Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Neue Rollen für das Shopfloor Management

Effizient gesägt ist doppelt gewonnen

Mit romantischen Wassermühlen in idyllischer Natur haben moderne Sägewerke nichts mehr gemein. Die rund 2.000 Betriebe in der Branche arbeiten mit leistungsstarker, zum Teil bereits in einer Cloud betriebenen Sägewerkstechnik. Die Pollmeier Massivholz GmbH & Co. KG betreibt die größten Laubholzsägewerke Europas. Am Standort Aschaffenburg setzt Pollmeier mit dem neu etablierten Shopfloor Management auf eine gezielte Problemlösungskultur.

Die Pollmeier Massivholz GmbH & Co. KG betreibt die nach eigenen Angaben größten Laubholzsägewerke Europas. Die Arbeit strukturiert der Standort in Aschaffenburg mit einem hierarchieübergreifenden Shopfloor Management. (Bild: Pollmeier Massivholz GmbH & Co. KG)

Die Pollmeier Massivholz GmbH & Co. KG betreibt die nach eigenen Angaben größten Laubholzsägewerke Europas. Die Arbeit strukturiert der Standort in Aschaffenburg mit einem hierarchieübergreifenden Shopfloor Management. (Bild: Pollmeier Massivholz GmbH & Co. KG)

Die Sägewerksindustrie in Deutschland verarbeitet mehr als 35 Millionen Kubikmeter Rundholz jährlich, nahezu 100 Prozent stammen aus heimischen Wäldern. Wenn Pollmeier-Werksleiter Christian Kittel morgens sein Büro im modernen Gebäudekomplex in Aschaffenburg betritt, verschafft er sich als erstes einen Überblick auf dem neuen Kennzahlenboard. Darauf zu sehen sind Berichte und Statistiken, die Aussagen geben zu Qualität, Kosten, Lieferservice und Motivation (QKLM). Zielabweichungen werden in auffälligen Farben eingetragen. Mit einem Blick erkennt der Werksleiter so, ob es in der vergangenen Schicht Probleme gab, ob Maschinen still-gestanden sind oder ob Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt wurden. „Früher wurden solche Informationen gar nicht festgehalten oder unstrukturiert weitergegeben. Ein Teil der Mitarbeiter erhielt die für sie notwendigen Informationen, der andere Teil, der z.B. in einer anderen Schicht arbeitete, wurde nicht informiert“, berichtet Christian Kittel. Das neue Kennzahlen-Board ist Teil der Einführung von Shop Floor Management bei Pollmeier in Aschaffenburg. Der Begriff ‚Shopfloor‘ steht in diesem Sinn für den Ort des Geschehens. Und zentraler Punkt eines Shopfloor Managements sind aussagekräftige Kennzahlen.

Wieder miteinander sprechen

Wo stehen wir? Was müssen wir tun, um unsere Ziele zu erreichen? Täglich wird in kurzer Runde mit Schichtarbeitern, Teamleitern und Bereichsleitern aus verschiedenen Abteilungen über Probleme gesprochen und darüber, wie diese wieder aus der Welt geschafft werden. „Solche Gespräche erfordern oftmals eine Kulturänderung im Unternehmen, denn es geht dabei nicht um Schuldzuweisung. Der Fokus liegt eindeutig auf der Problemlösung“, erläutert Hans-Sönke Hartmann von Fischer Consulting. Das Beratungsunternehmen unterstützte Pollmeier bei der Einführung von des Management-Systems über alle Hierarchie-Ebenen hinweg. „Die Leute reden wieder miteinander, solche Diskussionen sind wichtig und bringen uns weiter“, ergänzt Organisationsentwickler Dr. Markus Hauptmann.

Die neuen Strukturen sind dazu geschaffen, Probleme zu lösen:

Die neuen Strukturen sind dazu geschaffen, Probleme zu lösen: „Wir sind viel schneller dabei, unsere Probleme zu lösen. Dies kommt unseren Kunden zugute“, sagt Geschäftsführer Ralf Pollmeier. (Bild: Pollmeier Massivholz GmbH & Co. KG)

Mitarbeiter als Unternehmer

Die über die Gespräche zwischen allen Beteiligten entstandene Transparenz ist nur einer von vielen Vorteilen des Management-Ansatzes. Probleme werden erkannt und gesehen. Durch die Einbindung verschiedener Abteilungen sind alle Stakeholder informiert und arbeiten gezielt an einer Lösung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Fertigung agieren als Unternehmer in ihrem eigenen Verantwortungsbereich. Weil auch Führungskräfte Teil der täglichen Shopfloor-Runde sind, können diese gegebenenfalls sofort unterstützen und Entscheidungen treffen. So werden Zeit und Kosten gespart.

Führungskräfte als Coaches

Wie lässt sich ein solches Management erfolgreich in einem Unternehmen etablieren? Viele Firmen greifen dabei auf externe Dienstleister zurück. Diese Berater entwickeln die Kennzahlen und schulen die Mitarbeiter. Neu ist auch die Funktion der Führungskräfte in einem so strukturierten Unternehmen: Sie treten am ‚Ort des Geschehens‘ als Coach auf. Verantwortliche für kontinuierliche Verbesserungsprozesse (KVP) lernen in der Train-the-Trainer-Ausbildung, Kollegen ihrerseits zu schulen. Für das Sägewerk Pollmeier in Aschaffenburg stehen die nächsten Großprojekte mit regionalem Buchenholz an. Der Nutzen des neuen Shopfloor Managements bei der Realisierung der Projekte steht fest: „Wir sind viel schneller dabei, unsere Probleme zu lösen. Dies kommt unseren Kunden zugute“, sagt Geschäftsführer Ralf Pollmeier.


Das könnte Sie auch interessieren:

Zutrittskontrollsysteme dokumentieren Aufenthaltszeiten, können bei der Corona-Kontaktverfolgung unterstützen und ermöglichen die individuelle Arbeitszeiterfassung. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung, der Pandemie sowie dem Trend zum dezentralen Arbeiten lohnt sich ein genauer Blick auf die aktuellen Anforderungen.‣ weiterlesen

Mit dem Security Operations Center will Vinci Energies Cybersecurity-Spezialisten vernetzen. Die Eröffnung ist für das zweite Halbjahr 2021 vorgesehen.‣ weiterlesen

Plus 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr haben die deutschen Maschinen und Anlagenbauer in Ihren Auftragsbüchern verzeichnet. Dabei kamen besonders aus dem Ausland mehr Aufträge.‣ weiterlesen

In der Softwareentwicklung gewinnen die Low- und No-Code-Plattformen zunehmend an Bedeutung. Doch neben den Vorteilen etwa in Sachen Geschwindigkeit oder Handhabung sind dem Low-/No-Code-Ansatz noch Grenzen gesetzt, etwa wenn es zu komplex wird.‣ weiterlesen

Low-Code/No-Code-Entwicklungen bieten Potenzial für Industrieunternehmen. Dadurch wird Software-Programmierung auch Mitarbeitern zugänglich, die nicht über tiefes Fachwissen verfügen. Mendix hat in einer Studie untersucht, wie es um den Low-Code/No-Code-Ansatz in Deutschland bestellt ist.‣ weiterlesen

Mit Pascal Redaoui hat Process Analytics Factory einen neuen Chief Financial Officer.‣ weiterlesen

Die Richtlinienreihe VDI/VDE 3695 'Engineering von Anlagen - Evaluieren und Optimieren des Engineerings' wurde komplett überarbeitet und an den Stand der Technik, insbesondere an Industrie-4.0-Vorgaben, angepasst. Im März 2021 erscheint Blatt 4 der Richtlinie. Es beschreibt die Hilfsmittel, die eine Engineering Organisation (EO) einsetzen beziehungsweise nutzen sollte.‣ weiterlesen

Warum liegt die mittlere Anlagenverfügbarkeit der maschinellen Fertigung im Mittelstand bei weniger als 40 Prozent? Wie kann künstliche Intelligenz helfen, dies zu verbessern? Lösungen liefert OEE.AI aus Aachen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige