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Maschinendaten in der Cloud

IoT-basierte Services

Vecoplan nutzt bereits seit 2008 Fernzugriffsfunktionen für seine Maschinen. Mithilfe des IoT-Spezialisten Ixon hat der Maschinenbauer dieses Angebot ausgeweitet und bietet heute sogar Kameraüberwachung für seine Recyclingmaschinen an.

Mit der Kamera-Funktion können die Kunden ihre Maschinen in Echtzeit verfolgen. (Bild: Vecoplan AG)

Mit der Kamera-Funktion können die Kunden ihre Maschinen in Echtzeit verfolgen. (Bild: Vecoplan AG)

Vecoplan, mit Sitz in Bad Marienberg, ist ein Anbieter von Maschinen und Anlagen für die Aufbereitung und das Handling von Primär- und Sekundärrohstoffen. 2014 eröffnete das Unternehmen ein eigenes Technologie Center. Im VTC (Vecoplan Technology Center) werden pro Jahr 220 Tests gefahren. Mit 10 Schreddermaschinen gilt es als Zentrum für Zerkleinerungstechnik und Tests für Kundenanwendungen. An diesem Standort werden auch digitale Anwendungen getestet, bevor sie von Kunden verwendet werden.

Fernzugriff schon 2008

Zwar bietet Vecoplan Anwendern bereits seit 2008 Fernzugriff auf seine Maschinen an – angetrieben von dem neuen Technology Center haben sich die Pläne allerdings schnell vergrößert. „Wir wussten, dass wir noch viel mehr aus der Konnektivität rausholen konnten“, sagt Daniel Kessler, Head Of Electrical Department bei Vecoplan. 2018 entstand die Vision, Maschinen nicht nur zu verbinden, sondern auch in Echtzeit Maschinendaten zu sammeln, auszuwerten und zu visualisieren. Aus der Vision entstanden Entwicklungsprojekte und Testläufe. Seit Januar 2021 werden die Maschinen mit Routern des IoT-Spezialisten Ixon ausgestattet. Beim Maschinenbauer läuft das digitale Serviceangebot unter dem Namen VSC.connect und umfasst unterschiedliche Features, die vom Fernzugriff über Datenanalyse, bis hin zur Kamera-Liveüberwachung per Smartphone reichen. „In nicht einmal zwei Monaten hatten wir unsere eigene App und unser Branding laufen“, resümiert Kessler. Vecoplans erster IXrouter wurde in Südamerika eingesetzt. „Wir haben eine Anlage in Peru stehen, die Inbetriebnahme haben wir von hier gemacht. Bedingt durch die Pandemie konnten wir nicht dorthin reisen um die Maschine in Betrieb zu nehmen“, so Kessler.

In die Maschine schauen

Derzeit nutzt Vecoplan hauptsächlich die VPN und Benachrichtigungs-Funktionen der Ixon-Lösung. „Unser Portfolio möchten wir aber mit weiteren Mehrwerten und Smarten Services anreichern“, sagt Kessler. „Zusätzlich bauen wir über einen HTTP-Tunnel eine Verbindung zu einer Kamera auf, sodass wir über die Ixon Cloud live in die Maschinen reinschauen können“. Letzteres bietet der Maschinenbauer seinen Kunden optional an. „Die Kamera ist dann in Gebrauch, wenn der Kunde die Option dazu bucht“, erklärt Kessler. Für Anwenderunternehmen ist dieser Service kostenfrei. „Wir bieten diesen Service an, damit der Kunde ein größeres Interesse hat die Maschine online zu bringen. In der Vergangenheit hatten wir oft das Problem, dass der Kunde die Maschinen nur bei einem akuten Problem verbinden wollte“. Mit der Kamera-Funktion entstehe ein Mehrwert für den täglichen Gebrauch. Kessler weiter: „Unsere Maschinen sind relativ hoch und geschlossen. Selbst vor Ort kann man nicht so einfach reinschauen.“ Das Kamera-Feature helfe den Maschinenfüllstand zu prüfen und die Maschine auf das eingeworfene Material zu optimieren.

Daten zur Performance

Dadurch, dass die Maschinen immer online sind, bekommt Vecoplan durch die Live-Maschinendaten Feedback zur Performance der Maschinen. „Als Maschinenbauer weißt du erstmal nur wie sich die Maschine verhält, wenn sie neu ist. Die Daten helfen uns zu verstehen wie sich die Maschine nach X Betriebsstunden verhält“, berichtet Kessler. Diese Maschinendaten werden dann für die Konstruktion von neuen Maschinen verwendet, sollen aber auch für die Anwendungstechniker von Nutzen sein. „Unsere Anwendungstechniker sind nah am Vertrieb und helfen unseren Kunden die auf ihre Anforderungen abgestimmten Maschinen anzubieten. Je mehr Rückfluss wir von tatsächlich installierten Maschinen haben, desto besser ist die Lernkurve, dass unsere Techniker dann auch die richtigen Maschinen auswählen“.

Service erweitern

Zukünftig möchte Vecoplan sein Service-Angebot weiter ausrollen. „Verstärkten Fokus möchten wir jetzt auf das Data Logging mit Ixon Cloud legen, dazu haben wir nämlich gerade ein Geschäftskonzept ausgearbeitet“, so Kessler an. Die Daten sollen Vecoplan dabei helfen, den Schritt Richtung Predictive Maintenance zu machen. „Wir möchten Kunden über ineffektive Nutzung der Maschinen triggern, aber gleichzeitig auch unseren After Sales Vetrieb vorbereiten, dass es möglicherweise sinnvoll ist Angebote für Ersatzteile loszuschicken“, sagt Kessler.


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