Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

5G für die Industrie

Was kostet ein 5G-Campusnetz?

Kabellose Kommunikation in der Industrie ist oft limitiert – sei es durch die endliche Anzahl der nutzbaren Geräte oder die Menge der übertragbaren Daten. Mit 5G sollen solche Probleme bald der Vergangenheit angehören. Vielerorts können private Kommunikationsnetze, sogenannte Campusnetze, eine sinnvolle Lösung sein. Doch in welchen Szenarien nutzen solche Netze und vor allem, was kosten Einrichtung und Betrieb?

Einsatzbereiche von 5G reichen von der Fabrikautomation über die Landwirtschaft und Hafenanwendungen bis hin zur Prozessindustrie. (Bild: ©Rainer Plendl/shutterstock.com)

Einsatzbereiche von 5G reichen von der Fabrikautomation über die Landwirtschaft und Hafenanwendungen bis hin zur Prozessindustrie. (Bild: ©Rainer Plendl/shutterstock.com)

Die Möglichkeiten von 5G klingen verheißungsvoll: Große Datenraten bei geringen Latenzzeiten für kabellose Echtzeitanwendungen. Dabei machen verschiedene Anwendungsprofile die Nutzung von 5G in unterschiedlichen Einsatzfällen möglich: Mit Enhanced Mobile Broadband (eMBB) werden Spitzendatenraten über 10GBit/s möglich. Ultra Reliable Low Latency Communication (URLLC) unterstützt Latenzzeiten unter einer Millisekunde und bietet eine Verfügbarkeit nahe 100 Prozent. Mit massive Machine-type Communication (mMTC) lassen sich batteriebetriebene Geräte über zehn Jahre betreiben und bis zu einer Million Geräte pro Quadratkilometer anbinden. Unternehmen können diese Vorteile sogar auf dem eigenen Gelände in privaten 5G-Netzen nutzen – die passende Lizenz vorausgesetzt.

Welche Kosten anfallen

Seit dem November 2019 können Frequenzen für lokale Anwendungen bei der Bundesnetzagentur beantragt werden. Die Investitionen setzten sich im Wesentlichen zusammen aus den einmaligen Kosten für die Frequenzzuteilung, laufenden Frequenznutzungsbeiträgen, der Planung und dem Aufbau der Kommunikationsinfrastruktur sowie den Kosten, die für Instandhaltung und Betrieb des 5G Netzes entstehen. Dabei berechnet sich die einmalige Gebühr für die Frequenzzuteilung nach folgender Formel Lizenzgebühr = 1.000 + B x t x 5 x (6 x a1 + a2). In die Formel gehen ein, die beantragte Bandbreite (B) – zwischen 10 und 100MHz, der Zeitraum (t) für den die Frequenz beantragt wird, sowie die Fläche (a) in Quadratkilometern auf der das private Netz genutzt werden soll. Zuteilungsgebiete auf Siedlungs- und Verkehrsflächen fallen unter a1 und werden mit dem Faktor 6 gewichtet, sonstige Flächen unter a2. Wer also in einer Siedlungs- und Verkehrsfläche 100MHz für fünf Jahre und eine Betriebsfläche von einem halben Quadratkilometer beantragt, zahlt dafür einmalig 8.500 Euro (1.000 + 100 x 5 x 5 x (6 x 0,5 + 0)). Dazu kommen laufende Frequenznutzungsgebühren. Sie bestehen aus Frequenznutzungsbeiträgen gemäß §143 Abs. 1 TKG (Telekommunikationsgesetz) sowie Beiträgen gemäß §31 EMVG (Gesetz über elektromagnetische Verträglichkeit) und §35 FUAG (Gesetz über Bereitstellung von Funkanlagen auf dem Markt). Diese Gebühren werden rückwirkend auf ein Jahr erhoben und die Höhe wird nach den jeweils geltenden Frequenzschutzbeitragsverordnung bestimmt. Bislang gelten die Werte ähnlicher Nutzergruppen aus dem Vorjahr als Orientierungswert. Die Kosten für Planung, Anschaffung und die Implementierung der eigenen Kommunikationsinfrastruktur, werden im wesentlichen von der Campusgröße sowie der jeweiligen Anwendung bestimmt. Zudem kommen Kosten für Instandhaltung hinzu.

Externe Partner helfen

Bei der Implementierung privater Campusnetze können entsprechende Planungsfirmen oder Systemintegratoren unterstützen. Sie klären den Bedarf, helfen bei der Antragsstellung, sorgen dafür, dass das Netz den Vorgaben der Bundesnetzagentur gerecht wird, übernehmen den praktischen Aufbau u.v.m. Das schwedische Telekommuniatkions-Unternehmen Ericsson befasst sich bereits seit einiger Zeit mit privaten Campusnetzen auf 5G-Basis und baute dafür auch ein Partnerportal auf. Die Partner helfen sowohl beim Aufbau der Kommunikationsinfrastruktur auf dem Firmengelände als auch bei der Umsetzung von 5G-Kommunikation für die einzelnen Maschinen und Anlagenteile. HMS Industrial Networks ist beispielsweise zertifizierter Partner für Produkte zur Kommunikation im Bereich Fabrikautomation. Das Unternehmen unterstützt Maschinenbauer bei der Integration von 5G mit Beratung und passenden Komponenten, wie etwa Wireless Router, Gateways oder Switches.

Nicht nur für die Industrie

Als 5G-Anwendungsszenarien wird klassischerweise die Fabrikautomation genannt mit modularen, flexiblen Arbeitszellen oder fahrerlosen Transportsystemen. Doch auch andere Bereiche können von der 5G-Technologie profitieren – etwa in der Land- und Forstwirtschaft. Beispielsweise lassen sich im Ackerbau mit Precision Farming jede Menge Informationen bei Aussaat und Ernte ermitteln, die Optimierung für den weiteren Anbau ermöglichen. Weitere Einsatzgebiete finden sich in Containerhäfen. Dort werden große Warenmengen umgeschlagen und es entstehen große Datenmengen, die die Kapazität bisheriger kabelloser Kommunikationsnetze übersteigen können. Mit 5G wird eine zuverlässige, sichere, kabellose Kommunikation zwischen Kränen, Containern, Fahrzeugen und Mitarbeitern möglich. Ähnliches gilt für Flughäfen und die dort eingesetzten Vorfeldfahrzeuge. Und auch für die Prozessindustrie bieten sich unterschiedliche Einsatzgebiete. 5G ermöglicht etwa durchgängige Kommunikation auf dem Betriebsgelände von Ölraffinerien oder Chemieparks. Grundsätzlich eignet sich die Technologie überall dort, wo Sensoren Datenmengen liefern, die bislang nicht kabellos übertragen werden konnten. Zwar werden langfristig nicht alle Kabel aus der automatisierten Produktion verschwinden. Wie viele in der Produktion verbleiben, ist letzten Endes auch eine Frage, die Unternehmen individuell abhängig von ihrem Anwendungsfall klären müssen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Der Maschinenbauer Manz bündelt unter dem Namen Total Fab Solutions sein Angebot für die Automatisierung von Fertigungslinien. Im Paket abgedeckt sind Umsetzungsschritte von Automatisierungsprojekten von der Fabrikplanung über die Prozess- und Materialflusssimulation oder die Integration bestehender Fertigungsprozesse bis hin zu Aufbau, Hochfahren und Optimierung schlüsselfertig zu übergebender Produktionslösungen.‣ weiterlesen

Beim traditionellen Qualitätsmanagement werden gefertigte Bauteile analysiert, um die Qualität der nächsten zu verbessern. Beim Predictive Quality-Ansatz wollen Hersteller analysegestützt eine höhere Qualität erzielen, ohne in die Vergangenheit schauen zu müssen. Bereits verfügbare Lösungen für den Ansatz integrieren die erforderlichen Daten auf einer MES-Plattform.‣ weiterlesen

Der Aufbau einer kabelgebundenen Ortungsinfrastruktur auf großen Flächen wie Lagerhallen, Baustellen oder in der Prozessindustrie ist kostspielig und zeitaufwendig.‣ weiterlesen

KI-getriebene Convolutional Neuronal Networks in selbstfahrenden Autos sollen andere Verkehrsteilnehmer erkennen. Dabei gilt: Je selbstständiger das Auto, desto komplexer der Algorithmus und undurchschaubarer dessen Weg zur getroffenen Entscheidung. Ein Validierungs-Tool soll helfen, diesen besser zu verstehen.‣ weiterlesen

Erfolgreiche KI-Projekte kombinieren das Domänenwissen von Prozessbeteiligten mit der Expertise von Datenanalysten und IT-Spezialistinnen. Da nicht jedes Maschinenbauunternehmen über diese drei wichtigen Kompetenzfelder verfügt, sind Kooperationen wichtige Bestandteile von KI-Projekten.‣ weiterlesen

Extreme Networks hat die Verfügbarkeit des Wi-Fi 6E Access Point bekanntgegeben. Als Wireless-Plattform erweitert der Zugangspunkt den Einsatzbereich auf das 6GHz-Frequenzband. Das Gerät wurde für Umgebungen mit hohen Anforderungen an Bandbreite und Nutzerdichte entwickelt und zeichnet sich Anbieterangaben zufolge durch seine Perfomance, Funktionalität und Sicherheit aus.‣ weiterlesen

Die Ersatzteilversorgung in der Automobilindustrie besitzt einen sehr kurzfristigen Charakter. Anwendungen zum Abbilden solcher Prozesse sind S/4Hana Supply Chain Management sowie S/4Hana-Automotive-Ersatzteilmanagement. Die wichtigen Zielgrößen für die Versorgungsqualität sind Lieferservicegrad und Time-to-Delivery.‣ weiterlesen

Im Cloud-Projekt Gaia-X entstehen Infrastruktur-Angebote, mit denen Hersteller digitale und vernetzte Produkte entwickeln können, ohne in Abhängigkeit zu Technologiekonzernen zu geraten. Die Strukturen dafür sind bereits etabliert. Jetzt ist es an den Produzenten, durch ihre Mitwirkung aus dem Projekt eine europäische Erfolgsgeschichte zu machen.‣ weiterlesen

Werma bietet ein neues Ruf- und Meldesystem zur Prozessoptimierung in Fertigung, Logistik und an manuellen Arbeitsplätzen an. Mit dem Andon WirelessSet lassen sich Probleme bei der Produktion per Knopfdruck melden, um die Behebung zu beschleunigen.‣ weiterlesen

Alle Werte einer Lieferkette im Blick zu behalten, ist eine Mammutaufgabe - können diese doch schnell in die Millionen gehen. Behälter mit benötigten Materialien müssen nicht mal verschwinden, schon der falsche Lagerplatz im Werk kann die Produktion ausbremsen. Tracker können dafür sorgen, dass nichts Wichtiges aus dem Blick gerät.‣ weiterlesen

Siemens und Zscaler arbeiten zusammen, um Kunden den sicheren Zugriff vom Arbeitsplatz im Büro oder mobil auf Operational-Technology(OT)-Systeme und -Anwendungen im Produktionsnetzwerk zu ermöglichen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige