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Das MES von Hawle Armaturenwerke

Fertigungsverfahren im Meistercockpit orchestriert

E. Hawle Armaturenwerke produziert Schwerarmaturen mit unterschiedlichen Fertigungsverfahren. Um diese im Blick zu halten, nutzt die Firma ein Kennzahlencockpit auf Basis der MES-Software von Industrie Informatik.

Hawle produziert und vertreibt weltweit Schwerarmaturen. Die auf Generationen ausgelegten Produkte werden von der Quelle bis zum Hausanschluss eingesetzt. (Bild: Hawle)

Hawle produziert und vertreibt weltweit Schwerarmaturen. Die auf Generationen ausgelegten Produkte werden von der Quelle bis zum Hausanschluss eingesetzt. (Bild: Hawle)

Mit der Fertigung von Rohrleitungen unterstützt E. Hawle Armaturenwerke seit 1948 Versorgungsunternehmen dabei, die wertvolle Ressource Trinkwasser zuverlässig auszuliefern. Ihre Fertigungsverfahren bildet das Unternehmen aus dem oberösterreichischen Vöcklabruck im Manufacturing Execution System Cronetwork des Linzer Softwareanbieters Industrie Informatik ab. „Cronetwork MES ist das zentrale Softwaresystem hinsichtlich Feinplanung und Steuerung, Abwicklung und Verbesserung aller Fertigungsprozesse. Knapp 300 Mitarbeiter in fast allen Unternehmensbereichen arbeiten so gut wie täglich damit“, sagt Thomas Riedler, Manager Technical Services beim Schwerarmaturenhersteller Hawle. Die Vielfalt an Verfahren umfasst die mechanische Metallbearbeitung, Oberflächenbehandlung (Strahlerei und Pulverbeschichtung), Thermoplastfertigung, mechanische Bearbeitung von Kunststoffteilen, Elastomerfertigung und Montage sowie Produktprüfung. Riedler sagt dazu: „Im Kern nutzen wir Cronetwork BDE und MDE für verschiedene Arten von Datenerfassung aus allen Fertigungsbereichen. Wir sprechen hier sowohl von manuellen als auch automatischen Rückmeldevorgängen wie Zeiten, Mengen, Arbeitsgangmeldungen bei etwa 160 Arbeitsplätzen sowie Maschinenstillstände oder Störgrunderfassung bei den rund 50 wichtigsten Maschinen“, sagt Manager Technical Services beim Schwerarmaturenhersteller Hawle. Mit der Feinplanungslösung setzt das Unternehmen auf eines der Kernmodule der Software. Fertigungsaufträge werden vom SAP-ERP-System an die Feinplanung übergeben, gegen endliche Kapazitäten verplant und im Anschluss an die Fertigung übergeben, wo sie von den einzelnen Teams abgearbeitet werden. Erst mit erfolgreicher Fertigmeldung übernimmt das ERP-System wieder die Führung. Während der Auftragsabwicklung übernimmt das MES und löst sozusagen die Blackbox zwischen Fertigungsauftrag und Fertigmeldung auf. Der Integrationsgrad beschränkt sich nicht auf das ERP-System. Ein weiteres Beispiel ist die Qualitätssicherung. Diese wird über die Qualitätsmanagementlösung von Babtec abgewickelt. Aktuell wird an einem Austausch der Systeme gearbeitet, der nahezu in Echtzeit erfolgen soll.

Das Kennzahlencockpit

Eine Sicht auf das Fertigungsgeschehen vermittelt das sogenannte Hawle-Kennzahlencockpit. Dieses steht im Gegensatz zur strategischen Sicht und dient als Analyse- und Überblickstool für verschiedene Unternehmenshierarchien. Auf der Ebene der Abteilungen oder Fertigungsverfahren werden Anlagen, Maschinenzustände und deren Overall Equipment Effectiveness (OEE) visualisiert. Eine Gesamtzahl zur aktuellen Abteilungsleistung zeigt zudem das Verhältnis zwischen Soll-Personalzeit auf Fertigungsaufträgen und den tatsächlich geleisteten Personalstunden. „Ein weiterer und für uns sehr wichtiger Aspekt in der Bewertung unserer Fertigungsgeschehnisse ist die Termintreue“, führt Riedler weiter aus: „Unser Kennzahlencockpit liefert einen Überblick, ob einzelne Vorgänge sich innerhalb eines Solltermins befinden. Dadurch haben wir im Bedarfsfall immer noch die Möglichkeit, kurzfristig einzulenken und Maßnahmen zu setzen. Kommt es also zu Verzögerungen bei einem einzelnen Fertigungsvorgang, müssen diese – durch die richtigen Korrekturen – noch lange nicht beim Kunden ankommen.“

Grundlage für Meister und Teamleader

Die Nutzung des Kennzahlencockpits erstreckt sich von den Werkern bis hin zur Geschäftsführung. Die angeführten Kernkennzahlen rund um Abteilungseffizienz, OEE und Termintreue sind über alle Werke hinweg die Grundlage für jeden Meister und Teamverantwortlichen in der Fertigung. „Jeweils zum Wochenbeginn verschaffen wir uns ein Bild der Fertigung innerhalb der letzten sieben Tage. Die Daten werden dann von unseren Teamleitern gemeinsam mit ihren Mitarbeitern analysiert. Unsere Erfahrung und die hohe Qualität der Daten zeigen auf einen Blick, ob alles im Soll ist oder ob sich Abweichungen ergeben haben, auf die wir reagieren müssen“, sagt Riedler.

Steuerung mit Live-Daten

Siegfried Mrschtik-Gebetsroither ist Head of SCM & Logistics bei Hawle und hat bei der Einführung von Cronetwork MES mitgewirkt. Für ihn spielt das breite Anwendungsfeld eine zentrale Rolle: „Durch die vollumfängliche Einführung von Betriebsdatenerfassung, Maschinendatenerfassung, Feinplanung, OEE-Analyse und Materialnachschubsteuerung planen und steuern wir die gesamte Shopfloor-Ebene auf Basis der Live-Daten und sind in Kombination mit dem ERP-System nun in der Lage, Prozesse zu digitalisieren.“ In regelmäßigen Updates wird der Funktionsumfang der MES-Software erweitert und Technologieentwicklungen angeboten. Diese können von Hawle selbst eingespielt werden. Funktionen bleiben auch erhalten, wenn Updatezyklen übersprungen wurden.

Weitere Projekte laufen

Seit rund 20 Jahren nutzt E. Hawle Armaturenwerke das MES. Der Einsatz von Datenerfassung und Rückmeldungen mittels Betriebs- und Maschinendatenerfassung bildet die Grundlage für Transparenz in Form eines unternehmensweit eingesetzten Meistercockpits. Die Software bietet nützliche Integrationsmöglichkeiten, die das eng abgestimmte Zusammenspiel zwischen ERP-System und Fertigungsfeinplanung erst ermöglichen. Doch auf dem Erreichten ruhen sich die Projektverantwortlichen bei Hawle nicht aus. Neue Projekte in Richtung Produkt-Traceability, Chargenerfassung und Einbindung der Qualitätssysteme laufen bereits.


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