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IBM Maximo per Add-ons erweitern

Turbo für die Instandhaltung

Der Kartonagenhersteller Mayr-Melnhof Karton bildet seine Instandhaltung in der IBM-Lösung Maximo ab. Mit einer Reihe von Erweiterungen des Beratungshauses GIS konnte das produzierende Unternehmen die Bedienbarkeit und die mobile Systemnutzung der Konzernanwendung im Gegensatz zum Standard deutlich erweitern.

IBM Maximo per Add-ons erweitern

Bild: GIS Gesellschaft für integrierte Systemplanung mbH

Die Mayr-Melnhof Karton Gesellschaft m.b.H. (MM Karton) mit Sitz in Wien ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Hersteller von gestrichenem Recyclingkarton, mit wachsendem Sortiment von Frischfaserkartonsorten. Das Unternehmen produziert an sieben Standorten in Deutschland, Niederlande, Österreich und Slowenien mit einer Jahreskapazität von mehr als 1,7 Millionen Tonnen. MM Karton deckt damit eine Vielzahl von Märkten und Anforderungen ab. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der Komplexität der eigenen Produktionsanlagen und deren Instandhaltung wider. Als Instandhaltungsmanagementlösung setzt der Hersteller seit vielen Jahren IBM Maximo Enterprise Asset Management ein. Um den Zugang auch jenen Mitarbeitern zu erleichtern, die nur selten mit dem System arbeiten, sollten die Oberflächen in einem IT-Projekt einsteiger- und benutzerfreundlicher umgestaltet werden.

Suchfunktion erweitert

Dafür wurde ein offenes System gesucht, das sich am besten direkt von den Anwendern anpassen lässt. Auf dem IBM-Anwendertreffen vor drei Jahren entdeckte der Produzent schließlich das Modul Insight Explorer vom Beratungshaus GIS, ein Modul des Produktes Insight Control Panel. Zusammen mit der Suchanwendung Insight X-Ray vom gleichen Anbieter fand der Kartonagenhersteller eine passende Lösung und entschied sich, das System einzuführen. Nach einigen Monaten Livebetrieb hat sich einiges im Unternehmen verbessert: „Dieses Modul macht es unseren Anwendern möglich, auf sehr einfache und rasche Art Klartext-Ergebnisse zu suchen und zu finden. Somit bleibt unseren Anwendern die manuelle Eingabe umfangreicher Artikelnummern und komplizierter, kryptischer Attributnummern erspart. Nehmen wir als Beispiel eine Gleitringdichtung. Schon die Eingabe der ersten Buchstaben reicht aus, um die wichtigsten und für den Anwender relevanten Ergebnisse inklusive Artikelnummer, Lagerort sowie Klassifikationsnummer, Attribute et cetera zu erhalten“, sagt Voller-Niederl, Senior Application Engineer Corporate IT, Development bei der Mayr-Melnhof Karton Gesellschaft m.b.H.

Mobiles Arbeiten

Zudem gestaltete der Produzent ein Frontend, mit dem Anwender mobil Daten aus dem Instandhaltungssystem, der Enterprise Resource Planning-Anwendung und Produktions-IT ziehen und bearbeiten können. Strategisch sollte eine abgespeckte Version von IBM Maximo entstehen, die verschiedene Anwendergruppen rollenbasiert nutzen können. Was ihnen in der Software angezeigt wird, wurde zuvor als individueller Filter konfiguriert. Die Anwendung Insight Control Panel beinhaltet im Standard den Dateimanager Insight Explorer zur hierarchischen Darstellung des Anlagenbaums mit den Assets und allen in Zusammenhang stehenden Daten wie Störmeldungen, geplante Maßnahmen und anhängende Dokumente. Der Navigationsbaum zeigt hierarchische Strukturen, basierend auf den vorhandenen Relationen. Durch Konfiguration lassen sich verschiedene Sichtweisen konstruieren, etwa die funktionale und räumliche Sicht. Das soll Anwendern die Navigation zu einem bestimmten Objekt oder Informationen erleichtern.

Die GIS-Addons helfen dabei, die Inventur mit IBM Maximo zu verschlanken.

Bild: GIS Gesellschaft für integrierte Systemplanung mbH

Aktzeptanz folgt Bedienbarkeit

Den Nutzen der Erweiterungen illustrieren verschiedene Use Cases, die Hersteller und Softwarepartner entwickelt haben. Ein Fall betrifft etwa das Melden von Störungen, die Inventurabwicklung nach gesetzlichen Vorgaben (Vier-Augen-Prinzip, Bestandskorrekturen) und das Freigeben von Materialbestellungen. Das Besondere ist hier, dass die Lösungen auf die Arbeitsweise der Anwender zugeschnitten sind. Vor Einführung der mobilen Inventur wurde bei MM Karton per Hand gezählt, die Ergebnisse in ausgedruckte Vorlagen eingetragen und später in IBM Maximo übertragen. Dieser Umweg über Papier ist jetzt überflüssig, die Zählergebnisse wandern vom Mobilgerät direkt in die Instandhaltungsanwendung. Zudem werden Komponenten im Lager mit Barcodes gekennzeichnet, um sie auch per Scanner zu erfassen. Gerade gesetzlich vorgeschriebene Vier-Augen-Prüfungen gehen jetzt schneller von der Hand als zuvor.

Mobile Freigabe

Der Bedarfsanforderungsworkflow mit Freigabe für das Management war vor Rollout der Anwendung nur am Arbeitsplatz im IBM-System möglich. Jetzt lassen sich Freigaben über das Smartphone ortsunabhängig und jederzeit anstoßen. Die Rückmeldung von Reparaturaufträgen mit Schadensfotos, Bericht, Materialverbrauch und geleisteter Arbeitszeit befindet sich gerade im Betatest beim Produzenten. Bei diesem Anwendungsfall handelt es sich um eine Rückmeldemaske, die nur tatsächlich erforderliche Felder anzeigt und eine Suche nach relevanten Aufträgen unterstützt.

Bedienen über Browser

Parallel zu den Use Cases wurden bei MM Karton diverse Funktionalitäten zur Systembedienung via Browser entwickelt. Hier lag der Fokus insbesondere auf der Bearbeitung der Anlagenstruktur und der dort abgelegten Informationen zu geplanten Aufträgen. Mittels des Insight Explorers werden heute Verschiebungen – zum Beispiel bei Stilllegung von Assets und Standortänderungen – per Drag and Drop durchgeführt. Über den sogenannten Meldebaum recherchiert der verantwortliche Instandhalter, was an einem Asset alles zu tun ist und entscheidet, ob er neue Maßnahmen anlegt oder die Aufgaben bei den geplanten Reparaturen mit erledigen lässt.

Das Projekt geht weiter

Das Projekt zur Optimierung der Instandhaltungsanwendungen und der entsprechenden Prozesse ist noch lange nicht beendet. „Wir haben hier ein laufendes Projekt, das durch die enge Zusammenarbeit mit den Entwicklern des Lieferanten sehr kundenfreundlich abläuft und eine gute Plattform für immer neue Ideen bietet. Natürlich lassen sich Stolpersteine, gerade im Betatest, nicht vermeiden“, sagt Christian Voller-Niederl. „Kontinuierliches Interagieren führt aber auch zu praxistauglichen Lösungen. Wichtig ist uns, dass nicht nur einmal im Projekt eine gute Lösung kreiert wird, sondern wir diese auch mit eigenen Mitteln anpassen und weiterentwickeln können“, schildert Voller-Niederl weiter. Der nächste Meilenstein ist bereits in Arbeit. Die Projektbeteiligten sind damit beschäftigt, Analysen auf der Grundlage etwa von Sensoren und anderen Datenquellen zu ermöglichen. Diese sollen anschließend auf Dashboards visualisiert werden, um den Anwendern Hinweise zu den sinnvollsten Instandhaltungsmaßnahmen zu liefern.

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