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HSplan-Integration in SAP

Planzeit ermitteln, termintreu liefern

Fahrtreppe Modell Tugela von Thyssenkrupp im International Airport Hefei-Xinqiao, China (Bild: Thyssenkrupp AG)

Fahrtreppe Modell Tugela von Thyssenkrupp im International Airport Hefei-Xinqiao, China (Bild: Thyssenkrupp AG)

Bidirektionale Schnittstelle

Es erfolgte eine Kontaktaufnahme zu den HSplan-Entwicklern, die den Datenaustausch zwischen ihrem Planungswerkzeug und einem ERP-System alternativ über eine bidirektionale Schnittstelle, eine Einbettung per HSi-Arbeitsgang oder durch eine vollständige Integration realisieren. Im Herbst 2014 präsentierte HSi die SAP-Integrationslösung HSplan /IS SAP zur Planzeitermittlung. Die Basis bilden vorkonfigurierte Verfahrensbausteinen für Drehen, Fräsen, Bohren, Schweißen usw. Diese enthalten Regeln und Wertetabellen mit Technologiedaten zur Berechung der Planzeiten. Im Falle der Integration ergänzt das Modul die Arbeitsplanungskomponente der SAP-Software um die Funktion der Planzeitermittlung. Das heißt zusätzlich zum SAP-Standard wird unterhalb der Arbeitsvorgänge die Ebene der Arbeitsstufen eingeführt. So können im SAP-System beliebig viele Berechnungsbausteine pro Vorgang herangezogen und gespeichert werden. Der Arbeitsstufeneditor wird über die Symbolleiste in der Vorgangsübersicht aktiviert. Mit Mausklick auf einen angebotenen Verfahrensbaustein und Eingabe weniger Parameter wird zu einem aus der Stückliste ausgewählten Bauteil die Planzeitermittlung auf dem HSi-Server ausgelöst. Die ermittelten Zeiten und generierten Texte sowie alle Zwischen- und Endergebnisse der Berechnung werden für deren Dokumentation an SAP zurückgegeben. Zusätzlich zum Standard werden mit dem Normalarbeitsplan auch die Berechnungen der Planzeitlösung gespeichert. Der gesamte Prozess der Arbeitsplanung und Planzeitermittlung erfolgt in der SAP-Oberfläche. Die Kommunikation zwischen beiden Lösungen geschieht über einen Webservice. Ein Systemwechsel entfällt und es gibt keine redundante Datenhaltung. Mitte 2015 startete die Implementierung der Planzeitermittlung. Im Prinzip konnten die bereits vorkonfigurierten Verfahrensbausteine zunächst übernommen werden. Jedoch machte es Sinn, die jeweiligen Technologiedaten mit denen aus dem Maschinenpark sukzessive abzugleichen und wenn nötig anzupassen. Der Maschinenpark umfasst konventionelle Werkzeugmaschinen, moderne Bearbeitungszentren sowie spezielle Fertigungsmaschinen. Bedingt durch spezifische Bearbeitungsabläufe bedurften einige Bausteine auch im Regelwerk individueller Ergänzungen. Darüber hinaus galt es, für spezielle Maschinen wie Profilstanze, Räum- und Streckbieger entsprechende Bausteine zu entwickeln. Weitere Optimierungen sind möglich, indem Erfahrungswerte aus der Produktion in Form von Technologiedaten, Parametern und Anpassungen in den Regelwerken erfolgen. So können etwa beim Taschenfräsen günstigere Verfahrwege eingeschlagen werden, ein abweichender Materialabtrag gewählt oder Auswahl und Wechsel der Werkzeuge gestalten sich anders. Die Rückmeldung derartiger Maßnahmen aus dem Produktionsgeschehen beeinflusst die Planzeitermittlung. Aufgrund der häufigen Nutzung der Laserschneidanlage war es wichtig, den Verfahrensbaustein Laser um die funktionale Vielfalt zu ergänzen. Dadurch lassen sich nun Planzeiten für das reine Lasern oder Konturenstanzen sowie für das Senken, Gewindeschneiden und Entgraten ermitteln. Da die Laseranlage die Möglichkeit bietet, für den jeweiligen Fertigungsprozess ein Simulationsprogramm zu generieren, lag es nahe, diese zugrunde gelegte Bearbeitungszeit mit der entsprechenden Planzeit abzugleichen. Die Übereinstimmung war verblüffend und überzeugte letztlich die Maschinenbediener. „Generell ist uns an einem Feedback aus der Produktion gelegen. Sollten Irritationen in Bezug auf die Vorgabezeiten auftreten, gehen wir ins Gespräch. Dann kann gezielt analysiert werden, ob und wo ein Fehler vorliegt.“, so Christian Zobel. „Die zur Aktualisierung erforderlichen Maßnahmen beschränken sich meist auf nur wenige Eingaben. Eine entsprechende Parametereinstellung in den Technologiedaten führt zu Korrekturen und zu realistischen Planzeiten in der Arbeitsplanerstellung und Kalkulation.“

Berechnungsgrundlagen einsehbar

Alle Bauteile, deren Planzeiten mit HSplan/IS SAP ermittelt wurden, sind im Arbeitsplan des SAP-Systems gekennzeichnet und die zugehörigen Berechnungsgrundlagen sind abrufbar. So kann u.a. über die Funktion ‚Wiederholberechnung‘ eine schnelle und präzise Ähnlichkeitsplanung erfolgen. Abweichende Geometrieparameter werden in den Eingabedialogen korrigiert und es kann auf dieser Basis ein neuer Arbeitsplan erstellt werden. Außerdem können die bisherigen Berechnungen beim Kopieren des Arbeitsplans übernommen und automatisch aktualisiert werden. Mit der Funktion ‚Plan-import‘ lassen sich Arbeitsvorgänge mitsamt den Berechnungsparametern eines Arbeitsplans in einen anderen kopieren. Damit wird die Reproduzierbarkeit unterstützt und darüber hinaus lassen sich fertige Arbeitspläne, z.B. von Unterbaugruppen, komplett in übergeordnete Arbeitspläne als Kopie einfügen. Mit dem Einpflegen von kundenspezifischen Werkzeugen in die Verfahrensbausteine können die betroffenen, zwischenzeitlich mit dem Planungswerkzeug erstellten Arbeitspläne über eine ‚Massenänderung‘ in einem Zuge aktualisiert werden. Zu erwarten ist, dass sich der Planungsaufwand mit der automatischen Massenänderung in den nächsten Jahren weiterhin deutlich reduziert, da die Anzahl der mit der HSi-Software qualifizierten Arbeitspläne zunimmt. Die Nutzung der Planungssoftware führte bei Thyssenkrupp zum Effekt, dass man sich mit dem fertigen Werkstück intensiver als früher auseinander setzt. „Derartige Betrachtungen wirken sich durchaus auch auf die Optimierung und Qualität in der Fertigung aus“, sagt Dirk Becker. Und Christian Zobel fügt hinzu: „Die Zeit hat man sich früher gar nicht genommen. Beim Schätzen geht man nicht zwingend in die Details, sondern stützt sich vielmehr auf Ähnlichkeitsmerkmale. Klar liegt eine geschätzte Planzeit immer schneller auf dem Tisch. Doch es gilt abzuwägen, welcher Erfahrungshintergrund vorhanden ist und welchen Stellenwert nimmt das jeweilige Bauteil ein.“ Neue Technologien, Maschinen, Werkzeuge oder die Verwendung neuer Werkstoffe innerhalb des Maschinenparks lassen sich in die Technologiebasis der Lösung selbst einpflegen. Somit stehen stets exakte, belastbare Planzeiten der Arbeitsvorbereitung zur Verfügung und fließen in die Arbeitsplanung ein. Dirk Becker resümiert: „Als sehr vorteilhaft erweist sich, dass die erstellten Arbeitspläne und die Planzeiten bis ins Detail nachvollziehbar sind. Wir verzeichnen nachhaltig eine hohe Transparenz, eine kontinuierliche Prozessoptimierung sowie Planungs- und Investitionssicherheit.“

Antriebswelle einer Fahrtreppe (Bild: Thyssenkrupp AG)

Antriebswelle einer Fahrtreppe (Bild: Thyssenkrupp AG)


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