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Blockchain in der Industrie

Vom Energiefresser zur Basistechnologie

Neue Partner einfach anbinden

Durch mit der Distributed Ledger Technologie wird ein firmenübergreifender Datenaustausch relativ einfach realisierbar. Gerade Prozesse, in die mehrere Firmen involviert sind, können von diesem Ansatz profitieren. Das Thema Lieferkette liegt beispielsweise nahe, da dort in der Regel mehrere Partner am Transport eines Gutes vom Produzenten bis zum Endverbraucher beteiligt sind. Im Grunde liegen Anwendungsfälle überall dort, wo die Beteiligten auf eine gemeinsame Version der Wahrheit (z.B. Zustand einer Ware) angewiesen sind. Sicher ist eine solche Vernetzung auch mit bestehenden Technologien möglich – die verschiedenen Partner haben jedoch eigene proprietäre IT-Systeme, die es zu vernetzten gilt, was einerseits hohe Kosten mit sich bringt und andererseits die Skalierbarkeit begrenzt. Einen neuen Partner an eine existierende Blockchainapplikation anzubinden ist dagegen vergleichsweise günstig. Die Blockchainprotokolle der dritten Generation bieten dabei Vorteile in der Durchführung und im Kostenmodell.

Wer sieht was?

Verschiedene Parteien haben ggf. ein berechtigtes Interesse daran, Informationen etwa über eine Produktionsmaschine zu erhalten. Bestimmte Aspekte dieser Informationen und Daten müssen jedoch geschützt werden. Sendet die Produktionsmaschine z.B. Informationen über Verschleiß oder Medienverbrauch an den Smart Contract, so kann der Maschinenlieferant daraus eine zuvorkommende Wartung für den Maschinennutzer erzeugen, ohne dass der Maschinenhersteller genaue Informationen darüber erhält, was auf der Maschine produziert wird. Die Regeln, wer unter welchen Bedingungen auf Daten zugreifen kann, können beide Parteien transparent festlegen und im Smart Contract implementieren. Auch Firmwareupdates können über einen Smart Contract auf die Maschine geschleust werden, zudem können Softwarestände und Versionswechsel dokumentiert werden.

Informationen dokumentieren

Für den Maschinenbetreiber ist das Konzept insofern interessant, als das er – je nach Industriesektor – Informationen über das hergestellte Produkt dokumentieren und weiteren Teilnehmern zur Verfügung stellen kann. Reinigungszyklen, Desinfektion und die Einhaltung von vorgeschriebener Temperaturen sind direkt aus der Maschine heraus manipulationssicher nachweisbar. Dabei steht die Entwicklung der Kombination und Integration von IoT und Blockchain gerade erst am Anfang. Die entsprechenden Zugriffsrechte können auf unterschiedliche Daten granular aufgeteilt werden.

Nicht nur eine Blockchain

Die Blockchain oder Distributed Ledger Technologie hat sich von ihrem Start als unabhängiger Wertespeicher für Kryptowährungen über den Finanzsektor zu einer ernstzunehmenden Basistechnologie für industrielle Anwendungen entwickelt und erste Applikationen sind bereits im Einsatz. So machen einige Firmen ihre Geschäftsbeziehungen beispielsweise von der Einbindung eines Partners in eine Blockchain-Lösung abhängig. Dabei gibt es nicht nur die eine Blockchain. In der Zukunft werden mehrere unterschiedliche Systeme parallel nebeneinander existieren – jede mit speziellem Fokus oder speziellen Funktionen. Neue Dienstleister werden am Markt auftauchen und sich etablieren, die diese Infrastrukturen managen und als Infrastruktur-as-a-Service bereitstellen, sodass die Nutzung einer Blockchain nicht komplizierter wird als die Anbindung an einen Clouddienstleister oder andere Informationstechnologien.


Markus Jostock ist Managing Founder der Arxum GmbH.


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