Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Rechner ausschalten!

Ein Beitrag zu mehr Sicherheit bei Fernwartung

Ein ausgeschalteter Rechner gilt als sicher – arbeiten kann man darauf allerdings auch nicht. Das Dilemma zwischen Funktion und Sicherheit beschäftigt jeden, der die IT industrieller Anlagen schützen soll. Alle Rechner mit Kommunikationsverbindung zu einer Produktionsanlage sind ein potentielles Einfalltor und eine Gefahr für die IT-Sicherheit.

Schutzbedarf bei Fernwartung (Bild: Zedas GmbH)

Schutzbedarf bei Fernwartung (Bild: Zedas GmbH)

Oft wird suggeriert, dass durch den Einsatz eines VPN-Routers bereits die IT-Sicherheit hergestellt ist. Das greift aber zu kurz. In der Realität wird mittels Fernwartung das Anlagen-Netzwerk, sicher verschlüsselt und über das Internet, mit dem Firmennetzwerk oder den Endgeräten des externen Dienstleisters verbunden. Und Fernwartung umfasst mehr schutzbedürftige Komponenten als nur das verbindende Netzwerk. Dazu gehören:

 

  • • Anlagenrechner (Zielsysteme)
  • • Lokales Netzwerk (LAN)
  • • Internetzugang (Verbindung von LAN und WAN)
  • • Weitverkehrsnetzwerk (WAN)
  • • Endgeräte (Servicerechner) inklusive Systemsoftware
  • • Anwendungssoftware für Zugriff auf Zielsysteme
  • • User-Accounts/Authentifizierung/Berechtigungen
  • • Freigabe und Kontrolle durch Produktionsverantwortliche
  • • Systemadministration

Mit der IEC62443, dem Security-Kompendium für industrielle Kontrollsysteme des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), dem Standard von VGB PowerTech namens VGB-S-175 und dem Whitepaper des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) existieren mittlerweile Normen und Referenzarchitekturen, die einen Überblick zum Thema IT-Sicherheit, speziell in Industriebereichen, geben. Das BSI hat die grundlegenden Anforderungen an sichere Fernwartungszugänge im industriellen Umfeld wie folgt zusammengefasst:

  • • Architektur,
  • • sichere Kommunikation,
  • • Authentisierungsmechanismen,
  • • Organisatorische und
  • • Kundenspezifische Anforderungen.

Integrieren müssen Betreiber

Der Abgleich der aufgeführten Normen und Standards mit den Angeboten des Marktes führt zur Erkenntnis, dass etablierte und praxiserprobte Standardprodukte verfügbar sind, die technische IT-Sicherheit mittels ‚defense in depth‘ realisierbar machen. Dazu gehören Firewall-Systeme, VPN-Lösungen, starke Authentifizierung, Network Access Control, Virenschutz, Backup & Recovery, Intrusion Detection und Prevention, Fernsteuer-Software, bis hin zur Anomalie-Erkennung. Diese einzelnen Bausteine werden von verschiedenen Anbietern miteinander kombiniert und auch als dedizierte Fernwartungslösungen angeboten. In vielen Fällen ist Fernwartung auf diesem Niveau fester Lieferbestandteil einer Anlage. Damit laufen auf dem Boden der Anlagenbetreiber eine Vielfalt unterschiedlicher IT-Security-Lösungen. Zumal der Bedarf nach Fernwartung rasant steigt. Die Integration der Fernwartung in ein übergreifendes IT-Sicherheitskonzept für Produktionsanlagen bleibt indessen dem Betreiber vorbehalten.

Lücken im Schutzwall

In Bezug auf IT-Sicherheit fokussieren Fernwartungslösungen meist auf den Schutz des Anlagen-Netzwerkes und des Netzwerkzuganges. Firewall-Regelwerke bis auf Protokollebene, Verschlüsselung des Datenverkehrs und starke Authentifizierung sind charakteristisch. Die Endgeräte und die verwendete Software der externen Dienstleister bleiben jedoch außerhalb der Kontrolle des Eigners der Produktionsanlagen. Ein weiteres Manko zahlreicher Fernwartungslösungen ist die verwendete Fachsprache innerhalb der Lösungen, die sich oft nur an IT-Spezialisten richtet. Diese Abteilung soll aber in der Regel nicht die Prozesssicherheit verantworten. Des Weiteren fehlen oft integrierte Organisationslösungen, die ein zentrales und dezentrales Beobachten, Koordinieren und Kontrollieren von Fernwartungsarbeiten durch Mitarbeiter der Produktion gewähren.


Das könnte Sie auch interessieren:

Früher war Scada oft nur zweckmäßiges Instrument zur Anlagen- und Prozessverwaltung. Doch im Zeitalter des Internet of Things und damit verbundenen neuen Geschäftsmodellen rückt auch die Bedeutung der Scada-Plattform an eine bedeutendere Stelle.‣ weiterlesen

Viele große Unternehmen investieren derzeit in Digitaltechnik, um Transparenz in ihre Lieferketten zu bringen - und so Kosten einzusparen. Mit Radio-Frequency-Identification(RFID)-Technik von Kathrein werden die Durchläufe bei einem Stuttgarter Automobilhersteller besser planbar und Wartezeiten kürzer.‣ weiterlesen

Mit der Übernahme des IoT-Spezialisten Bright Wolf, will der IT-Dienstleister Cognizant seine Expertise im Bereich Internet of Things erweitern.‣ weiterlesen

Vorherzusagen, wann ein Werkzeug kaputt geht, ist nicht leicht. Mittels der Messung von Schallemissionen ist dies zwar möglich, aber auch teuer. Kombiniert man jedoch gängige Verfahren mit neuen Technologien, ergeben sich immer bessere und schnellere Verfahren.‣ weiterlesen

Seit dem 25. Mai 2018 gilt die europäische Datenschutzgrundverordnung, meist nur DSGVO genannt. Der IT-Sicherheitsspezialist Rohde & Schwarz Cybersecurity berichtet, wie es um die Umsetzung in der hiesigen Industrie steht.‣ weiterlesen

In vielen Ländern Europas scheint sich der Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Darauf deuten die Zahlen des Europäischen Arbeitsmarktbarometers hin, das nun erstmals veröffentlicht wurde.‣ weiterlesen

Eine IoT-Sicherheitsarchitektur sollte sowohl in IT- als auch in OT-Umgebungen für mehr Transparenz sorgen und Prozesse schützen. Dazu müssen die Daten aus dem IoT-Edge erfasst und extrahiert werden. Auf dieser Grundlage können Unternehmen effizienter agieren, bessere Geschäftsentscheidungen treffen und Digitalisierungsprojekte beschleunigen.‣ weiterlesen

GBTEC und Proalpha haben angekündigt, zukünftig in den Bereichen Process Mining und Business Intelligence zusammenzuarbeiten. Kunden sollen so einen Mehrwert bei der digitalen Transformation erhalten.‣ weiterlesen

Beim Anlagen- und Werkzeugbau setzt die Volkswagen AG auf Datendurchgängigkeit. Die Projektmanagement-Software Coman vernetzt die Projektbeteiligten dazu durchgängig und digital, bis hin zu den Zulieferern. Denn wenn Manager Giuseppe Lo Presti früh erkennt, dass es in einem Gewerk gerade nicht rund läuft, können gezielte Maßnahmen erfolgen.‣ weiterlesen

Mehr als eine Milliarde Schadprogramme verzeichnet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik im aktuellen Lagebericht. Und auch die Corona-Pandemie wirkt sich auf die aktuelle Sicherheitslage aus.‣ weiterlesen

Eine Voraussetzung bei der Entwicklung von industriellen KI-Anwendungen sind ausreichende Daten. Diese sind jedoch nicht immer in der benötigten Menge, Qualität oder Struktur vorhanden. Anhand eines konkreten Beispiels erläutert dieser Beitrag, wie sich ein Data Lake anlegen und mit Daten füllen lässt, bis er ein Fundament für quasi beliebige KI-Applikationen bildet.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige