Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Transparenz vom Rohteil bis zum Endprodukt

Seriennummer für jedes Einzelteil

Vor allem in der Automotive-Branche sind die Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit von Produkten hoch. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, müssen Zulieferer jederzeit Auskunft darüber erteilen können, welchen Werdegang eines ihrer Erzeugnisse genommen hat. Softwaregestützte Traceability-Lösungen unterstützen das, indem sie Materialien, Produkte und Werkstücke über den gesamten Fertigungsprozess im Auge behalten. Nicht selten lenkt das auch den Blick auf Verbesserungspotenzial der Abläufe im Werk.

Rückverfolgbarkeit von Produkten - Seriennummer für jedes Einzelteil  - Bild zeigt einen Detektiv mit Lupe

Bild: Industrie Informatik GmbH

Geht es um die Optimierung und Effizienzsteigerung von Produktionsprozessen, so sind Manufacturing Execution Systeme (MES) oft der Mittelpunkt in der IT-Infrastruktur von Fertigungsunternehmen. Schnittstellen sowohl zum kaufmännisch führenden ERP-System, als auch zum Maschinenpark ermöglichen die dafür nötige Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungkette. Immer wichtiger wird in diesem Zusammenhang auch die lückenlose Traceability innerhalb der Produktionsabläufe. Ziel dabei ist die Transparenz vom Rohteil über den Produktionsprozess bis hin zum Endprodukt – im Idealfall bis auf Einzelteilebene.

Wahl der Technik zweitrangig

Möglich wird dies beispielsweise durch eine Logik innerhalb der produktionsoptimierenden Software, die Einzelteile in Produktionsaufträgen mit eindeutigen Serialnummern verknüpft. Die dafür verwendete Technologie spielt eine untergeordnete Rolle. Barcode, Data Matrix Code oder ein RFID-Chip sind denkbare Optionen. Im Fokus steht lediglich die eindeutige Identifizierbarkeit eines jeden Einzelteils. Hat man diese logistischen Grundvoraussetzungen geschaffen, sind die Einsatzmöglichkeiten vielseitig.

Ein Schritt in Richtung Losgröße 1

Daraus kann ein vollständig automatisiertes Meldewesen entlang des Produktionsprozesses entstehen. Musste ein Mitarbeiter bisher einen Arbeitsgang manuell an seinen Anlagen anmelden, so lässt sich das nach EInführung einer Seriennummervergabe automatisch erledigen. Neben der Zeiteinsparung für den Werker gehören damit auch potenzielle Fehler durch manuelle Eingaben der Vergangenheit an. Durch eine Einzelteilrückverfolgung kann unter Umständen auch die Fertigung flexibilisieren helfen, wenn die mit dem Produkt mitgelieferten Daten und Informationen die Basis für die weitere Bearbeitung bilden. Arbeitsplätze können sich – vereinfacht ausgedrückt – an den Anforderungen des einzelnen Produktes ausrichten, vorausgesetzt die Maschinenumrüstung erfolgt vollständig automatisch. Die Produktion in Losgröße 1 rückt somit einen großen Schritt näher.

Produktionsqualität im Fokus

Tracking und Tracing ist auch ein Werkzeug im Dienst der Produktionsqualität. Werden etwa Prozessdaten aus einem Arbeitgsgang erfasst, an das MES übermittelt und auf Basis der eindeutigen Zuordnung zum Werkstück mittels OPC-UA Server an den nächsten Arbeitsplatz übergeben, lassen sich die erforderlichen Maschineneinstellungen an den zuvor erfassten Prozessdaten ausrichten. Leichte Abweichungen können rechtzeitig korrigiert werden, um die Qualität auf dem gewünschten Niveau zu halten. Zudem können Schwellenwerte definiert und kombiniert werden. Eine ‚In-Ordnung-‚ oder ‚Nicht-In-Ordnung‘-Qualifikation lässt sich bereits in einem frühen Fertigungsstadium durchführen. Die automatische Erfassung von Prozesswerten zu Einzelteilen führt ganz nebenbei dazu, dass die Terminals auf Werksebene nicht mehr Aufgrund händischer Eingaben von Werten blockiert werden.

Traceability im Automotive-Bereich

Vor allem in der Automotive-Branche spielt eine durchgängige Traceability zur Qualitätssicherung eine wichtige Rolle. Unternehmen sind hier hinsichtlich Produkthaftung und Auskunftspflicht einem hohen Druck von Seiten der Abnehmer ausgesetzt. Mit einer Einzelteilrückverfolgung enthalten Produkte umfangreiche Informationen zum Fertigungsprozess und den in diesem Zuge verwendeten Materialien, Werkzeugen und Maschinen. Hersteller können somit lückenlos belegen, dass ein Produkt sämtliche Fertigungsschritte unter Einhaltung vorgegebener Werte durchlaufen hat. Im Umkehrschluss hat der Produzent alle wichtigen Informationen zu einem fehlerhaften Produkt und kann auf deren Basis korrigierende Maßnahmen für die Zukunft ableiten.


Mag. Maren Niedermaier ist Gruppenleiterin Consulting bei der Industrie Informatik GmbH.


Das könnte Sie auch interessieren:

Die Konsolidierung großer Datenmengen, um damit KI-Anwendungen für Produktionsprozesse zu entwickeln, fällt vielen Unternehmen noch schwer. Im Projekt ExDRa sollen Lösungen entstehen, die diesen Prozess spürbar vereinfachen. Dieser Text ist der Auftakt zu einer Artikelreihe zu den produktionsbezogenen Initiativen des vom BMWi geförderten Technologieprogramms Smarte Datenwirtschaft.‣ weiterlesen

Rockwell Automation hat einen neuen CTO. Zum 1 Juli hat Cyril Perducat das Amt des Chief Technology Officers übernommen.‣ weiterlesen

Um schon vor der Lieferung einer Werkzeugmaschine Einblicke in ihre Leistungsfähigkeit zu ermöglichen, arbeitet die Schweizer Starrag-Gruppe mit der NC-Simulationslösung Vericut. Anhand der ermittelten Daten lassen sich die für später angedachten NC-Programme feinjustieren, noch bevor die Maschine ihr Werk verlässt.‣ weiterlesen

Viele Firmen befassen sich gerade mit der Neuausrichtung Ihrer Lieferketten. Dabei bietet das europäische Estland auf einer Fläche so groß wie Niedersachsen beispielhafte Digitalisierungs- und Fertigungsexpertise. Zusammen mit dem vergleichsweise einfachen Marktzugang, der räumlichen Nähe und dem Rahmen der EU-Gesetzgebung dürfte das kleine Land ein zunehmend wichtiger Partner der hiesigen Industrie bei ihrer digitalen Transformation werden.‣ weiterlesen

Änderungen in Personalzeitwirtschaft und Entgeltabrechnung gehören im HR-Management zu den oft ungeliebten, aber dennoch regelmäßig anstehenden Aufgaben. Jede Änderung in den Betriebsvereinbarungen, Gesetzesnovellen oder tarifliche Neuregelungen verlangen die Überarbeitung von Schemen und Regeln in den Personalabteilungen. Und auch Adhoc-Änderungen müssen unmittelbar umgesetzt werden.‣ weiterlesen

ERP-Branchenlösungen sollen Standardgeschäftsprozesse und Spezialfunktionen unter einen Hut bringen. Innovachem für mittelständische Chemieunternehmen verbindet den Systemkern aus Basis von SAP S4/Hana etwa mit Modulen zur Rezepturentwicklung und Compliance-Prüfung. Das erspart so manche Programmierarbeit und Schnittstellenpflege.‣ weiterlesen

Aras Software hat einen neuen Geschäftsführer. Peter Schoppe hat mit Wirkung zum 1. Juli die Leitung des Plattformanbieters übernommen.‣ weiterlesen

Er ist schnell, leicht und verbraucht wenig Treibstoff: Der Hochgeschwindigkeits-Helikopter Racer kann Fluggeschwindigkeiten von bis zu 400km/h erreichen. Die Schalenbauteile seiner Außenhaut werden mit einem neuartigen Fertigungsverfahren hochautomatisiert hergestellt. Ein Forscherteam des Fraunhofer IGCV hat die Methode gemeinsam mit Airbus Helicopters entwickelt.‣ weiterlesen

Dualis hat den neuen Hauptsitz des Unternehmens in Dresden bezogen. Der reguläre Arbeitsbetrieb begann am 19. Juli.‣ weiterlesen

Kawasaki Gas Turbine Europe plant, produziert, installiert und wartet Gasturbinen. In Bad Homburg befindet sich das europäische Zentrallager des Tochterunternehmens von Kawasaki Heavy Industries. Um dort fehleranfällige Prozesse abzulösen, hat das Unternehmen eine Lagerwirtschaftslösung eingeführt, die alle Transportbewegungen dokumentiert.‣ weiterlesen

Störungen in der Lieferkette können schnell zu Problemen führen. Jaggaer hat vier Tipps zusammengestellt, wie Unternehmen Schwachstellen in der eigenen Lieferkette identifizieren können.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige