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In Regelkreisen aus der Krise

MES als Hebel für Resilienz

Das Jahr 2020 hat zu Engpässen in Lieferketten und Produktionsprozessen geführt und viele Unternehmen haben erkannt, dass ihre Organisation weniger widerstandsfähig ist als gedacht. Das Manufacturing Execution System kann zum Hebel werden, die Resilienz zu erhöhen.

Bild: ©photoschmidt/stock.adobe.com

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In Krisenzeiten merkten viele Unternehmen, dass ihre Systeme und Organisation nicht mehr die gewünschten Ergebnisse erzielen konnten – auch wenn es vorher glatt lief. Große Autohersteller mussten die Produktion stoppen, weil unscheinbare Massenbauteile fehlten. An anderen Stellen stockte die Inbetriebnahme von Anlagen, weil Servicetechniker nicht anreisen durften. Anlagen pausierten, weil ein banales Verschleißteil defekt war, aber die Ersatzteillieferung aus China auf sich warten ließ. Vor dem Hintergrund der Krisen-Erfahrungen aus dem Jahr 2020 haben 93 Prozent der Unternehmen einer McKinsey-Studie zufolge das Thema Resilienz auf die Agenda gesetzt und planen, sich widerstandsfähiger aufzustellen.

Neue Kennzahlen im Aufwind

Sich mit kontinuierlichen Verbesserungsprozessen (KVP) weiterzuentwickeln gehört schon lange zum Handwerkszeug vieler Unternehmen. Durch die Messung von Key Performance Indikatoren (KPI) können Unternehmen nicht nur Effizienzpotentiale identifizieren. Die Messung und Analyse der Kennzahlen liefern Ansätze, an welchen Stellen das Unternehmen stabilisiert werden kann und muss. Das Manufacturing Execution System (MES) bildet in seiner Funktion als Datendrehscheibe die Grundlage.

MES verbindet

Das MES verbindet als Plattform – idealerweise voll in die anderen Bestandteile der Unternehmens-IT integrierte – Daten aus dem Shopfloor mit denen aus der Warenwirtschaft. Es entsteht ein geschlossener Regelkreis zwischen der Produktion und ERP-System. Diese vertikale Integration ermöglicht einen aktuellen, vollständigen und zentralen Blick auf die Daten, die im Herstellungsprozess anfallen und sich jederzeit detailliert auswerten lassen. Kostentreiber und Schwachstellen in den Unternehmensprozessen können so identifiziert werden. Management und Produktionscontrolling erhalten Ansatzpunkte, um Prozesse in der Fertigung und die Qualität der Produkte gezielt zu verbessern. Die erforderlichen Kennzahlen, etwa die prozentuale Ausschussquote, die durchschnittliche Geschwindigkeit oder der Energieverbrauch, stehen in Tages-, Monats- und Jahresberichten zur Verfügung. Da durch die Implementierung eines ME-Systems die Kennzahlen für alle Standorte einheitlich definiert sind, kann auch die Produktivität einzelner Werke und Maschinen miteinander verglichen werden.

Ersatzteile krisenfest verwalten

Zusätzlich bieten Manufacturing-Execution-Systeme Ansätze für Optimierungen, um ein Unternehmen widerstandsfähiger machen. Ein solcher Ansatz ist beispielsweise die maßnahmenbezogene Erfassung von Daten der Instandhaltung. Die Kombination einer Bestandsführung von Ersatzteilen mit der Verbrauchsbuchung auf Instandhaltungsaufträge bietet nicht nur Potenzial für Kosteneinsparungen und die Reduzierung des Umlaufvermögens. Auch das Risiko, dass die Produktion wegen fehlender Verschleißteile steht, kann besser beziffert und bewertet werden. Dadurch können kritische Teile wieder stärker als bisher auf Vorrat eingekauft und gelagert werden, weil vielleicht eine schnelle Nachlieferung nicht immer gesichert werden kann.

Mit dem Lager verzahnt

ME-Systeme sind zudem eng mit der Lagerverwaltung verzahnt. Mitarbeiter können so überblicken, ob Fertigungsaufträge aufgrund der aktuellen Materialsituation begonnen werden können. Anhand des verfügbaren Bestands kann man auch entscheiden, einen Auftrag zurückzustellen, bei dem im weiteren Verlauf eine Unterbrechung wegen Materialmangels droht. So werden Stillstände vermieden, wenn es in der Lieferkette hakt und Vorprodukte fehlen.

Verbrauchskosten im Blick

Weniger auf akute Krisen als auf die langfristige Klimakrise zielt eine weitere MES-Fähigkeit: Denn Potential bietet auch die Auswertung von Druck-, Durchfluss- oder Temperatursensoren – Informationen, die ein MES sammelt. Dadurch zeigt sich, welche Auswirkungen Entscheidungen auf Verbrauchskosten haben. So kann beispielsweise vermieden werden, dass eine Energiespitzlast beim Anfahren einer Maschine genau dann anfällt, wenn Strom besonders teuer ist. Dies ist gerade für Unternehmen aus energieintensiven Branchen wie der Automobil-, Papier- oder Stahl-Fertigung von Vorteil. Zugleich erhalten Unternehmen Ansätze, um die Produktion CO2-neutraler und umweltschonender aufzustellen.

Schneller werden

Eine Lehre aus dem vergangenen Jahr ist, dass Unternehmen in der Krise kaum Zeit haben, sich zu stabilisieren. Mit einem klassischen KVP-Ansatz kann es Jahre dauern, die Prozessverbesserungen praktisch umzusetzen. Wer über durchgehend digitalisierte Prozesse und die entsprechende IT-Landschaft verfügt, kann in vielen Fällen schneller reagieren. Ein Manufacturing Execution System bildet dabei oft das Herzstück eines solchen Vorgehens. Es hilft dabei, sich resilienter aufzustellen und Unternehmen haben die Möglichkeit, schneller aus den Startlöchern zu kommen, wenn sich neue Chance bieten.


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