigsten Daten bieten sich ebenfalls nicht an, da diese zu umständlich sind und das Finden und Auslesen von Daten zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Augmented Reality kann für diese Aufgaben bereits genutzte Digitaltechnik hervorragend unterstützen.

Prüfschritte im Blick

Anhand von Hologrammen, die auf AR-Brillen, sogenannten Head-Mounted-Displays, zu sehen sind, können die wichtigen Informationen zu Prüfschritten und Vorgängen im Sichtfeld des Benutzers angezeigt werden. In der bei Audi eingesetzten Applikation werden zu prüfende Bauteile markiert und die passenden Prüfmaße angezeigt. So soll sichergestellt werden, dass kein Prüfschritt ausgelassen wird. Die angezeigten interaktiven Inhalte visualisieren Prüfmerkmale, Prüfsymboliken und Zusatzinformationen. Ein weiterer Effekt des Systems bei Audi: Mit der Applikation ließen sich die Prüfprozesse und Systematiken in allen Werken standardisieren, waren so leichter nachzuvollziehen und zu kontrollieren.

Erstellen der virtuellen Informationen über sogenannte 'Pins' am CAD-Modell. (Bild: Viscopic GmbH)

Erstellen der virtuellen Informationen über sogenannte ‚Pins‘ am CAD-Modell. (Bild: Viscopic GmbH)

Für Anwender ohne Programmierkenntnisse

Der Programmieraufwand für die Inbetriebnahme der Lösung ist trotz zahlreicher unterschiedlicher Fahrzeugmodelle relativ gering. Denn die Software von Viscopic erlaubt das Erstellen von AR-Inhalten selbst Anwendern ohne Programmierkenntnisse. Viscopic Pins unterstützt sowohl schnelles Prototyping einer AR-App als auch die Erstellung skalierbarer Inhalte. Mit der Applikation lassen sich zudem AR-Inhalte für verschiedene Endgeräte gestalten. Die generierten Arbeits- und Anleitungsschritte können auf reale Projekte projiziert werden. In der Windows-Applikation wird zuerst eine virtuelle 3D-Abbildung eines Umfelds oder Produkts erzeugt. Dies kann beispielsweise auf Basis von CAD-Daten erfolgen. Anschließend können unterschiedliche Arbeitsschritte und Checklisten -sogenannte Pins- an virtuelle Objekte geheftet werden. Diese lassen sich mit Informationen anreichern. Die als Datei abgespeicherten Arbeitsschritte können über AR-Brillen geöffnet und auf das reale Umfeld projiziert werden. Inhalte wie Bauteilmarkierungen, Maßinformationen oder Dokumentationsvideos sind immer und überall für den Techniker sichtbar. Auch in den Trainingscentern der Qualitätssicherung bei Audi wird Augmented Reality zur Schulung von neuen Mitarbeitern eingesetzt. Deren Anlernphase wurde dabei deutlich reduziert.

Erstellung per Drag&Drop

Die Augmented Reality-Prüfpläne selbst werden jetzt per Drag&Drop erstellt. Durch Platzieren von Pins am virtuellen Fahrzeug werden Inhalte positioniert und editiert. Über die Microsoft Hololens wird der Prüfplan dann am realen Fahrzeug visualisiert. Nach der erfolgreichen Pilotierung soll die Hololens weltweit in den Trainingscentern der Qualitätssicherung als Standardqualifizierung eingeführt werden. Die Audi-QS steht bereits mit weiteren Fachbereichen im Unternehmen und im Volkswagen-Konzern im Austausch, um zusätzliche Einsatzmöglichkeiten zu ermitteln. „Unser Ziel ist es, Komplexität durch digitale Werkzeuge zu vereinfachen“, sagt Peter Mück, Leiter Qualitätssicherung Innenmeisterbock bei Audi. „Die Mixed Reality unterstützt einen interaktiven Lernprozess, ohne die menschlichen Sinne zu beeinträchtigen. Das erleichtert das Erlernen komplexer Arbeitsprozesse und zeigt, wie Digitalisierung uns unterstützen kann.“


Das könnte Sie auch interessieren:

In einer Studie des IIoT-Spezialisten Relayr wurden je 100 Unternehmen in den USA und in Deutschland zu aktuellen Entwicklungen während der Coronakrise befragt. Dabei zeigen sich sogar positive Effekte.‣ weiterlesen

Als die Arbeit mit Excel und Access beim Verpackungshersteller Romwell an Grenzen stieß, war der Wunsch nach einer flexiblen Business-Software längst gereift. Nach einem harten Auswahlverfahren wurde caniasERP als zentrale Datenplattform integriert. Das flexible System verbindet Vertrieb, Management und Konstruktion – und lässt sich inhouse auf die wachsenden Bedürfnisse anpassen.‣ weiterlesen

Die Cosmo Consult-Gruppe eröffnet eine Niederlassung in Hongkong und plant darüber hinaus weitere Standorte in Asien.‣ weiterlesen

Leere Fabrikhallen können durch virtuelle Modelle mit Leben gefüllt werden, noch bevor eine einzige Maschine installiert wurde. Bei der Inspektion solcher Layouts kann Augmented Reality seinen Nutzen ausspielen.‣ weiterlesen

Falsch geplante Anlagen können unnötige Kosten in großer Höhe verursachen. Sorgfältiges Engineering zeichnet sich dadurch aus, gängige Fallstricke zu vermeiden und verfügbare technische Hilfsmittel wie CAD-Tools und Virtual Reality passend einzusetzen.‣ weiterlesen

Wie bereits im April blieb der Auftragseingang der deutschen Maschinenbauer auch im Mai weit unter dem Niveau des Vorjahres. Die Bestellungen blieben 28 Prozent unter dem Vorjahreswert.‣ weiterlesen

Selbst in hoch automatisierten Fertigungsumgebungen gibt es Maschinenbediener, Instandhalter oder Logistikmitarbeiter, die eine Produktion beobachten und eingreifen. Und solange Menschen Verantwortung tragen, müssen Informationen im Werk vermittelt werden. Mit einer Andon-Anwendung lässt sich das motivierend und effizienzsteigernd strukturieren, gerade wenn weitere Prozessoptimierungsmethoden umgesetzt werden.‣ weiterlesen

Augenstein Maschinenbau plant, entwickelt und fertigt individuelle Automatisierungslösungen für Produktionsprozesse. Eine Visualisierungssoftware liefert dabei früh ein erstes Bild der Anlage. Das schafft Klarheit und hilft dem Vertrieb quasi nebenbei, den Auftrag überhaupt an Land zu ziehen.‣ weiterlesen

Im Projekt ‘Kitos – Künstliche Intelligenz für TSN zur Optimierung und Störungserkennung‘ arbeiten Wissenschaftler und Ingenieure gemeinsam an Lösungen für ein dynamisches Netzwerkmanagement in der Industrie.‣ weiterlesen

Laut statistischem Bundesamt hat sich die Industrie im Mai von den Einbrüchen verursacht durch die Corona-Pandemie etwas erholt. Die Produktion legte zu, verfehlt das Mai-Ergebnis des Vorjahres jedoch um 19,3 Prozent.‣ weiterlesen

Zwei Drittel (66 Prozent) der Unternehmensleiter weltweit sind optimistisch, dass sich der europäische Markt relativ schnell vom wirtschaftlichen Abschwung durch die COVID-19-Pandemie erholen wird. Das geht aus einem Report des Beratungsunternehmens Accenture hervor, der auf einer Umfrage unter fast 500 C-Level-Führungskräften in Europa, Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum in 15 Branchen basiert.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige