Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Materialflüsse im Phoenix Contact-Werk Herrenberg

Produktion und Logistik auf Lieferperformance getrimmt

Handschuhscanner in Verbindung mit Handhelds im Smartphone-Design kommen auf den Routenzügen und auf dem Schmalgangstapler zum Einsatz. (Bild: Viastore Group)

Handschuhscanner in Verbindung mit Handhelds im Smartphone-Design kommen auf den Routenzügen und auf dem Schmalgangstapler zum Einsatz. (Bild: Viastore Group)

Automatisch be- und entladen

Die aus der Produktion kommenden Routenzüge stellen die mit Waren beladenen Racks in die Be- und Entladestation. Ein kleines feststehendes Regalbediengerät ent- und belädt die Racks automatisch mit Behältern, die die Waren für die Produktion enthalten. Diese warten bereits in einem Sortierpuffer, der über die Fördertechnik aus dem AKL bedient wird. Jedes Rack wird mit genau dem beladen, was eine bestimmte Arbeitsplatzinsel in der Produktion benötigt. Die Mitarbeiter legen die gefertigten Waren ebenfalls in den Racks ab, die an den Produktionsinseln abgestellt sind und bei der nächsten Tour des Routenzuges mitgenommen werden. Um die vollautomatische Be- und Entladung realisieren zu können, hat Phoenix Contact Connector Technology neue Ladehilfsmittel für die Produktionsversorgung beschafft. Insgesamt vier verschiedene Behältertypen sind heute im Werk Herrenberg im Einsatz – in zwei Grundmaßen und zwei Höhen. Diese werden auch von den Lieferanten genutzt, die mit ihnen das von Phoenix Contact bestellte Material auf Paletten anliefern. Auch hier automatisiert das Unternehmen: Ein Knickarmroboter mit Multifunktionsgreifer nimmt die Palettendeckel ab und setzt die Behälter zum Einlagern auf ein Transportband.

Einheit von Software und Anlagentechnik

Das Lager- und Materialfluss-Management-System Viadat 9.0 des Stuttgarter Intralogistik-Spezialisten steuert und verwaltet sämtliche Prozesse. „Wir betrachten Anlagentechnik und Software als Einheit“, sagt Reiner Schäfer. Viadat lässt sich durch seine Skalierbarkeit und seinen modularen Aufbau bei Bedarf mit Funktionen, Lagertypen oder Schnittstellen erweitern. „Aufgrund der hohen Artikelvarianz und Flexibilität haben wir die Routenzugsteuerung und die Palettierstation in Viadat integriert“, erläutert Stefan Rueß. Zudem konnte das WMS die Verantwortlichen bei Phoenix Contact durch seine Unabhängigkeit von Plattformen und Systemen überzeugen. „Zunächst musste die Lager- und Materialflussmanagement-Software über eine Schnittstelle zu unserem ERP-System Abas verfügen“, skizziert Reiner Schäfer die Anforderungen. „Sie sollte aber auch für einen späteren Wechsel zu SAP geeignet sein.“ Kein Problem für das Warehouse Management System, da es Standardschnittstellen zu gängigen ERP-Systemen beinhaltet.

Ein Routenzug pro Etage verknüpft Produktion und Lager miteinander. Jeder Zug ist mit jeweils zwei Wagen oder Rahmen ausgestattet. (Bild: Viastore Group)

Ein Routenzug pro Etage verknüpft Produktion und Lager miteinander. Jeder Zug ist mit jeweils zwei Wagen oder Rahmen ausgestattet. (Bild: Viastore Group)

Bedienung auch mit Wearables

Die Lager-Mitarbeiter bedienen das System an den manuellen Arbeitsplätzen mithilfe von Touchscreens. Innovative Handschuhscanner in Verbindung mit Handhelds im Smartphone-Design kommen auf den Routenzügen und auf dem Schmalgangstapler zum Einsatz. „Mit der sehr übersichtlichen Visualisierung auf dem Dashboard ermöglicht Viadat es uns, alle Leistungsparameter der Anlage im Blick zu haben und eventuelle Störungen schneller zu beseitigen“, ergänzt Schäfer.

Gesteigerte Lieferperformance

Mit dem neuen Fertigungs- und Logistikkonzept kann Phoenix Contact Connector Technology die Produktionsversorgung wie geplant straffen, die Prozesse laufen heute wesentlich effizienter „Durch die neue Struktur sind wir in der Lage, kurzfristig die Produktion umzustellen und den Kunden ein Höchstmaß an Lieferperformance zu bieten“, sagt Reiner Schäfer sichtlich begeistert. Und mit der flexiblen und skalierbaren Lagertechnik und Produktionsversorgung hat das Unternehmen bereits die Basis für zukünftige Erweiterungen geschaffen.

Das WMS Viadat visualisiert Kennzahlen zu intralogischen Prozessen. (Bild: Viastore Group)

Das WMS Viadat visualisiert Kennzahlen zu intralogischen Prozessen. (Bild: Viastore Group)


Das könnte Sie auch interessieren:

Seit 1. Juli ist die Desys Gruppe Teil des PLM- und Engineering Spezialisten Technia. Das Unternehmen will mit dem Zusammenschluss seine Rolle als globaler Partner von Dassault Systèmes unterstreichen, heißt es in der Pressemeldung.‣ weiterlesen

Die Anlagen des Sondermaschinenbauers Albert & Hummel werden komplexer, sollen aber gleichzeitig möglichst schnell geliefert werden. Um diesen Zielkonflikt aufzulösen, orchestriert der Hersteller das Zusammenspiel von Mechanik und Software mit der Anwendung iPhysics zur virtuellen Inbetriebnahme.‣ weiterlesen

Version 9 des ERP-Systems Proalpha ist auf dem Markt. Das Release soll als Wegmarke des Software-Herstellers zum Anbieter einer Technologieplattform gelten, die künftig die Lösungen anderer Softwarefirmen der Unternehmensgruppe verknüpft. ‣ weiterlesen

Um der steigenden Nachfrage nach Kunststoff-Hybrid-Bauteilen gewachsen zu sein, setzt der Automobilzulieferer KE seit September 2021 auf eine verkettete Anlage mit zwei Spritzgießmaschinen und sechs Robotern. Dadurch ist es gelungen, den Output signifikant zu steigern.‣ weiterlesen

Zerspaner müssen sich intensiv mit hoher Variantenvielfalt, kleinen Losgrößen und langen Rüstzeiten befassen, um wettbewerbsfähig zu fertigen. MES-Software mit Advanced Planning and Scheduling-Funktionalität hilft, die Herausforderungen der Branche anzugehen.‣ weiterlesen

Weltweit steckt der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) noch in den Kinderschuhen. Die Mehrheit der Unternehmen, die KI einsetzen, experimentieren laut einer Accenture-Untersuchung in diesem Bereich noch. 12 Prozent nutzen die Technologie mit einem KI-Reifegrad, der einen starken Wettbewerbsvorteil bringt, so das Ergebnis der Studie.‣ weiterlesen

Thomas Herrguth verantwortet seit 1. Juli das Deutschlandgeschäft bei VMware. Sein Vorgänger Armin Müller konzentriert sich nun auf seine Rolle als Vice President CEMEA bei VMware.‣ weiterlesen

Bei Predictive-Quality-Anwendungen kann es sich auszahlen, nicht auf die Cloud, sondern auf Edge Computing zu setzen – vor allem dann, wenn es schnell gehen muss, erläutert Data-Science-Spezialist LeanBI.‣ weiterlesen

Der ERP-Auswahlberater Trovarit begleitete Buhmann Systeme bei seiner Software-Neuausrichtung von der Prozessanalyse bis zur Systemauswahl. Ein zentrales Element war der Anforderungskatalog mit 850 Punkten. Im Marktvergleich bot die Software AMS.ERP die höchste Abdeckung - und ihr Hersteller erhielt den Zuschlag.‣ weiterlesen

Gemeinsam wollen Siemens und Nvidia das industrielle Metaverse erschließen. Die Unternehmen wollen dafür ihre Partnerschaft ausbauen und durch die Verknüpfung von Nvidia Omniverse und Siemens Xcelerator realitätsgetreue digitale Zwillinge ermöglichen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige