Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Chance für ungelernte und Menschen mit Behinderung

Digitale Assistenzsysteme integrieren Mitarbeiter

Digitale Assistenzsysteme können nicht nur Daten bereitstellen, sondern auch mehr Menschen ins Arbeitsleben integrieren. Worauf es bei diesen Hilfssystemen ankommt und wie sie entwickelt werden, lässt sich in den Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren beobachten.

Mit der richtigen Unterstützung können ungelernte und Menschen mit Behinderung viele Lücken schließen, die der Fachkräftemangel offen lässt. (Bild: Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hannover)

Mit der richtigen Unterstützung können ungelernte und Menschen mit Behinderung viele Lücken schließen, die der Fachkräftemangel offen lässt. (Bild: Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hannover)

Digitale Assistenzsysteme sind vielseitige Helfer: Sie stellen beispielsweise automatisiert Daten bereit, mit deren Hilfe der Produktionsprozess überwacht werden kann. Treten Abweichungen von den Vorgabewerten auf, können Mitarbeiter informiert werden, um gegenzusteuern. Sie können jedoch auch eingesetzt werden, um mehr Menschen die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Assistenzsystem zur Montage von Schaltschränken, das die Firma Schubs mit Unterstützung des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Hannover entwickelt hat. Das System befähigt ungelernte Arbeiter, den Montageprozess im Unternehmen durchzuführen und kann auch Mitarbeiter mit Behinderungen bei der Montage unterstützen. Das Lesen und Verstehen komplexer Baupläne ist für das Montieren der Schaltschränke dadurch nicht mehr erforderlich. Ein Beamer projiziert den mit CAD-Software erstellten Bauplan auf den Schaltschrank.

Volle Dokumentation

Jedes zu verbauende Werkstück ist mit einem Barcode versehen. Sobald der Mitarbeiter den Barcode mithilfe eines Scanners ausliest, erkennt das System, um welches Bauteil es sich handelt und weist dem Mitarbeiter die Stelle an, an dem das Werkstück anzubringen ist. Nach Abschluss der Montage quittiert der Mitarbeiter den Vorgang an einem Touchscreen, sodass der gesamte Vorgang digital dokumentiert ist. Konnte das Werkstück nicht verbaut werden, wird auch das vom Mitarbeiter protokolliert.

Visualisierung statt Sprache

Statt der visuellen Einweisung per Beamertechnik wäre als Montageunterstützung auch der Einsatz einer Sprachsteuerung denkbar gewesen. Ziel war es in diesem Fall jedoch, auch Menschen mit geringen Sprachkenntnissen zur Montage der Schaltschränke zu befähigen. Daher kam von Anfang an nur eine visuelle Assistenz bei der Montage in Frage. Die Entwickler mussten sich nun noch entscheiden, ob sie eher auf die Beamertechnik setzen oder auf Datenbrillen. Der Einsatz von Datenbrillen empfiehlt sich immer dann, wenn es darum geht, zeitnah auf Veränderungen vor Ort zu reagieren. Die Technik kann ihre Stärken dort ausspielen, wo es um Ad-hoc-Anpassungen geht. Daher werden sie oft bei der Kommissionierung von Waren und Material eingesetzt.

Brille oder Beamer

Gegen den Einsatz von Datenbrillen für die konkrete Anwendung bei der Schaltschrankmontage sprachen mehrere Punkte: Zum einen sind Datenbrillen im Vergleich zu Beamern wesentlich teurer. Zudem benötigen sie für ihren Betrieb Akkus, sind also mit zusätzlichem Wartungsaufwand verbunden. Ausschlaggebend für den Ausschluss der Datenbrillen war in diesem Fall jedoch, dass der Umgang mit Datenbrillen erst erlernt werden muss. Die Lösung sollte jedoch möglichst intuitiv zu verstehen sein .


Das könnte Sie auch interessieren:

Viele neue Produkte und Geschäftsmodelle erfahren heutzutage Geburtshilfe durch Simulation. Mit digitalen Zwillingen verschmelzen Grenzen zwischen simulierten und realen Produktwelten. Entwicklung und Fertigung lassen sich so deutlich effizienter organisieren.‣ weiterlesen

Die Forschungspartner Technische Hochschule Deggendorf und die Technische Universität München sowie den beiden Unternehmen Schindler & Schill (EasyLogix) und Systema haben das BMWi-ZIM-Projekt MobiCM erfolgreich abgeschlossen. Ziel war die Entwicklung eines Systems zur Zustandsüberwachung von Produktionsmaschinen.‣ weiterlesen

Die Engineering-Plattform DesignSpark von RS Components hat die Marke von einer Million Mitglieder geknackt. Seit seiner Einführung 2010 unterstützt die Plattform Ingenieure, Techniker und Studierende mit einer Vielzahl an technischen Tools und Ressourcen.‣ weiterlesen

Die Normungsorganisationen DIN und VDE DKE haben eine Kooperationsvereinbarung mit 'Enterprise Singapore' getroffen. Die Zusammenarbeit soll unter anderem die Bereiche Industrie 4.0 sowie künstliche Intelligenz umfassen.‣ weiterlesen

Als globale Krise ist die Corona-Pandemie eine besondere Herausforderung für die Automobilindustrie. Der Absatz neuer PKW ging weltweit um 23 Prozent, in Europa sogar um 27 Prozent zurück. VDA-Geschäftsführer Dr. Kurt-Christian Scheel erläutert, wie sich die Branche gegen die Krise stemmt und dabei ihre Flexibilität unter Beweis stellt.‣ weiterlesen

Pandemien gehören im aktuellen Allianz-Risiko-Barometer zu den größten Bedrohungen für Unternehmen. Die damit einhergehenden Sorgen haben sogar den Klimawandel verdrängt, der in der aktuellen Erhebung den 9. Platz belegt.‣ weiterlesen

Der Impuls für einen ERP-Wechsel kommt häufig aus dem mittleren Management. Dies ist nicht verwunderlich, weil in den Fachabteilungen die größten Berührungspunkte zur Software bestehen. In der Praxis bewegen immer wieder ähnliche Gründe Unternehmen dazu, ein neues ERP-System zu suchen.‣ weiterlesen

In digitalen Produktions- und Geschäftsprozessen nutzen Unternehmen in immer stärkerem Maße intelligente Automatisierungssysteme. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei die Robotic Process Automation, kurz RPA, ein. Mit diesen Softwarerobotern können zeitraubende Aufgaben etwa im Service beschleunigt werden. Dabei muss die Entwicklung einer RPA-Lösung nicht einmal lange dauern.‣ weiterlesen

Viele Produktionsräume müssen besonders sauber gehalten werden. Ein Forscherteam des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Dresden hat für Reinigungsaufgaben in Industrieumgebungen kürzlich zwei Varianten eines modularen Reinigungsroboters entwickelt.‣ weiterlesen

Die Lage ist paradox: Die einen verdammt das Virus zur Untätigkeit, weil Lieferketten reißen, Aufträge ausbleiben, Quarantäne ansteht – oder gar der Betrieb geschlossen ist.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige