Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Systeme und Ansätze

Modernisierungsschub DSGVO

Mit Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, Systeme und Prozesse rund um die IT-Sicherheit auf den Weg zu bringen oder zu modernisieren. Doch welche Systeme, außer Virenscannen und Co, gibt es und was bringen sie in Bezug auf die DSGVO?

Systeme und Ansätze - Modernisierungsschub DSGVO

Bild: © everythingpossible/Fotolia.com

Die EU-Datenschutzverordnung war ein Weckruf für viele Unternehmen, ihren Datenschutz zu überarbeiten. Denn viele Unternehmen kennen ihre Datenbestände nur unzureichend und wissen kaum über ihre Datenflüsse Bescheid. Dann gilt es zunächst, sich einen Überblick über eigene Strukturen zu verschaffen. Auf diese Weise lässt sich quasi als Nebeneffekt die Schatten-IT im Unternehmen etwas einhegen. In vielen Fällen werden Firmen ihre Systeme zur IT-Sicherheit überarbeiten oder sogar neue einführen müssen, um einer strengen Interpretation der Verordnung zu entsprechen. Um die Auslegung der DSGVO selbst kommen Unternehmen übrigens nicht herum. Viele Formulierungen im Papier sind uneindeutig, etwa wenn ‚geeignete‘ und ‚angemessene‘ Maßnahmen ohne weitere Definitionen eingefordert werden. IT-Verantwortliche müssen also selbst eine Strategie entwickeln. Genau darin kann aber auch eine Chance liegen. Nach der Bestandsaufnahme der Datenflüsse muss der Schutzbedarf verschiedener Datenarten festgestellt werden. Anschließend sollten Prozesse implementiert werden, die eine Kontrolle der Datenflüsse ermöglichen. Lösungen wie Anti-Virenprogramme sowie Netzwerk- und Endgeräteschutz stoßen in der Regel an enge Grenzen.

Zugriffe kontrollieren

Wer ein höheres Maß an Sicherheit anstrebt, kann etwa mit Data-Loss-Prevention-Lösungen verstreute Daten suchen, deren Speicherorte identifizieren und Datenströme filtern. Identitätsmanagement, Verschlüsselung und Datenbanksicherheit können aber ebenfalls im Rahmen einer umfassenden Sicherheits-Policy eingebunden werden. Spezielle Vulnerability Manager können automatisiert alle Datenbanken innerhalb eines Netzwerks ermitteln und auf Schwachstellen prüfen. Viele sind der Auffassung, dass selbst der Einsatz dieser Systeme nicht ausreicht, um allen technischen Anforderungen der DSGVO gerecht zu werden. Zumal in einigen Fällen erkannte Datenschutzverletzungen binnen 72 Stunden gemeldet werden müssen.

Event Management etablieren

Mit Inkrafttreten der Verordnung fordert die EU von Unternehmen, einen ständigen Überblick zu bewahren, was mit ihren Daten geschieht. Mit Security Information and Event Management (SIEM)-Lösungen können Unternehmen ihre verzweigten Infrastrukturen überwachen und zentral verwalten. Das System kontrolliert den Datenverkehr zwischen Routern, Switches und Servern und zeichnet Log-Events auf. Außerdem können mit solchen Systemen Sicherheitsrichtlinien zentral implementiert werden. IT-Mitarbeitern geben diese Anwendungen oft Informationen über ihre Systeme auf übersichtlichen Dashboards aus. So können selbst zuvor unbekannte Datenquellen erfasst werden. SIEM sammelt automatisch Informationen zu sicherheitsrelevanten Vorfällen und gibt priorisierte Warnmeldungen aus. Dann muss die IT noch feststellen, ob das Ereignis im Sinn der DSGVO meldepflichtig ist.

Regeln für die Cloud

Wer in einer Cloudinfrastruktur Daten von Dritten speichert oder verarbeitet, ist über den DSGVO-Passus der Rechenschaftspflicht für den datenschutzkonformen Umgang der Daten in der Cloud verantwortlich. Hier können sogenannte Cloud Access Security Broker (CASB) helfen. Diese Dienste schaffen eine Kontrollschicht zwischen Cloud und Nutzer, um regelbasiert Vorgaben eines Unternehmens auf die Cloud zu übertragen. Die IT einer Firma kontrolliert somit, welche Geräte oder Personen auf Clouddaten zugreifen dürfen.

Mehr als lästige Pflicht

Gesetzgeber und Verbraucher nehmen den Datenschutz immer ernster. Werden Verstöße in Sachen Datenschutz bekannt, steht das Vertrauen der Kunden auf dem Spiel. In diesem Sinn lassen sich die Investitionen in die eigene IT-Sicherheit auch als eine längst überfällige Modernisierung verstehen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Ein im September 2019 als Weißdruck erschienener Standard des VDI soll helfen, die Potenziale von Formgedächtnislegierungen bei der Produktentwicklung zu nutzen. Der Hintergrund der neuen Richtlinienreihe VDI 2248 ist, dass feinwerktechnische Systeme immer kleinere leistungsfähigere Antriebe benötigen. Um dem gerecht zu werden, ist oft der Einsatz neuer Aktorprinzipien gefragt.‣ weiterlesen

Mit der neuen Cloud-Lösung Godesys One bietet der Mainzer ERP-Anbieter Godesys AG insbesondere kleineren Unternehmen mit fünf bis 25 Usern eine Einstiegslösung für digitales ERP. Die standardisierten Systemmodule sollen wichtige Funktionen abdecken und sich bedarfgerecht zusammenzustellen lassen.‣ weiterlesen

Das Zusammenspiel von IoT und Blockchain eröffnet neue Möglichkeiten: Mit Smart Contracts können etwa Zustandsdaten einer Maschine sicher an ihren Hersteller übermittelt werden. Und auch hinsichtlich des Energiebedarfs wird die Blockchain für die Industrie interessanter.‣ weiterlesen

Deutschland zählt mit einer Roboterdichte von 338 Einheiten pro 10.000 Arbeitnehmern im internationalen Vergleich zu den am stärksten automatisierten Volkswirtschaften. Nach Singapur und Südkorea rangiert die Bundesrepublik weltweit auf dem dritten Rang.‣ weiterlesen

Teil der Vision Industrie 4.0 ist es, Anlagekomponenten ohne Eingriff in die Steuerung austauschen zu können. Mit dem Konzept einer dienstbasierten Fertigung wollen das Fraunhofer IESE und weitere Projektpartner genau das praxistauglich ermöglichen.‣ weiterlesen

Über V2X-Kommunikation lassen sich Fahrzeuge untereinander und mit der umliegenden Infrastruktur vernetzen. Auf einmal müssen Anwendungsentwickler Komponenten berücksichtigen, deren Funktionalität sie nicht beeinflussen. Die passende Softwarearchitektur hilft, diese Herausforderung im Dschungel sich weltweit entwickelnder Standards zu lösen.‣ weiterlesen

Mit dem SMIT TestKit Shop hat Sven Mahn IT den Zugang zu ihrem Produkt zur Testoptimierung und Qualitätssicherung der ERP-Lösungen Microsoft Dynamics 365 for Finance and Operations und Dynamics AX vereinfacht.‣ weiterlesen

Die CRM-Lösung CAS GenesisWorld von CAS Software steht als Release x11 zur Verfügung. Neu hinzugekommen ist zum Beispiel, dass Anwender die intelligente Suchfunktion Picasso nun auch auf mobilen Endgeräten nutzen können.‣ weiterlesen

Mit dem Industrial Internet of Things steht Produzenten eine neue Infrastrukturebene zur Verfügung, um ihre Abläufe und Fertigungsprozesse zu optimieren. Thorsten Strebel von MPDV schildert, wie die Technologien auf die MES-Welt einwirken und wie der MES-Hersteller darauf reagiert.‣ weiterlesen

Mit dem neuen Geschäftsfeld Maxolution Maschinenautomatisierung adressiert SEW-Eurodrive den Markt mit maßgeschneiderten Systemlösungen. Gemeinsam mit dem Maschinenbauer EMAG hat der Antriebsspezialist nun einen Portalroboter vorgestellt, der ohne Energieführungsketten auskommt und auch anfallende Daten kabellos überträgt.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige