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Roboter Aided Quality

Der Prüfroboter mit dem scharfem Blick

Bei Menschen schleichen sich zuweilen Fehler ein, wenn sie länger monotone Arbeiten ausführen. Kein Problem für Roboter. In der Qualitätsprüfung kann das System Kitov One etwa – mit künstlicher Intelligenz unterstützt – Baugruppen und Systemeinheiten inspizieren.

Soll-Ist-Vergleich fehlende Schraube (Bild: ATEcare Service GmbH & Co. KG)

Soll-Ist-Vergleich fehlende Schraube (Bild: ATEcare Service GmbH & Co. KG)

In der industriellen Fertigung machen Digitalisierung und Robotik viele manuelle Tätigkeiten überflüssig. Doch die visuelle Qualitätskontrolle der Produkte wird noch oft durch menschliche Arbeitskräfte übernommen. Eine ermüdende Aufgabe, bei der es vorkommen kann, dass mangelhafte Produkte durchgewunken werden. Treten die Defizite eines Produktes dann zu einem späteren Zeitpunkt zutage, kann das zu kostspieligen Ausfällen führen und mit Nacharbeiten verbunden sein.

Roboter, Vision und KI

Solchen Fällen möchte das israelische Unternehmen Kitov mit der Lösung Kitov One vorbeugen, einem System zur automatischen visuellen Sichtprüfung. Das Robotersystem vereint Inspektions- und Bildverarbeitungstechnologie, Robotik und künstliche Intelligenz. Es ist in der Lage, verschiedene Materialien wie Kunststoffe, 1D- und 2D-Barcodes, Beschriftungen (OCR, OCV), Schrauben, Steckverbinder und Anschlüsse zu inspizieren. Das System prüft, ob Komponenten wie Bauteile vorhanden und richtig verbaut sind. Zudem übernimmt es die einfache Oberflächeninspektion der sichtbaren Flächen eines Produkts. Für die Inspektion können die zu kontrollierenden Produkte mit mobiler oder stationärer Robotik an den Kitov One herangefahren werden. Die generierten Testergebnisse und Bilder lassen sich in Reports einbinden, exportieren und mit unterschiedlichen Archivierungslösungen gespeichert werden. Darüber hinaus ist es möglich, während der Produktion angefertigte 2D-Bilder an anderen Arbeitsplätzen zusammenzuführen.

Der Kitov One hat das Potenzial, Inspektionsaufgaben selbstständig zu lösen. Dabei lässt sich der flexible Roboter an das dynamische Umfeld einer Produktion anpassen – nicht nur in der Elektronikproduktion. (Bild: ATEcare Service GmbH & Co. KG)

Der Kitov One hat das Potenzial, Inspektionsaufgaben selbstständig zu lösen. Dabei lässt sich der flexible Roboter an das dynamische Umfeld einer Produktion anpassen – nicht nur in der Elektronikproduktion. (Bild: ATEcare Service GmbH & Co. KG)

Sehr genau

Das Inspektionssystem kann überall dort eingesetzt werden, wo komplette Produkte hergestellt werden. Außerdem kann das System in bestehende Fertigungen eingebunden und an die Anforderungen unterschiedlicher Applikationen angepasst werden. Dabei eignet sich die Technologie gleichermaßen zur Zwischenprüfung während der Montage als auch zur Endkontrolle eines fertigen Produktes. Das auf einen Bereich von 100m ausgerichtete Gerät erkennt dabei Strukturen, die das menschliche Auge nur schwer oder gar nicht mehr erfassen kann.

Selbstlernende Technik

Sobald die Programmierung anhand eines Vorgabeproduktes abgeschlossen ist, kann das Gerät unterschiedliche Produkte automatisch inspizieren. Damit das System die idealen Abstände aller seitlichen Ansichten und der Draufsicht erkennen kann, muss der Bediener die Außenmaße oder die 3D-CAD-Daten eines Produktes in das Menü eingegeben. Auf Basis dieser Informationen erstellt die Technologie ein 3D-Modell und prüft das zu inspizierende Produkt. Zeigt das System Abweichungen an, kann der Bediener entscheiden, ob die Unregelmäßigkeit akzeptabel oder definitiv ein Fehler ist. Zeitgleich lernt das System Kitov One dadurch, wie die angezeigten Differenzen einzuordnen sind. Ist diese Lernphase abgeschlossen, kann der Roboter die menschliche Zuordnung übernehmen und Abweichungen weitgehend eigenständig kategorisieren. „Inzwischen ist das Gerät am Markt etabliert. Aktuell wird an einer Variante gearbeitet, die größere Dinge überprüfen kann. Außerdem sollen zukünftig weitere messtechnische Aufgaben eingebunden werden“, sagt Olaf Römer, Geschäftsführer von ATEcare, dem Vertriebspartner von Kitov. Weiter räumt er ein, dass der Kitov One zwar als hochpreisig einzustufen sei, dennoch stellt Römer einen Return on Invest von ein bis zwei Jahren in Aussicht.

Schwer zu inspizieren - verbogene Pins eines Steckers (Bild: ATEcare Service GmbH &; Co. KG)

Schwer zu inspizieren – verbogene Pins eines Steckers (Bild: ATEcare Service GmbH &; Co. KG)


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