Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Mehr als Digital Signage

Sehen, was wichtig ist

Welche Produktions- und Logistikprozesse gut laufen und welche nicht, ist oft nur schwer nachzuvollziehen. Bizerba visualisiert Daten daher aus sehr unterschiedlichen Quellen in Echtzeit – gleichzeitig für das Management, in der Produktion und auf mobilen Boards für Staplerfahrer.

 (Bild: ©nikitabuida/shutterstock.com / Peakboard GmbH)

Beispielbild (Bild: ©nikitabuida/shutterstock.com / Peakboard GmbH)

Das Unternehmen Bizerba bietet Hard- und Softwarelösungen für Kunden aus Handwerk, Handel, Industrie und Logistik an. Das Angebot umfasst Produkte und Lösungen für Schneiden, Verarbeiten, Wiegen, Kassieren, Prüfen, Kommissionieren und Auszeichnen. Zudem gehören auch Dienstleistungen zum Unternehmensportfolio. Der Hauptsitz von Bizerba liegt in Balingen, weltweit sind rund 4.100 Beschäftigte für das Unternehmen tätig.

Unterschiedliche Systeme

Über die Jahre hat sich bei Bizerba eine sehr diversifizierte IT-Systemlandschaft entwickelt. Dazu gehören neben SAP ERP, Microsoft Dynamics CRM und einer eigenentwickelten Lösung für den Fieldservice zahlreiche Sonderapplikationen. „In der IT bekamen wir es nicht schnell genug mit, wenn irgendwo etwas nicht ordentlich lief – z. B., ob Applikationsfehler aufgetreten sind oder ein Datentransfer zwischen den Systemen abgebrochen ist. Wir konnten erst dann aktiv werden, wenn ein Anwender ein Ticket aufgemacht hat – und mussten dann den Themen hinterherrennen. Das wollten wir ändern“, erläutert Christian Leins, Leiter der Softwareentwicklung bei Bizerba. Leins ging es dabei nicht um ein klassisches IT-Monitoring der CPU-Auslastung und ähnlichen Leistungsdaten: „Ich wollte anhand von Daten in verschiedenen Applikationsdatenbanken wissen, was läuft und was nicht. Mittels Logfile-Analysen wollte ich zudem direkt sehen, wo eine Anwendung oder eine Schnittstelle einen Fehler hat. Nur so können wir nicht nur schnell steuernd eingreifen, sondern auch kontinuierlich Systeme und Prozesse optimieren.“ Auch die Logistikabteilung eines Bizerba-Standortes suchte nach einer Möglichkeit, Informationen besser sichtbar zu machen: Gabelstapler sollten mit einem Touchscreen ausgestattet werden, über die der Fahrer Informationen aus verschiedenen Systemen angezeigt bekommt.

Bild: Peakboard GmbH

Bild: Peakboard GmbH

Digital-Signage-Lösung

Eine Eigenentwicklung kam dabei nicht in Frage, sodass am Ende eine Digital-Signage-Lösung von Peakboard zum Einsatz kam. Das Team hinter Peakboard war bereits aus anderen Projekten bekannt. „Ich habe dann eine kostenlose Teststellung ausprobiert und war wirklich angetan von der unkomplizierten Erstellung der Boards.“ Entsprechend schnell war ein erstes IT-Management-Board lauffähig – nach etwa acht Stunden konnte der Leiter der Softwareentwicklung sehen, wie es in Sachen Applikationen und Datentransfers bei Bizerba läuft.

Drei Boards im Einsatz

Inzwischen sind drei Boards bei Bizerba im Einsatz: Das IT-Management-Board läuft auf einem eigenen Bildschirm im Büro von Christian Leins. „Ich habe so immer ein Auge auf die laufenden Anwendungen und Schnittstellen. Das ist sehr praktisch im Gespräch mit meinen Mitarbeitern – wir können sofort besprechen, wo sich wer um welchen Punkt kümmern muss. Uns wird auch direkt präsentiert, wie viele Tickets offen sind, welche neuen Tickets dazugekommen sind, ob es sich um Fehler handelt oder Anfragen. Ich bekomme die Informationen zu jeder Zeit über verschiedene Screens gebracht.“

Daten für Staplerfahrer

Der Screen für die Staplerfahrer visualisiert Daten aus der SAP-Software sowie Counter- und Webcam-Daten. In festgelegten Zyklen wird dem Fahrer angezeigt, wann er an welcher Stelle in der Produktion z.B. Container leeren muss. Auch die Anzahl der Aufträge sowie die auszulagernden Artikel sind zu sehen. Über einen Webcam-Livestream sehen die Fahrer zudem, wann ein Lkw an der Anlieferrampe ankommt. Auch Nachrichten können dem Fahrer zugestellt werden. „Für die Realisierung in Form einer kleinen Applikation haben wir den integrierten Webservice von Peakboard genutzt“, sagt Leins.

Mobile Boards für Staplerfahrer – inklusive SAP-, Counter- und Webcam-Daten. (Beispielscreen) (Bild: Peakboard GmbH)

Mobile Boards für Staplerfahrer – inklusive SAP-, Counter- und Webcam-Daten. (Beispielscreen) (Bild: Peakboard GmbH)

 

Taktgeber für die Produktion

Aus einer Lean-Management-Initiative eines Standorts heraus entstand ein weiterer Anwendungsfall: Die Digital-Signage-Lösung fungiert dabei als Taktgeber in der Produktionshalle – über einen großen, zentral angebrachten Monitor ist die Zykluszeit der einzelnen Bearbeitungsschritte sichtbar. Die Mitarbeiter sehen, wie viele Minuten ein Produktionsschritt noch dauern darf, bevor das Werkstück auf den nächsten Arbeitsplatz wechselt. Durch farbliche Schattierungen der Zahlendarstellung wird verdeutlicht, wie viel Zeit noch übrig ist. Angezeigt werden zudem der Gesamtoutput, die Fehlerrate, der Wochenplan und der Tagesablauf (Arbeits- und Pausenzeiten, Shopfloor-Managementtermine etc.). Die Anzeige kann über zentral abgelegte Excel-Dateien gesteuert werden, auf die Peakboard im Abstand von wenigen Minuten zugreift. Kommt es z. B. durch einen Maschinenausfall zu einer Unterbrechung des Lean-Prozesses, kann die Zeitanzeige per Mausklick pausiert werden, bis die Störung behoben ist.

Weitere Szenarien in Planung

Bizerba plant bereits mit weiteren Szenarien: So soll eine komplette Produktionslinie eines Standorts- vom Wareneingang bis zum Warenausgang – über eine Peakboardlösung visualisiert werden. Der technische Support wird ein Board für die Teamsteuerung nutzen, um Daten aus dem Call-Center-System, dem CRM und dem Fieldservice-Informationssystem sichtbar zu machen. Ein weiteres Board soll für die Ersatzteilaufbereitung realisiert werden. Zudem steht die Visualisierung verschiedener ERP-Daten auf der Ideenliste, wie z.B. Warenausgänge.


Das könnte Sie auch interessieren:

Ab und zu fehlte ein Schlüssel im Kloster der Franziskanerinnen der ewigen Anbetung von Schwäbisch Gmünd. Beim letzten Mal gab das den Impuls, anstatt neue mechanische Zylinder in die rund 220 Türen des Komplexes einzubauen, die alte Technik durch das Bluesmart-System von Winkhaus zu ersetzen.‣ weiterlesen

Mit 100,5 Punkten hält sich das IAB-Arbeitsmarktbarometer im November stabil und liegt weiter im leicht über der neutralen Marke. Auf europäischer Ebene sank der Frühindikator allerdings erneut.‣ weiterlesen

In einer neuen Expertise des Forschungsbeirats Industrie 4.0 untersuchen das FIR an der RWTH Aachen und das Industrie 4.0 Maturity Center den Status-quo und die aktuellen Herausforderungen der deutschen Industrie bei der Nutzung und wirtschaftlichen Verwertung von industriellen Daten und geben Handlungsempfehlungen für Unternehmen, Verbände, Politik und Wissenschaft.‣ weiterlesen

Im Forschungsprojekt FabOS soll eine KI-Bin-Picking-Anwendung entstehen, die ein verbessertes Erkennen, Greifen und definiertes Ablegen von Blechteilen in der Produktion ermöglicht.‣ weiterlesen

Die Digitalisierung des Qualitätsmanagements stellt Unternehmen vor Herausforderungen. Daher haben das Fraunhofer IPT und die FH Südwestfalen im Forschungsvorhaben 'Qbility - Quality 4.0 Capability Determination Model' ein datengetriebenes Reifegradmodell entwickelt, das die Anforderungen eines digitalisierten Qualitätsmanagements bei KMU adressiert.‣ weiterlesen

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt sicherheitsrelevante Patches und Updates so schnell wie möglich, unter Abwägung des jeweiligen Risikos, einzuspielen, auch wenn im professionellen und insbesondere industriellen Umfeld automatisierte Software-Updates mit unerwünschten Einschränkungen der Funktionalität - etwa durch einen Neustart des Systems - verbunden sein können.‣ weiterlesen

Im Gegensatz zu anderen Cyberangriffen bieten Attacken mit Ransomware auf den ersten Blick einen einfachen Ausweg: die Zahlung des geforderten Lösegelds.‣ weiterlesen

Nach 84,5 Punkten im Oktober kletterte der Ifo-Geschäftsklimaindex im November auf 86,3 Punkte. Die Unternehmen blicken demnach weniger pessimistisch auf die nächsten Monate.‣ weiterlesen

In Kombination mit einer Augmented-Reality-Brille bietet eine neue Software des Fraunhofer IGD digitale Unterstützung von Absortiervorgängen. Zusammengehörige Bauteile werden direkt im Sichtfeld der Beschäftigten an der Produktionslinie farblich überlagert. Anwender im Automotive-Bereich können so etwa durch beschleunigte Prozesse und eine minimierte Fehleranfälligkeit Kosten reduzieren.‣ weiterlesen

Edge Management, Digital Twin und Data Spaces bilden die Schwerpunkte einer Zusammenarbeit zwischen der Open Industry 4.0 Alliance und dem Labs Network Industrie 4.0.‣ weiterlesen