Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Interview mit Michael Ruchty, Messeleiter Logimat

„Messen sind die Informationsquelle schlechthin“

Seit 2018 verantwortet Michael Ruchty für den Veranstalter Euroexpo die Logimat in Stuttgart. Im Gespräch mit der IT&Production spricht Michael Ruchty über Messen als Informationsquelle und darüber, was die Logimat in diesem Jahr zu bieten hat.

(Bild: Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH)

(Bild: Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH)

Es heißt, die Digitalisierung sei in den Unternehmen angekommen. Was heißt das für die Intralogistik?

Michael Ruchty: Es kommen von Seiten der Hersteller seit Jahren zunehmend smarte Lösungen und Tools auf den Markt, die den Kunden ermöglichen, Prozesse zu digitalisieren und Geschäftsmodelle neu auszurichten. Beispiele dafür gibt es in allen Messehallen zu entdecken, sei es im Bereich der Kommissionierung z.B. mit dem Einsatz von Datenbrillen, intelligenten Behältern oder selbstfahrenden Transportsystemen. Im gleichen Maße wie die Besucher sind die Player solcher Systeme selbst auch dabei, Strategien zur Digitalisierung ihrer eigenen Prozesse und der Organisation zu entwickeln und schrittweise umzusetzen.

Der Weg zu Produktinformationen ist heutzutage meist nur einen Klick entfernt. Welchen Mehrwert bringt der Besuch der Logimat?

Ruchty: Der Besucher findet vor Ort ‚Produkte und Lösungen zum Anfassen‘ verschiedenster Anbieter, die er direkt miteinander vergleichen kann. Ich halte Messen für die Informationsquelle schlechthin, gerade wenn es sich um erklärungsbedürftige Produkte handelt, die an die individuellen Anforderungen des Unternehmens angepasst werden müssen. Die Logimat ist außerdem eine Messe mit Mehrwert, d.h. sie bietet neben der reinen Fachausstellung ein Rahmenprogramm aus über 30 Fachforen für persönliches Wissensupdate und Networking. Ich bin davon überzeugt, dass auch in den nächsten Jahren weiterhin Menschen Geschäfte mit Menschen machen.

Viele Fachmessen umwerben die Technologie-Unternehmen als Aussteller mit eigenen Sonderflächen. Wie ist die Logimat diesbezüglich aufgestellt?

Ruchty: Die gesamte Logimat ist, was die Themen in den Hallen betrifft, natürlich klar strukturiert, damit der Besucher eine einfache Orientierung hat. Als eine Art Sonderfläche haben wir jetzt im vierten Jahr in Folge den vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Gemeinschaftsstand ‚Innovation Made in Germany‘ für junge Unternehmen. In der Halle 7 präsentieren sich dort zwölf Startups aus den Bereichen Distribution, Materialfluss und Software. Die speziell auf die Prozesse der Handelslogistik ausgerichtete Informationsplattform TradeWorld präsentiert sich ebenfalls auf einer Art Sonderfläche im Atrium Eingang Ost. Neben Ausstellerangeboten gibt es hier eine eigene Vortragsreihe mit Themen zur Handelslogistik.

Was wird Besuchern der Logimat 2020 in Erinnerung bleiben?

Ruchty: Jeder Messebesucher kommt hoffentlich mit konkreten Lösungen und Denkanstößen zurück, denn er hat auf der Messe die Möglichkeit, sich neue Wissensgebiete zu erschließen. Ich bediene mich in dem Fall gerne dem berühmten Zitat von Goethe „Man sieht nur, was man weiß“. Es ist deshalb schwer zu beantworten, ob es die neue Roboterlösung ist, bei der der ‚Griff in die Kiste‘ bereits heute Realität ist oder eine andere bahnbrechende Innovation. (ppr)


Das könnte Sie auch interessieren:

Falsch geplante Anlagen können unnötige Kosten in großer Höhe verursachen. Sorgfältiges Engineering zeichnet sich dadurch aus, gängige Fallstricke zu vermeiden und verfügbare technische Hilfsmittel wie CAD-Tools und Virtual Reality passend einzusetzen.‣ weiterlesen

Wie bereits im April blieb der Auftragseingang der deutschen Maschinenbauer auch im Mai weit unter dem Niveau des Vorjahres. Die Bestellungen blieben 28 Prozent unter dem Vorjahreswert.‣ weiterlesen

Selbst in hoch automatisierten Fertigungsumgebungen gibt es Maschinenbediener, Instandhalter oder Logistikmitarbeiter, die eine Produktion beobachten und eingreifen. Und solange Menschen Verantwortung tragen, müssen Informationen im Werk vermittelt werden. Mit einer Andon-Anwendung lässt sich das motivierend und effizienzsteigernd strukturieren, gerade wenn weitere Prozessoptimierungsmethoden umgesetzt werden.‣ weiterlesen

Augenstein Maschinenbau plant, entwickelt und fertigt individuelle Automatisierungslösungen für Produktionsprozesse. Eine Visualisierungssoftware liefert dabei früh ein erstes Bild der Anlage. Das schafft Klarheit und hilft dem Vertrieb quasi nebenbei, den Auftrag überhaupt an Land zu ziehen.‣ weiterlesen

Im Projekt ‘Kitos – Künstliche Intelligenz für TSN zur Optimierung und Störungserkennung‘ arbeiten Wissenschaftler und Ingenieure gemeinsam an Lösungen für ein dynamisches Netzwerkmanagement in der Industrie.‣ weiterlesen

Laut statistischem Bundesamt hat sich die Industrie im Mai von den Einbrüchen verursacht durch die Corona-Pandemie etwas erholt. Die Produktion legte zu, verfehlt das Mai-Ergebnis des Vorjahres jedoch um 19,3 Prozent.‣ weiterlesen

Zwei Drittel (66 Prozent) der Unternehmensleiter weltweit sind optimistisch, dass sich der europäische Markt relativ schnell vom wirtschaftlichen Abschwung durch die COVID-19-Pandemie erholen wird. Das geht aus einem Report des Beratungsunternehmens Accenture hervor, der auf einer Umfrage unter fast 500 C-Level-Führungskräften in Europa, Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum in 15 Branchen basiert.‣ weiterlesen

Wie die Kommunikation in der Arbeitswelt zukünftig aussehen kann, erforschen derzeit die Fraunhofer-Institute für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. Dabei steht der digitale Zwilling im Mittelpunkt.‣ weiterlesen

Der ERP-Anbieter Proalpha hat einen neuen Chief Sales Officer. Zum 1. Juli hat Michael T. Sander die Position übernommen. Er folgt auf Andree Stachowski.‣ weiterlesen

Ein Produkt online konfigurieren und sofort bestellen: Was für Verbraucher alltäglich ist, gewinnt auch im B2B-Bereich an Bedeutung. Mit dem Configure-Price-Quote-Ansatz und entsprechender Software kann diese Variantenvielfalt angeboten werden, ohne den Vertrieb zu überlasten oder die Customer Journey aus dem Blick zu verlieren.‣ weiterlesen

Kürzere Durchlaufzeiten, Abläufe und Sequenzen simulieren und frühe Aussagen zu Konzepten und deren Verifikationen treffen zu können - das waren die Wünsche der österreichischen SEMA Maschinenbau. Die Software IndustrialPhysics von Machineering leistet genau das.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige