Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Ein Plädoyer fürs Protokoll, immer und überall

Vorteile des durchdachten Log-Managements

Ohne Log- und Protokoll-Management lassen sich IT-Strukturen kaum wirkungsvoll absichern. Im folgenden Best Case schildert IT-Sicherheitsspezialist Pierre Gronau ein Sicherheitskonzept mit zehn Etappen für die Produktion in einer vernetzten Welt.

Sichere Identitäten gelten als wesentlicher Ausgangspunkt für Sicherheitsketten, die Datenerhebung, Datentransport und Datenverarbeitung auf Hardware-, Software- und Prozess-Ebene absichern. Damit bilden sie die Voraussetzung für viele weitere Schutzmaßnahmen, die Unternehmen in puncto Datensicherheit ergreifen sollten, um sich compliant und wettbewerbsfähig aufzustellen. Denn klar ist: Sobald es einem Angreifer gelingt, sich unberechtigt einer Identität zu bemächtigen, laufen alle darauf aufbauenden Maßnahmen wie zum Beispiel der Zugriffsschutz ins Leere. So bieten sichere Identitäten über automatisierte Kommunikation ein solides Startglied in der Vertrauenskette.

Log-Management der Industrie 4.0

Log-Management ist ein wesentlicher Bestandteil des Managementsystems für Informationssicherheit (englisch kurz ISMS) und eine der dringlichsten Aufgaben bei der sicheren Ausgestaltung von ITK-Systemen. Hier genießt die Sicherstellung der Authentizität des jeweiligen Nutzers oberste Priorität. Pharmazie, Lebensmittel-Branche und chemische Industrie achten seit jeher darauf. Organisationen wie die Food and Drug Administration (FDA) in den USA und die europäische Verordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) aus dem Jahr 2007 haben in diesen Branchen zu einer erheblichen Regulierung geführt, die wiederum eine Nachvollziehbarkeit der Frage ‚Wer hat wann wie mit welcher Charge der Substanz an welchem Produktionsschritt mitgearbeitet?‘ erfordert. Folglich ist die persönliche Anmeldung eines Mitarbeiters an einer Anlage der chemischen Industrie durchaus üblich, während andere Branchen des verarbeitenden Gewerbes diese Ansätze bisher kaum verfolgen. Mögliche Gründe sind Vorbehalte gegenüber vermuteter Arbeitnehmerüberwachung oder technische Probleme.

Der Weg zur sicheren Industrie 4.0 (Bild: Gronau IT Cloud Computing GmbH)

Der Weg zur sicheren Industrie 4.0 (Bild: Gronau IT Cloud Computing GmbH)

Die Nachvollziehbarkeit von Handlungen und eine persönliche Zuordenbarkeit können nur durch die Nutzung persönlicher Nutzerkonten an den Anlagen und Maschinen sowie den Bedienrechnern erreicht werden. Dies erfordert wiederum die Verwaltung einer weitaus größeren Zahl an Konten, die bisher eher nur zwischen Einrichter, Instandhalter und Nutzer unterschieden haben. Diese Personalisierung der Benutzerkonten führt zum Bedarf, diese auch auf vielen Anlagen und Maschinen parallel und effizient zu verwalten. Zumindest sollte eine persönliche Zuordenbarkeit auf Ebene der Fachanwendung möglich sein, wenn der Zugang zu den Betriebssystemen aus technischen Gründen nicht personalisiert werden kann oder soll.

Handlungsfähig bei Missbrauch

Letztlich ist nicht auszuschließen, dass es zu Unregelmäßigkeiten oder offensichtlich missbräuchlicher Nutzung von Anlagen und Applikationen kommt. Hier müssen Administratoren detailliert nachverfolgen können, wer wann wo zugegriffen und wer wann wo welche Änderungen vorgenommen hat. Dies setzt jedoch voraus, dass die Anwendung entsprechend detaillierte Log-Meldungen erzeugt, diese speichert und sie auch über längere Zeitfenster möglichst unveränderbar zentral vorhält. Im Sinne einer in der IT üblichen Log-Zentralisierung erweisen sich Funktionen zur direkten, zugriffgeschützten Speicherung der Logs auf einem zumindest logisch abgesetzten Log-Management-Server als sinnvoll. Idealerweise beachten Entscheider hier Standardformate, wie sie etwa durch Syslog, Log Event Extended Format (LEEF) [1], Common Event Format (CEF) [2], DMTF’s Common Information Model (CIM) [5] oder Cloud Auditing Data Federation (CADF) [6] vorgegeben werden. Dies erleichtert die zentrale Auswertung und Korrelation von Meldungen und ermöglicht die Definition zentraler Schwellenwerte (thresholds). Dazu gehört auch die Alarmierung der IT-Sicherheit, falls mit einem Benutzerkonto mehrfach innerhalb kurzer Zeit an diversen Geräten erfolglose Zugriffsversuche unternommen werden. Diese Benachrichtigung erfolgt am besten vornehmlich über die Nutzung von sogenannten Security-Information-and-Event-Management-Lösungen (SIEM). Hierfür sollten Entscheider eine skalierbare Lösung wählen, da zum einen wirklich umfangreiche Datensammlungen entstehen können und Angreifer zum anderen mit DDoS-Attacken bewusst die Grenzen solcher Systeme ausloten, um unprotokollierten Schabernack zu treiben.

Dreiklang der Notwendigkeit

Die Notwendigkeit von Log-Management ergibt sich aus dem Dreiklang aus gesetzlichen Auflagen, notwendiger Analyse von Sicherheitsvorfällen und kontinuierlichen Analyseprozessen wie bei der Hardware/Software-Entwicklung. Dabei folgt effizientes Log-Management stets diesem Prozess: Annahme -> Verarbeitung -> Auswertung -> Visualisierung.


Das könnte Sie auch interessieren:

Vorherzusagen, wann ein Werkzeug kaputt geht, ist nicht leicht. Mittels der Messung von Schallemissionen ist dies zwar möglich, aber auch teuer. Kombiniert man jedoch gängige Verfahren mit neuen Technologien, ergeben sich immer bessere und schnellere Verfahren.‣ weiterlesen

Seit dem 25. Mai 2018 gilt die europäische Datenschutzgrundverordnung, meist nur DSGVO genannt. Der IT-Sicherheitsspezialist Rohde & Schwarz Cybersecurity berichtet, wie es um die Umsetzung in der hiesigen Industrie steht.‣ weiterlesen

In vielen Ländern Europas scheint sich der Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Darauf deuten die Zahlen des Europäischen Arbeitsmarktbarometers hin, das nun erstmals veröffentlicht wurde.‣ weiterlesen

Eine IoT-Sicherheitsarchitektur sollte sowohl in IT- als auch in OT-Umgebungen für mehr Transparenz sorgen und Prozesse schützen. Dazu müssen die Daten aus dem IoT-Edge erfasst und extrahiert werden. Auf dieser Grundlage können Unternehmen effizienter agieren, bessere Geschäftsentscheidungen treffen und Digitalisierungsprojekte beschleunigen.‣ weiterlesen

GBTEC und Proalpha haben angekündigt, zukünftig in den Bereichen Process Mining und Business Intelligence zusammenzuarbeiten. Kunden sollen so einen Mehrwert bei der digitalen Transformation erhalten.‣ weiterlesen

Beim Anlagen- und Werkzeugbau setzt die Volkswagen AG auf Datendurchgängigkeit. Die Projektmanagement-Software Coman vernetzt die Projektbeteiligten dazu durchgängig und digital, bis hin zu den Zulieferern. Denn wenn Manager Giuseppe Lo Presti früh erkennt, dass es in einem Gewerk gerade nicht rund läuft, können gezielte Maßnahmen erfolgen.‣ weiterlesen

Mehr als eine Milliarde Schadprogramme verzeichnet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik im aktuellen Lagebericht. Und auch die Corona-Pandemie wirkt sich auf die aktuelle Sicherheitslage aus.‣ weiterlesen

Eine Voraussetzung bei der Entwicklung von industriellen KI-Anwendungen sind ausreichende Daten. Diese sind jedoch nicht immer in der benötigten Menge, Qualität oder Struktur vorhanden. Anhand eines konkreten Beispiels erläutert dieser Beitrag, wie sich ein Data Lake anlegen und mit Daten füllen lässt, bis er ein Fundament für quasi beliebige KI-Applikationen bildet.‣ weiterlesen

CIOs setzen auf Automatisierung und KI, um wachsende Kluft zwischen begrenzten IT-Ressourcen und steigender Cloud-Komplexität zu überbrücken. Dies geht aus einer Studie von Dynatrace hervor.‣ weiterlesen

Zahlreiche Geräte verbinden sich heutzutage mit dem Firmennetzwerk. Neben offensichtlichen Geräten wie Büro-PCs und Maschinensensoren gibt es meist auch solche, die keiner auf dem Radarschirm hat. In diesem verborgenen Internet of Things könnten Einfallstore für Cyberkriminelle sein.‣ weiterlesen

Die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung gehen laut aktueller ZEW-Zahlen im Oktober zurück. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage hat sich jedoch erneut verbessert.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige