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Stückgutlager

Prozesse trotzen Wind und Wetter

Der Einsatz – und somit auch der Absatz – von Agrarprodukten hängt stark von Einflüssen wie dem Wetter ab. In gewisser Weise müssen in dem Lager, in dem diese Güter umgeschlagen werden, also auch die Logistikprozesse dem Wetter standhalten. Bei der BSL Betriebsmittel Service Logistik sorgt dafür ein Warehouse Management System, welches durch die Lösung X-ControlCenter ergänzt wurde.

 (Bild: ©farbkombinat/ stock.adobe.com)

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Die BSL Betriebsmittel Service Logistik GmbH & Co. KG (BSL) hat ihren Sitz in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel und erzielt mit ihren 230 Mitarbeitern einen Umsatz von 750 Millionen Euro. Durch Untervertriebsorganisationen und Partnerfirmen verfügt die BSL über eine Gesamtanlagenkapazität von mehr als 60.000 Tonnen Saatgetreide. 100.000 Tonnen Agrarstückgut beträgt die jährliche Umschlagsleistung der beiden schleswig-holsteinischen Standorte Neumünster und Lübeck. Um die Lagervorgänge zu beschleunigen, setzt die BSL schon seit vielen Jahren auf eine Software für das Warehouse Management. Mit deren Hilfe erstellten die Mitarbeiter bis vor Kurzem die Auftragslisten und händigten diese in ausgedruckter Form an die Lageristen aus. Diese arbeiteten die einzelnen Punkte dann nach und nach ab. Die Hauptaufgabe ist das Ein- und Auslagern sowie Kommissionieren von Agrar-Stückgutprodukten. Die Mitarbeiter bewegen insgesamt große Volumina, die dann auch Sammelplätze wie die Ladezone im Handumdrehen füllen. Was an sich kein Problem wäre, würden die zum Anliefern und Abtransportieren der Waren notwendigen LKW stets getreu dem Zeitplan eintreffen. Die Verantwortlichen bei der BSL wollten die Prozesse im Lager umgestalten und optimieren, um damit auch die Zusammenarbeit zwischen dem Lager und der Disposition zu verbessern.

Passgenau ergänzt

Während der Suche nach einer Software, die das Lager-Management um Funktionen zur automatischen Auftragsvergabe an die Mitarbeiter ergänzt, stießen die Verantwortlichen der BSL auf X-CC von IGH Infotec. X-CC ist eine an SAP WM angedockte Lösung, die auf die im ERP-System gespeicherten Stammdaten zurückgreift und so ohne doppelte Datenhaltung auskommt. Der Clou an X-CC ist, dass man mit Hilfe der Software auf Veränderungen von Prioritäten reagieren und die Aufträge anders vergeben kann. „Anstatt vorgedruckte Listen abzuarbeiten, können unsere Lageristen dank des Gespanns aus Warehouse Management Software und X-CC je nach Anforderung reagieren“, sagt Frau Drescher, Betriebsleiterin bei der BSL in Lübeck. Einer der Bausteine, der diese Reaktion möglich macht, ist das mobile Endgerät (Personal Digital Assistant, PDA), mit dem die Lagermitarbeiter umgehen. Es ersetzt den einst ausgeteilten Zettel und zeigt dem Mitarbeiter den zu kommissionierenden Auftrag. Mittels des integrierten Barcodelesers erfasst der PDA die Daten des jeweiligen Auftrags, sodass die Software immer weiß, an welchem Ort der Lagerist eine Position bei ungesteuerten Einlagerungen hinterlegt hat. Bei gesteuerten Einlagerungen, bei denen die Software den Lagerplatz vorgibt, beziehungsweise bei standardmäßig systemgestützten Auslagerungen bestätigt der Scan, dass die korrekte Position erfasst wurde. Das Zuteilen aller Aufträge übernimmt ein Angestellter der BSL mittels des ‚Lager Cockpits‘, der zentralen Komponente der Erweiterung. Erfährt der Lagerleiter beispielsweise von einer Änderung, passt er die Priorisierung des damit verbundenen Ein- beziehungsweise Auslagervorgangs an. Die Software passt daraufhin die Reihenfolge der abzuarbeitenden Lagervorgänge automatisch an. „Seit wir den X-CC verwenden, haben wir eine bessere Übersicht über die Aufträge und können schneller auf Veränderungen reagieren“, sagt Herr Wettich, Betriebsleiter bei der BSL in Neumünster. Die für Einlagerungen notwendigen Transportaufträge übernimmt die Erweiterung aus der Warehouse Management Software. Sie weist den jeweiligen Auftrag entweder automatisch zu, oder ein Mitarbeiter übernimmt dies manuell. X-CC bedient sich bei all diesen Vorgängen der von der Warehouse Management Software erfassten Stammdaten, Transportaufträge oder Ressourcen. Sie erstellt keine Kopien dieser Datensätze, um Synchronisationsproblemen und inkonsistenten Daten vorzubeugen.

Die Software X-ControlCenter ergänzt die WMS-Lösung bei BSL. (Bild: IGH Infotec AG)

Die Software X-ControlCenter ergänzt die WMS-Lösung bei BSL. (Bild: IGH Infotec AG)

Geschickt teilen und lagern

Die Lösung greift auch auf die bereits vorhandenen Angaben zu den Lagerplätzen zurück und baut seine Listen darauf auf. Anders als beispielsweise SAP WM ist X-CC darüber im Bild, wie viele Mitarbeiter (Ressourcen) zu einem beliebigen Zeitpunkt bereitstehen und kann bei Bedarf dynamisch weitere Lageristen zu einem bestehenden Auftrag (Lagerbewegung) hinzuziehen. Engpässe werden dadurch reduziert. Natürlich können Mitarbeiter auch weiterhin manuell in die Kommissionierung eines Auftrages eingreifen. Der Lagerist kann beispielsweise die Auftragsposition ’schwere Säcke‘ über die Listenansicht vorziehen und die Auftragsposition ‚leichte Plastiktüten‘ auf die Säcke packen. Für die Darstellung dieser Listenansicht sind im Vergleich zum Handheld die größeren Displays der Terminals besonders gut geeignet, die an den Gabelstaplern angebracht sind. Die Erweiterung selbst basiert auf HTML5 und die Nutzeroberfläche passt sich automatisch an die Displaygröße an.

Immer in Kontakt

Eine der von den BSL-Lageristen am häufigsten genutzten Funktionen der Erweiterung ist der Messenger: Über ihn können Teamleiter jeden Mitarbeiter mit Informationen versorgen oder ihnen Fragen stellen, ohne das Lager durchqueren zu müssen. „Wir sparen erheblich Zeit durch den Wegfall der Wege“, sagt Frau Drescher. Davon abgesehen spart X-CC aber auch aufgrund der flüssigeren Prozesse viel Zeit ein. „Wir konnten acht Monate nach Einführung der Software bereits eine Effizienzsteigerung um 15 Prozent in unseren Lägern verzeichnen.“, sagt Herr Wettich. X-CC läuft derzeit an zwei Standorten der BSL und steuert somit 30 Mitarbeiter. Aufgrund der ausgesprochen positiven Erfahrungen überlegen die Verantwortlichen, die Software nach und nach auch an den übrigen Lagerstandorten des Unternehmens einzusetzen. Schließlich gibt es auch dort Optimierungspotenzial, das sich mit einer automatisierten Lösung heben lässt.


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