Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Sensoren und Smartphones für Techniker

Das IoT im Fahrstuhl

Gerade die Hersteller von Beförderungsanlagen wie Aufzügen und Rolltreppen nutzen das Internet der Dinge schon vergleichsweise lange. Bei der Wartung der Anlagen werden nun neben Sensoren auch Smartphones zu zentralen Werkzeugen für Servicetechniker.

Bild: Otis GmbH & Co. OHG

Bild: Otis GmbH & Co. OHG

Durch die Digitalisierung gestaltet sich die Personenbeförderung innerhalb von Gebäuden und das Facility Management unkomplizierter und transparenter als je zuvor. Die Vorteile für Gebäudemanager liegen dabei bei der Wartung und Instandhaltung – und somit auch bei der Verwaltung der Aufzugsanlagen. Dank modernem Aufzugs- und Facility-Management- (FM), beziehungsweise Gebäudeautomatisierungs-Systemen mit IoT-Technologien können Gebäudebetreiber ihr gesamtes Portfolio und den Zustand der gesamten Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) in Echtzeit überblicken. Dabei ist die Integration von verschiedenen Plattformen, wie zum Beispiel Aufzugsmanagementsysteme, über offene Schnittstellen in gesamtheitliche FM-Systeme von integraler Bedeutung. Hersteller wie Otis sammeln bereits seit den 1980er Jahren Daten über den Zustand der Aufzugsanlagen – automatisierte Außerbetriebsmeldungen, detaillierte Fehleranalysen, Entstörungen und Personenbefreiung per Fernzugriff sind Standard in der Aufzugsindustrie. Je nach Art des Problems können bereits heute bis zu ein Drittel aller Personeneinschlüsse aus der Ferne behoben werden. In Kombination mit neuen Möglichkeiten des IoT und der dazugehörigen Sensortechnologie können Dienstleistungen noch besser gestaltet werden. Cloudbasierte Lösungen arbeiten bereits heute daran, Mängel schon vor ihrem Entstehen zu erkennen und frühzeitig zu beseitigen. Die in der Cloud gesammelten Daten über den Zustand einzelner Komponenten, Anlagen oder sogar komplette Anlagenportfolios, steigern die Möglichkeiten der Datenanalyse und ermöglichen zahlreiche Verbesserungen im Betrieb von Aufzugsanlagen.

Senoren im Aufzugsschacht

Um Aufzüge an IoT-Plattformen anzubinden, bauen Hersteller und Dienstleister Monitoring-Sensoren in die Aufzugsschächte ein, die die Einzelteile der Aufzüge auf ihren Zustand, Besonderheiten im Betriebsablauf und ihren Energieverbrauch kontrollieren. Die gesammelten Daten helfen dabei, die Personenflüsse in Gebäuden zu optimieren. Mittels einer Zielwahlsteuerung kann beispielsweise die Wartezeit für Passagiere verkürzt werden. Dabei wird die Förderleistung durch Machine Learning, je nach Bedarf, automatisch an den Personenfluss der jeweiligen Zeiten angepasst. Einzelne Aufzüge sind so in der Lage, sich bei einem erhöhten Personenaufkommen selbstständig aus dem Standby-Modus zuzuschalten. Auch die zielgenaue Überwachung und Analyse von einzelnen Aufzugskomponenten und der Transfer dieser Daten in eine Cloud-Datenbank ermöglicht wesentliche Vorteile im täglichen Betrieb und in der Wartung von Anlagen. Algorithmen analysieren die Daten aller angeschlossen Anlagen und können so den Verschleißpunkt eines Bauteils vorhersagen. Das erlaubt den Austausch rechtzeitig und in einem Zeitraum mit geringem Personenaufkommen. Für den Techniker gewinnt dabei auch das Smartphone immer mehr an Bedeutung, da ihm unterschiedliche Apps als Hilfsmittel dienen – beispielsweise zur Fehlersuche oder um Einblicke in die Anlagenhistorie zu bekommen. Der Techniker kann zudem direkt vor Ort die Verfügbarkeit und die Kosten von möglichen Ersatzteilen prüfen.

Verschiedene Systeme einbinden

Einer der größten Vorteile der IoT-Technologie ist die Einbindung von verschiedenen Systemen der TGA innerhalb des Facility Managements durch offene Application Programming Interfaces (API, auf deutsch Schnittstellen). Dies ermöglicht herstellerübergreifend die Zusammenführung der Daten unterschiedlicher Anlagen von Gebäuden oder ganzen Portfolios. Werden diese Daten nach ihrer Auswertung in einem zentralen Managementsystem gesammelt, können die verschiedenen Anlagen in ihrem Betrieb besser aufeinander abgestimmt werden. Freie Aufzüge können so beispielsweise vorab in die Etagen geschickt werden, in denen Bewegungssensoren von Konferenzräumen oder ein Terminkalender über das Ende eines Meetings informiert.

Sicherheit verbessern

Die Entwicklungen in der Aufzugstechnik zeigen, dass die zunehmende Vernetzung in der Branche konkrete Verbesserungen bei der Personenbeförderung liefern kann. Viele Vor-Ort-Einsätze von Servicemitarbeitern können sich durch gutes Datenmanagement und -austausch innerhalb der Gebäudeautomatisierung und der FM-Systeme erübrigen. Dazu zählen auch die Digitallösungen zum Aufzugsmanagement. Die verbesserte Sensorik und Nutzungsoberflächen minimieren die potenziell gefährlichen Arbeiten im Aufzugsschacht für die Servicetechniker. Lösungen wie die an das IoT angeschlossene Plattform zum Aufzugsmanagement könnten künftig durch Machine Learning weiteres Potenzial freisetzen. Mit jedem neuen Aufzug und jedem neuen Portfolio vergrößert sich die Datenbank in der Cloud. Daher gewinnen die Lösungen mit jedem dieser Aufzüge mehr Möglichkeiten, Fehler zu verhindern oder diese so schnell wie möglich zu beheben. n Fellow Connectivity und IoT Discipline Lead bei Otis und federführend verantwortlich für die Entwicklung der IoT-Lösung Otis One.


Das könnte Sie auch interessieren:

In vielen Ländern Europas scheint sich der Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Darauf deuten die Zahlen des Europäischen Arbeitsmarktbarometers hin, das nun erstmals veröffentlicht wurde.‣ weiterlesen

Eine IoT-Sicherheitsarchitektur sollte sowohl in IT- als auch in OT-Umgebungen für mehr Transparenz sorgen und Prozesse schützen. Dazu müssen die Daten aus dem IoT-Edge erfasst und extrahiert werden. Auf dieser Grundlage können Unternehmen effizienter agieren, bessere Geschäftsentscheidungen treffen und Digitalisierungsprojekte beschleunigen.‣ weiterlesen

GBTEC und Proalpha haben angekündigt, zukünftig in den Bereichen Process Mining und Business Intelligence zusammenzuarbeiten. Kunden sollen so einen Mehrwert bei der digitalen Transformation erhalten.‣ weiterlesen

Beim Anlagen- und Werkzeugbau setzt die Volkswagen AG auf Datendurchgängigkeit. Die Projektmanagement-Software Coman vernetzt die Projektbeteiligten dazu durchgängig und digital, bis hin zu den Zulieferern. Denn wenn Manager Giuseppe Lo Presti früh erkennt, dass es in einem Gewerk gerade nicht rund läuft, können gezielte Maßnahmen erfolgen.‣ weiterlesen

Mehr als eine Milliarde Schadprogramme verzeichnet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik im aktuellen Lagebericht. Und auch die Corona-Pandemie wirkt sich auf die aktuelle Sicherheitslage aus.‣ weiterlesen

Eine Voraussetzung bei der Entwicklung von industriellen KI-Anwendungen sind ausreichende Daten. Diese sind jedoch nicht immer in der benötigten Menge, Qualität oder Struktur vorhanden. Anhand eines konkreten Beispiels erläutert dieser Beitrag, wie sich ein Data Lake anlegen und mit Daten füllen lässt, bis er ein Fundament für quasi beliebige KI-Applikationen bildet.‣ weiterlesen

CIOs setzen auf Automatisierung und KI, um wachsende Kluft zwischen begrenzten IT-Ressourcen und steigender Cloud-Komplexität zu überbrücken. Dies geht aus einer Studie von Dynatrace hervor.‣ weiterlesen

Zahlreiche Geräte verbinden sich heutzutage mit dem Firmennetzwerk. Neben offensichtlichen Geräten wie Büro-PCs und Maschinensensoren gibt es meist auch solche, die keiner auf dem Radarschirm hat. In diesem verborgenen Internet of Things könnten Einfallstore für Cyberkriminelle sein.‣ weiterlesen

Die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung gehen laut aktueller ZEW-Zahlen im Oktober zurück. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage hat sich jedoch erneut verbessert.‣ weiterlesen

Die MPDV hat seit Oktober drei neue Geschäftsführer. Nathalie Kletti, Thorsten Strebel und Jürgen Petzel stehen an der Spitze des Unternehmens.‣ weiterlesen

Die Beschäftigtensituation im Maschinen- und Anlagenbau bleibt weiter angespannt. Im August ging die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Vormonat um weitere 2.165 auf 1,025 Millionen zurück. Damit sind fast 41.000 Personen weniger im Maschinen- und Anlagenbau beschäftigt (minus 3,8%) als im August des Vorjahres. ‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige