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Hyperkonvergente Infrastruktur bei Koepfer

Kein Ärger mehr mit Data Stores

Als Speicher und Server aus der Wartung liefen, modernisierte die Koepfer Gruppe gleich die gesamte IT-Landschaft. Jetzt sorgt eine hyperkonvergente Infrastruktur für einen Leistungssprung von 7.200 auf 200.000 IOPS – bei geringeren Betriebskosten und vereinfachter Verwaltung.

 (Bild: ©Michail/stock.adobe.com)

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Der erste Kontakt zu NetApp, dem Spezialisten für Daten in der Hybrid Cloud, liegt einige Jahre zurück. Damals installierte die Koepfer Gruppe eine FAS-Einheit, ein Speicher von NetApp, der als Backup-Ablage fungierte. Der IT-Betrieb lief bisher über eine Tier-1-All-Flash-Array-Datenspeicherlösung. Server dienten als Virtualisierungsumgebung, die der Mittelständler mit VMware realisierte. Für den Primär-Storage und die Server rückte das Wartungsende näher. Die Infrastruktur sollte erneuert werden, wofür Bechtle erster Ansprechpartner war. Das IT-Systemhaus installiert Hard- und Software, berät und schult den Automobilzulieferer in IT-Fragen seit 2000. Am Anfang wurde die klassische Variante, eine neue Speicherplattform mit SSDs und Servern, durchgespielt. Nach einer ersten Beratung von Bechtle im Oktober 2017 war allerdings eine hyperkonvergente Infrastruktur von NetApp erste Wahl.

Treiber der Erneuerung

„Der Leiter IT-Infrastruktur, Claus-Stefan Duffner, hat auf unserer Hausmesse ein Video gesehen, in dem die NetApp HCI die Hauptrolle spielt. Er kam hinterher zu mir und sagte: ‚Das will ich haben'“, berichtet Andre Schmitz, Senior Consultant bei Bechtle, bevor er mit NetApp in die Detailberatung einstieg. Die Vorteile überzeugten, wobei den IT-Verantwortlichen beim Zahnradspezialisten besonders imponierte, wie einfach IT und Administration funktionieren können. Den Ausschlag gab die Aussicht, nicht mehr so viele Data Stores im vCenter von VMware zu verwalten, sondern im Rechenzentrum in Furtwangen alle 60 virtuellen Maschinen (VMs) in einen riesigen Virtual-Volumes-Container zu packen. Gedanken, wo was wie hingeschoben werden muss, würden der Vergangenheit angehören. Ein HCI-Anwender muss zudem nicht prüfen, ob ESX Hosts mit Hardware, Switches und Storage zusammenpassen. Server, Speicher, Netzwerk und Virtualisierungstechnik sind in einer ‚Box‘ fertig konfiguriert. In der NetApp HCI arbeiten die virtualisierten Komponenten aufeinander abgestimmt.

Hardware von Cisco

Zusätzlich schaffte die Koepfer Gruppe 10-GBit-Ethernet-Switches von Cisco an, über welche die einzelnen Komponenten kommunizieren. Auf Basis der Inventarisierung der bestehenden VMware-Landschaft, welche der Zulieferer mit den RVTools vornahm, wählten Bechtle und NetApp den Ansatz, dass die Überprovisionierung nicht über 4:1 steigen sollte. Vier virtuelle Maschinen teilen sich demnach maximal eine CPU. Wie viel RAM die VMs belegen, bildete den Ausgangspunkt für die Berechnung der Speicherkapazität. Die NetApp HCI dedupliziert mindestens 2:1 und garantiert diesen Wert auch. Je nach Umgebung schafft die Technologie jedoch eine viel höhere Rate. Physikalisch muss daher eigentlich nur die Hälfte der Kapazität zuzüglich Puffer für das kalkulierte Datenwachstum vorgehalten werden. Die Vorarbeit führte zu einer Konfiguration von drei S-Compute-Nodes und vier M-Storage-Nodes.

Anpassungen stets möglich

Das Systemhaus Bechtle leitete das Projekt, beriet, installierte und zog die Maschinen auf die NetApp HCI. „Für mich als Dienstleister ist eine HCI eigentlich wenig lukrativ“, scherzt Systemhausexperte Andre Schmitz. „Ich kann kaum Dienstleistungen verkaufen – umso wichtiger ist eine professionelle Beratung.“ Auch nach der Inbetriebnahme stand das Systemhaus mit Rat und Tat zur Seite: „Im Betrieb stellte sich heraus, dass uns automatisch erzeugte Scripts an der einen oder anderen Stelle weiterhelfen würden. Denn vor allem die komplexen Anwendungen unserer neuen Tochterfirma Koepfer Engineering GmbH verlangen nach viel Speicherplatz. Bechtle hat das dann schnell umgesetzt“, schildert Claus-Stefan Duffner, Head of IT Infrastructure bei Koepfer.

Von 7.200 auf 200.000 IOPS

Die NetApp HCI konsolidiert verschiedene Workloads. Auf ihr laufen der SAP Content Server sowie der System Center Configuration Manager (SCCM) von Microsoft, um die Computer zu verwalten. Hinzu kommen zwei Exchange Mailserver im On-Premises-Betrieb, eine Unix-Anwendung mit Oracle-Datenbank als ERP-System, die IP-Telefonanlage, mehrere Fileserver, Domain-Controller und ein DMS. Auf der Konsolidierungsplattform kann man Workloads kapseln und über die Funktion Quality of Service ihre Performance sichern. Hierbei lässt die Flash-Array-Software mehrere Workloads unter garantierter Leistung laufen. Automatisierung prägt auf Speicherebene nun den IT-Betrieb, den IT-Mitarbeiter direkt aus VMware steuern. Endet künftig für Storage- oder Compute-Nodes die Wartung oder werden sie zu klein, kann sie der Zahnradhersteller im laufenden Betrieb austauschen. Das System heilt sich quasi automatisch selbst und verteilt die Daten sofort auf die neuen Nodes. Das unabhängige Skalieren von Rechenleistung und Speicherkapazität macht flexibel und vermeidet Überprovisionieren. Außerdem steigt die Performance. Das Vorgängersystem leistete 7.200 IOPS (Input/Output Operations per Second), die vier Medium-Storage-Nodes schaffen hingegen 200.000 IOPS.

Speicherebene automatisiert

Die Rechnung des Automobilzulieferers geht auf: Die Gesamtkosten für den Betrieb sinken. Dazu trägt die von NetApp zugesicherte Deduplikationsrate von 2:1 bei, durch die sich die echte Speicherkapazität mindestens halbiert. Am Außenstandort Ludwigsburg will der Zahnradspezialist nun ebenfalls modernisieren. Aktuelle Überlegungen sehen vor, den Standort in die Lösung zu integrieren. Gut möglich, dass das erfolgreiche Projekt eine schnelle Fortsetzung erlebt.


Zahnräder aus dem Schwarzwald

Die Koepfer Gruppe ist ein Automobilzulieferer aus Furtwangen im Schwarzwald, der hochpräzise Zahnräder sowie Getriebekomponenten herstellt und weltweit vertreibt. Das Unternehmen wurde 1867 gegründet. Im Jahr 2017 erwirtschafteten 800 Mitarbeiter der Gruppe einen Jahresumsatz von 143 Millionen Euro. Als wichtiger Meilenstein in der Firmengeschichte gilt die Eröffnung einer Niederlassung 2013 in China. In quasi jedem Premiumfahrzeug finden sich heute Teile dieses Herstellers.


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