Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Erneuerbare Energie für Industrie-Rechenzentren

Der Weg zu nachhaltiger Recheninfrastruktur

Die Digitalisierung und der Einsatz neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz erhöhen auch in Industrieunternehmen den Bedarf an effizienten IT-Prozessen, Hardware und Rechenzentren. Das Uptime Institute zeigt in einem Report, was Unternehmen für nachhaltige Rechenzentren beachten müssen.

Bild: ©Seventyfour/stock.adobe.com

Bild: ©Seventyfour/stock.adobe.com

Effizientere Produktionsabläufe, durchgängige Lieferkettenprozesse, automatisierter Vertrieb oder der Einsatz neuer Technologien – die Digitalisierung verspricht auch Industrieunternehmen viele Vorteile. Mehr IT bedeutet zugleich wachsende Rechenzentren und höheren Energiebedarf.

Das Uptime Institute zeigt in seinem Bericht ’Erneuerbare Energie für Rechenzentren’, was für eine Reduktion des CO2-Fußabdrucks wichtig ist, und empfiehlt bei bestehenden Rechenzentren eine systematische Umstellung in folgenden Schritten:

• den CO2-Fußabdruck messen, berichten und kompensieren

• Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen beziehen

ANZEIGE

• langfristige Stromabnahmeverträge (PPAs, Power Purchase Agreements)

CO2-Fußabdruck messen

Zu wissen, wie viel Energie die eigenen Rechenzentren verbrauchen und welcher Energiemix genutzt wird, ist die Basis für weiteres Vorgehen. Strom ist dabei die Komponente, die sich recht leicht messbar ist, weil der Verbrauch regelmäßig zu Abrechnungszwecken gemeldet wird. So lässt sich auch für Rechenzentren nachverfolgen, wie viel Strom aus erneuerbaren und wie viel aus nicht-erneuerbaren Quellen stammt, welche Kompensationen sich anbieten und wo sich erneuerbare Energie einsetzen lässt.

Diese Aufschlüsselung liefert der Stromversorger, oder es lassen sich Emissionsfaktoren auf Netzebene heranziehen. Messung und Berichterstattung zur Ermittlung des CO2-Fußabdrucks werden zu einer notwendigen Funktion der Geschäftstätigkeit. Industrieunternehmen können so auf eigenes CO2-Reporting umstellen und es, wo gewollt, auch von ihren Zulieferern erbitten oder einfordern.

Vom Kompensationszertifikat zu erneuerbaren Quellen

Im Idealfall sollte ein Industrieunternehmen mit seiner Produktion und seinen Rechenzentren seinen Strombedarf zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie decken. Eine Umstellung, die ad hoc kaum möglich ist. Ein Start ist die Kompensation durch Renewable Energy Certificates (REC). Dabei kommt es allerdings auf die Qualität dieser Kompensationsprodukte an. Kompensation ist darum nur das erste Element einer Nachhaltigkeitsstrategie, denn Zertifikate leisten keinen Beitrag zur sogenannten Additionalität. Sie fördern keinen direkten Ausbau erneuerbarer Energiequellen. Auf Dauer können RECs darum nur eine ergänzende Rolle spielen.

Langfristige Stromabnahmeverträge (PPAs)

Langfristigen Stromabnahmeverträgen werden zwischen direkten, physischen PPAs sowie virtuellen, also finanziellen PPAs unterschieden. Beider Formen unterstützen die Additionalität, also den Ausbau erneuerbarer Energie. Bei direkten PPAs nutzt das Rechenzentrum erneuerbare Energien eines nahegelegenen Erzeugers. Die Menge erneuerbarer Energie, die der Erzeuger ins Netz speist, entspricht somit dem Stromverbrauch Unternehmens mit seinem Rechenzentrum. Virtuelle, finanzielle PPAs spielen dann eine Rolle, wenn der Strommarkt keine direkten Einzelhandels-PPAs zulässt.

Quellen richtig mixen

Der größte Teil des Abgleichs zwischen der gekauften erneuerbaren Energie und der tatsächlich verbrauchten Energie findet auf Jahresbasis statt. Tatsächlich ereignen sich die Verschiebungen in der Erzeugung, also Änderungen im Strommix, der gerade im Netz ist, aber auf viel granularere Weise. Es gibt Strategien, um dies auszugleichen und um eine tatsächliche Versorgung mit erneuerbarer Energie zu ermöglichen. Zudem lassen sich verschiedene Quellen erneuerbarer Energie kombinieren, etwa in Gestalt gemischter PPAs, die Solar- und Windenergieerzeugung verbinden. Denn unterschiedliche nachhaltige Quellen erzeugen Energie zu unterschiedlichen Zeiten. Auch die Energiespeicherung in Batterieanlagen kann helfen, eine nahezu ständige Verfügbarkeit erneuerbarer Energie zu gewährleisten.

100 Prozent erneuerbare Energie

Den Strombedarf zu 100 Prozent durch erneuerbare Energie zu decken ist das große Ziel vieler Unternehmen. Auch Industrieunternehmen, für die ihre Rechenzentrumsinfrastruktur immer bedeutsamer wird, sind aufgerufen, die damit verbundenen Themen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit zu adressieren.


Das könnte Sie auch interessieren:

Mit Dimitrios Koutrouvis hat Lütze Transportation ab Oktober einen neuen Geschäftsführer. Er tritt die Nachfolge von André Kengerter an.‣ weiterlesen

Der Bitkom schätzt die Schäden durch Cyberangriffe auf jährlich 220Mrd.€. Unternehmen sind also gefragt, sich bestmöglich gegen solche Vorfälle zu schützen. Wie? Darüber können sich Interessierte vom 25. bis zum 27. Oktober auf der Security-Messe It-sa informieren.‣ weiterlesen

Low Code-Entwicklungsplattformen helfen Unternehmen, ihre IT an stetig wechselnde Strukturen und Prozesse anzupassen. Es gilt: Wo programmiert wird, kann meist Low Code-Technologie eingesetzt werden – erst recht im IIoT-Projekt.‣ weiterlesen

Planung und Überwachung sind entscheidende Faktoren für die Effzienz einer Produktion. Die Basis dafür bilden Daten. Daher setzt die Firma GGK in ihrer Fertigung auf die IIoT-Plattform Toii. Mit ihr erfasst der Hersteller von Kabelmanagement-Systemen alle relevanten Daten, um die Transparenz zu verbessern und etwa Störungen schneller zu beseitigen.‣ weiterlesen

Korrekte Stammdaten sind beim Wechsel auf SAP S/4Hana enorm wichtig. Drei Tools für das Product Structure Management helfen, die Engineering-Stückliste mit der Manufacturing-Stückliste automatisiert abzugleichen.‣ weiterlesen

Eine industrielle IoT-Plattform unterstützt dabei, auf digitaler Basis Transparenz zu erzielen, Prozesse zu optimieren und Fehler zu vermeiden. Dafür werden Menschen, Produktions-IT-Systeme und Maschinen miteinander verknüpft. Doch wie funktioniert das?‣ weiterlesen

Mit einem Plus von 0,7 Prozent im Vergleich zum Juni liegt der Auftragsbestand im verarbeitenden Gewerbe im Juli auf einem neuen Höchstwert. Die Reichweite der Aufträge bleibt unverändert bei 8 Monaten.‣ weiterlesen

Digitalisierung und Klimaschutz lassen den Bedarf an Beschäftigten in Ingenieur- und Informatikerberufen steigen. Der neue VDI-/IW-Ingenieurmonitor zeigt weiter eine angespannte Lage – doch es gibt auch positive Trends.‣ weiterlesen

Die Pandemie hat dazu geführt, dass mehr Menschen von zu Hause aus gearbeitet haben. Und viele der Beschäftigten wollen diese Möglichkeit auch weiterhin nutzen, wie eine Ifo-Studie zeigt.‣ weiterlesen

Unternehmen wollen und müssen etwas zum Klimaschutz beitragen, im eigenen Unternehmen oder mit innovativen Produkten oder Dienstleistungen. Beides kann erhebliche Investitionen erfordern - die sich durch zahlreiche Förderprogramme abfedern lassen. Energieberater Jörg Lieske vom BFE Institut für Energie und Umwelt hat sich auf diese Fördermittel spezialisiert und nennt die wichtigsten.‣ weiterlesen