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Visuelles Datenmanagement mit Andon

Maschinenstillstand als wichtige Lektion

Selbst in hoch automatisierten Fertigungsumgebungen gibt es Maschinenbediener, Instandhalter oder Logistikmitarbeiter, die eine Produktion beobachten und eingreifen. Und solange Menschen Verantwortung tragen, müssen Informationen im Werk vermittelt werden. Mit einer Andon-Anwendung lässt sich das motivierend und effizienzsteigernd strukturieren, gerade wenn weitere Prozessoptimierungsmethoden umgesetzt werden.

 (Bild: ©pridannikov/stock.adobe.com / Apronic GmbH)

(Bild: ©pridannikov/stock.adobe.com / Apronic GmbH)

Andon ist eine Methode des visuellen Datenmanagements, stammt aus Japan und wurde als Teil des Toyota-Produktionssystems entwickelt. Andon-Systeme visualisieren Betriebszustände von Produktionslinien oder einzelnen Maschinen. Die Informationen sollen für alle Personen verständlich und sofort erkennbar direkt in der Werkshalle angezeigt werden. Ursprünglich ist Andon (japanisch für Papierlaterne) eine kleine Leuchte an der Maschine, die Probleme im Produktionsprozess visualisiert. Auch heute werden an vielen Maschinen noch einfache Ampel- oder Signalleuchten zur Visualisierung eingesetzt. Üblich sind hierbei Andon-Signalleuchten nach dem Ampel-Schema.

Von Ampel zum Großdisplay

Ein Andon-Board ist eine Anzeigetafel für den Produktionsstatus einer Produktionslinie. Dabei wird, ganz ähnlich wie bei der Andon-Leuchte, der Status mit Ampelfarben wiedergegeben, was die visuelle Kontrolle der Produktion sehr einfach macht. Fehler werden automatisiert von den Maschinen oder von den Anwendern über Eingabeterminals erfasst und auf der Anzeigetafel wiedergegeben. Bei Apronic sind moderne Andon-Boards mit sehr großen Displays umgesetzt, aber auch der Einsatz eines Beamers ist möglich. Die Flexibilität dieser Andon-Anzeigetafeln lässt sich zudem für tiefergehende Informationen nutzen. Heute werden diese Informationstafeln gerne zur Anzeige Prozess relevanter Kennzahlen (KPI = Key Performance Indicators) genutzt.

Für jede Abteilung

Obwohl Andon-Boards beliebige Informationen darstellen, werden heute meist Kennzahlen wie Soll- und Ist-Stückzahlen, Ausschussquoten, Stillstandszeiten oder komplexe errechnete Kennzahlen wie die OEE (Overall Equipment Effectiveness) angezeigt. Auch aktuelle Störungen an den Arbeitsstationen oder Schichtvergleiche sind gängige Bildschirminhalte. Meldetexte werden als Fließtext am unteren Bildschirmrand beispielsweise als eine Art News-Ticker eingeblendet. Aufgrund der Fülle von Informationen, die ein Andon-Board darstellen kann, eignet es sich für nahezu jede Fertigung und fast alle fertigungsnahen Abteilungen.

Fertigung: Hier werden zentral und von allen Stellen einsehbar produktionsrelevante Kennzahlen, Meldungen oder Störungen angezeigt. So ist für jeden Mitarbeiter der Fertigung ersichtlich, ob Störungen bestehen und wenn ja, wo diese anstehen.

Logistik: Andon-Boards zeigen logistikrelevante Kennzahlen oder Meldungen an. Dazu können auch Meldungen der einzelnen Arbeitsstationen angezeigt werden. So ist zu sehen, welche Arbeitsstationen gerade Material anfordern.

Warenein- und Warenausgang: Ähnlich wie in der Logistik können Andon-Boards für Transparenz sorgen und Kennzahlen wie durchschnittliche Bearbeitungszeiten anzeigen.

Qualität: Die Qualitätssicherung nutzt Andon-Boards zur Anzeige aktueller qualitätsspezifischer Kennzahlen wie FPY oder CPK. Außerdem kann die Qualitätsabteilung Meldungen in der Produktion auslösen, um auf aktuelle Qualitätsmaßnahmen hinzuweisen (Quality Gate).

Fertigungsbüros: Mit Andon-Boards behalten Fertigungsleiter den Überblick über Kennzahlen und Störungen, um zielgerichtet eingreifen zu können.

Empfang: Ein Andon-Board im Eingangsbereich der Fertigung kann die Belegschaft sowie Besucher, Kunden und Zulieferer beeindrucken. Auch sie gilt es so transparent wie möglich zu informieren. Auch ein Begrüßungsbildschirm für Besucher der Fertigung kann so aufgebaut werden.


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