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Trendbarometer der AutoID-Branche

Industrie 4.0 auf Projektebene angekommen

Im Industrieverband AIM-D organisieren sich Systemhersteller und -integratoren rund um AutoID-Technik. Im halbjährlichen Turnus befragt die Organisation ihre Mitglieder zu ihrer Sicht auf die Geschäfts- und Marktentwicklung der Branche. Gezeigt hat sich, dass Industrie 4.0 endgültig auf der Projektebene angekommen ist – und viele der Vorhaben ohne AutoID nicht umzusetzen wären.

 (Bild: ©Benjamin Haas / Fotolia.com)

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Peter Altes, Geschäftsführer, AIM-D e.V., Lampertheim, kommentiert: „Die Ergebnisse des AIM-Trendbarometers zum ersten Halbjahr 2018 stehen in der Kontinuität der Entwicklungen des vorhergehenden Halbjahrs – also des zweiten Halbjahr 2017 – und zeigen ein erfreuliches Bild des AutoID-Marktes.“ Gegenüber dem zweiten Halbjahr 2017 (93 Prozent) berichten über 97 Prozent der befragten Unternehmen von gestiegenen oder gleichgebliebenen Umsätzen. Bei über 60 Prozent hat sich die Marktposition verbessert. Über 55 Prozent berichten von einer abermals gestiegenen Nachfrage im Technologiesegment NFC – rund 35 Prozent waren es im zurückliegenden Halbjahr. Darin spiegelt sich unter anderem wider, dass sich das mobile Bezahlen mit NFC immer stärker durchsetzt, dass Apple Pay eine immer breitere Marktabdeckung plant und realisiert und vor allem, dass sich neben industriellen NFC-Anwendungen wie dem elektronische Typenschild für Predictive Maintenance auch weitere Anwendungen wie Ticketing etablieren.“

Industrie 4.0 nur mit AutoID

In Bezug auf das verarbeitende Gewerbe schätzt Altes: „Industrie 4.0 ist im AutoID-Umfeld längst angekommen. Die Branche versteht sich geradezu als ein Enabler von Industrie 4.0.“ Gemäß Umfrageergebnis spielen in nahezu 85 Prozent – fünf Prozent mehr als im Vergleichszeitraum – der Unternehmen die Produkt-, Lösungs- und Dienstleistungsangebote eine strategische Rolle mit Blick auf Industrie 4.0. Besonders Cyber Physical Systems, die für Industrie 4.0 und das Internet der Dinge im Sinn der vernetzten Wertschöpfungskette eine signifikante Rolle spielen, greifen auf automatische Identifikation und Sensoren zurück, die Transparenz in Produktion und Materialfluss herstellen sollen. Auch für die Cloud-Anbindung werden die Technologien benötigt. Zentrale Herausforderungen auf dem Weg zur Industrie 4.0 blieben, so Altes, Security by Design und die Interoperabilität heterogener Systeme etwa mittels OPC UA.

Markt mit Aufwärtstrend

In der halbjährlichen Befragung stehen sieben Themen im Mittelpunkt. Im folgenden werden die Ergebnisse der einzelnen Punkte behandelt.

Die wirtschaftliche Lage der AutoID-Unternehmen hat sich der Umfrage zufolge im ersten Halbjahr 2018 positiv entwickelt: über 70 Prozent der AIM-Mitglieder konnten ihre Umsätze steigern – und über 25 Prozent gaben eine stabile Entwicklung an. Im zweiten Halbjahr hintereinander gab es also nahezu kein Unternehmen, dass keine positive Umsatzentwicklung gemeldet hat.

Ihre Investitionen haben erneut über die Hälfte der Unternehmen gesteigert: 57,89 Prozent (zuvor 58,70 Prozent). 39,47 Prozent haben in gleicher Höhe wie im zweiten Halbjahr 2017 investiert (32,61 Prozent), keine fünf Prozent weniger. Das Investitionsverhalten ist demnach insgesamt mindestens stabil geblieben.

Die allgemeine Marktentwicklung im Bereich AutoID: Die Summe der Einschätzungen für eine bessere oder gleichbleibende Marktentwicklung ist mit über 97 Prozent stabil geblieben, im Vergleichszeitraum im Jahr zuvor waren es noch 91,31 Prozent gewesen. Diese summiert sich aus 60,53 Prozent für eine bessere und 36,84 Prozent für eine gleich gebliebene Markteinschätzung. Auffällig ist, dass die Unternehmen ihre eigene Entwicklung etwas besser wahrnehmen beziehungsweise bewerten als die allgemeine Marktentwicklung – ein eher seltenes Phänomen.

Peter Altes, Geschäftsführer beim AIM-D e.V. (Bild: AIM-D e.V.)

Peter Altes, Geschäftsführer beim AIM-D e.V. (Bild: AIM-D e.V.)

Fokus Technologie

Drei Fragen der Erhebung bezogen sich auf einzelne, unter dem Oberbegriff AutoID zusammengefasste Technologien:

Unter Barcode und anderen optischen Identifikationssystemen, auch Optical Readable Media (ORM) genannt, versteht der Verband folgende Technologien: Barcode, zweidimensionale Codes wie Datamatrix und Quick Response Code (QR) sowie Optical Code Recognition (OCR). In Bezug auf diese Systeme berichten mit 28,95 Prozent wieder etwas mehr Unternehmen von einer besseren Marktentwicklung als im Vergleichszeitraum (26,09 Prozent). Auch der Wert für eine unveränderte Marktentwicklung hat sich von rund 15 auf 26,32 Prozent erhöht. Dies scheint trotz des Hypes um Industrie 4.0 ein Signal dafür zu sein, dass der Barcode aus vielen Bereichen nach wie vor nicht wegzudenken ist und sogar neue Anwendungsbereiche oder Branchen zu erschließen scheint beziehungsweise von größeren Volumina in den Stammmärkten profitiert.

RFID und Co.

Die Entwicklung für RFID einschließlich NFC und RTLS wird aktuell immer noch optimistisch eingeschätzt – was eine Reaktion auf die Entwicklungen von Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge ist. Eine bessere Entwicklung sehen mittlerweile sogar über 65 Prozent, (zuvor 60 Prozent), eine unveränderte, also stabile Entwicklung sehen dieses Mal nahezu 25 Prozent (zuvor 15 Prozent). Diese im Trend der letzten Halbjahre liegenden Zahlen zeigen, dass Industrie 4.0-Technologie nach der medialen Aufmerksamkeit nun in konkreten Projekten eingesetzt wird. Mit Blick auf die anderen AutoID-Bereiche kann man somit sagen, dass RFID-Technologien nach wir vor eine ermutigende Entwicklung nehmen. Die aktuellen Herausforderungen in vielen Märkten – wie die im Juli in Brüssel beschlossene Harmonisierung der Frequenzen auch für RFID oder die bereits angedeuteten Themen Security und Interoperabilität – sollte man jedoch stets im Blick behalten.

NFC und RTLS: Speziell mit Bezug auf diese Technologien wurde gefragt, ob eine verstärkte Nachfrage erkennbar sei. Bei NFC haben das mit 55,26 Prozent, gegenüber 34,78 Prozent deutlich mehr Unternehmen als im Vergleichszeitraum bejaht. Bei den Real-Time Locating Systems (RTLS) hingegen ist wieder ein leichter Abwärtstrend festzustellen: 15,79 gegenüber 26,09 Prozent. Dies könnte mit dem stark herausfordernden Fortschritt bei der Prozess-Automatisierung sowie der komplizierten Gestaltung zunehmend autonomer Prozesse zusammenhängen, in denen etwa Roboter und Ladungsträger in Produktion und Logistik zu autonom agierenden Cyber Physical Systems zusammengeschlossen werden. Eine weitere Erklärung für diesen Wert könnte natürlich auch in der Langfristigkeit der entsprechenden Projekte liegen. Der Wert für NFC dürfte auch zukünftig weiter leicht steigen, da neben berührungslosen Zahlungssystemen mit Mobiltelefonen und Kreditkarten sowohl industrielle NFC-Anwendungen als auch nicht-industrielle Anwendungen stark auf dem Vormarsch sind.

Industrie 4.0 – Abermals über 80 Prozent, nämlich fast 85 Prozent, der AIM-Mitglieder nutzen den Begriff Industrie 4.0 als Rahmen für die Vermarktung von Produkten, Lösungen und Dienstleistungen. So gut wie kein Unternehmen hat sich mit dem Thema noch nicht auseinandergesetzt. Industrie 4.0, das Internet der Dinge und die Digitalisierung der Wertschöpfung insgesamt sind mittlerweile auf der Projektebene angekommen. Und die AIM-Community bringt sich in diese Gestaltung autonomer Prozesse in Produktion und Logistik ein. Diese Entwicklung wird nicht nur die AutoID-Märkte langfristig beschäftigen. Mit dem Wachstum des Internets der Dinge – wozu auch die Entwicklung von RAIN RFID beiträgt – sollten sich entsprechend die Marktchancen der AutoID-Branche auch weiterhin positiv entwickeln.


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