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Energiemanagement-Plattform bei Rehau

Verbrauchsbild erstellen und optimieren

Spezifische Ventilatorleistung (Bild: WiriTec GmbH)

Spezifische Ventilatorleistung (Bild: WiriTec GmbH)

Sensoren installiert

„Zu jedem der Systeme wollten wir Leistungskennziffern bestimmen, dazu mussten wir Sensorik installieren, speziell Stromzähler, Durchflussmesser, Temperatur- und Drucksensoren. Verbräuche mussten plausibilisiert werden, dies betraf die Stromverbrauchswerte, Wärmemengen der Heizung, Durchflüsse der Wasserpumpen, der Druckluft sowie der Kälteerzeuger“, beschreibt Stegemann die Systemeinführung. Es galt zu klären, wie die Drucklufterzeugung bei unterschiedlicher Produktionsauslastung abläuft und wie viele Kilowattstunden man für einen Kubikmeter Druckluft benötigt. Diese Fragen wurden mit der Systemeinführung beantwortet. Darüber hinaus wurden die einzelnen Werke dazu animiert, die notwendige Sensorik einzubauen. „Seit der Einführung der WiriTec C-Plattform im Jahr 2016 ist es bei uns bei Neu- und großen Umbauten vorgeschrieben, gleich entsprechende Sensorik einzuplanen und zu verbauen“, so Stegemann.

Unerkannte Möglichkeiten

Mit Hilfe der EMS-Lösung wurden Einsparmöglichkeiten identifiziert, die man bei Rehau nicht für möglich erachtete. So entdeckte man z.B. anhand der Effizienzkennzahl, trotz korrekt eingestellter und fachgerecht programmierter Druckluftanlagen, im Laufe eines halben Jahres eine unerklärliche Zuschaltung eines veralteten Backup-Kompressors. Die Behebung dieses Zustands spart nun pro Jahr rund 10.000 Euro ein. Ebenso wurden die An- und Abschaltzeiten der Druckluftanlagen optimiert sowie Leerlaufzeiten reduziert. Auch das Ab- und Zuschalten von Kältemaschinen wurde verbessert, wodurch jetzt nur die wirklich notwendige Anzahl Kältemaschinen mit jeweils ausreichend hoher Temperaturspreizung läuft. Auch in anderen Bereichen spart Rehau: Ein Außentemperatursensor als Führungsgröße zur Steuerung des Freikühlbetriebs war im Tagesverlauf unterschiedlicher Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Durch die daraus resultierende Aufheizung des Sensors wurden für mehrere Stunden am Tag die ineffizienteren Kältemaschinen zugeschaltet, obwohl das nicht nötig gewesen wäre. Dieser Sensor arbeitet nun im Schatten, was dem Unternehmen weitere 10.000 Euro sparte.

Predictive Maintenance

Bei Extrusionsanlagen wurden zudem die Stand-by-Zeiten deutlich reduziert. „Es wurde erkannt, wann eine Maschine keine aktive Produktion aufweist, aber dennoch im Stand-by-Modus weiterläuft“, betont Frank Stegemann, „und die Analyseergebnisse, die uns die WiriTec-Software liefert, führten in der Folge zu einer systematischen Kontrolle bei Blas- und Extrusionsmaschinen durch den jeweiligen Energiemanager.“ Zusätzlich wurde der Stromverbrauch der Lüftungsanlagen sowie der Luftdurchfluss gemessen, um den SFP-Wert (Specific Fan Power) zu ermitteln. Durch Strömungsoptimierung der Lüftungskanäle, die Reduzierung der Lüfterdrehzahl auf ein bedarfsgerechtes Niveau sowie einen Filteraustausch hat sich die SFP-Kennzahl bei vielen Lüftungsanlagen verbessert. Zudem hat Rehau dadurch alle Lüftungsanlagen auf den gleichen technischen Stand gebracht. „Wir fahren bei ausgewählten Lüftungsanlagen ein Predictive-Maintenance-Modell“, erläutert Markus Weiß. „Wenn der SFP-Grenzwert über 1.200 liegt, meldet das die WiriTec-Software umgehend. Wir sparen an Wartungsaufwand pro Filter und pro Anlage insgesamt 20.000 Euro im Jahr ein. Wenn man den Filter etwa vier Wochen später als zum Zeitpunkt des erreichten Grenzwerts austauscht, verursacht man einen zusätzlichen Stromverbrauch von etwa 5.000 Euro pro Anlage.“ Die Präventivmaßnahmen zeigen Wirkung: „Man macht den Prozess ideal und nicht mehr fehleranfällig“, schildert Frank Stegemann. Die Predictive-Maintenance-Methode kommt ebenso bei Schrauben von Druckluftkompressoren oder beim Verschleiß von Pumpenlaufrädern zum Einsatz.


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