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Maschinenbau

Aus der Ferne warten

Um die Qualität der eigenen Produkte sicherzustellen, stellt der Anbieter von Separationstechnik Börger auch an seine Partner und Zulieferer hohe Ansprüche. Im Bereich der Fernwartung entschied man sich für Lösungen von Wachendorff Prozesstechnik.

Bild: Wachendorff Prozesstechnik GmbH & Co. KG / Börger GmbH

Bild: Wachendorff Prozesstechnik GmbH & Co. KG / Börger GmbH

Die Erfolgsgeschichte der Börger GmbH könnte für einen Kinofilm herhalten: 1975 machte sich der 25-jährige Alois Börger in der Nähe von Borken im westlichen Münsterland in der elterlichen Scheune selbständig: Er verkaufte Pumpen für Anwendungen in der Landwirtschaft. Das war in der ländlich geprägten Gegend eine gute Idee. Allerdings bereiteten ihm unzufriedene Kunden und Reklamationen damals große Sorgen, so dass er irgendwann beschloss: Das kann ich besser! So machte er sich auf der Basis gesammelter Erfahrungen ans Werk und entwickelte eine eigene Lösung für Drehkolbenpumpen, die besonders langlebig und wartungsfreundlich sein sollte. Damit war der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte gelegt: 290 Mitarbeiter am Hauptsitz in Borken und Niederlassungen in der ganzen Welt gehören inzwischen zum immer noch in Familienhand befindlichen Mittelständler. Börger entwickelt, produziert und vermarktet Drehkolbenpumpen, Zerkleinerungsgeräte, Separationstechnik, Flüssig-Eintragtechnik, Edelstahlbehälter und Aufrührtechnik für verschiedene Branchen und für alle Regionen der Welt. Mit ihrer Innovationskraft hat sich die Firma in der Branche einen Namen als Problemlöser gemacht, die in ihre maßgeschneiderten Systeme 40 Jahre Erfahrung einbringt.

Kundenwunsch im Mittelpunkt

In einer der Hallen steht gerade ein großer Anhänger, auf dem eine mobile Pumpenlösung montiert wird. „Selbst den Anhänger bauen wir selbst“ erklärt Mike Eiting, der sich um die Geschäftsentwicklung im Hause Börger kümmert. Der Kundenwunsch steht für das Unternehmen stets im Mittelpunkt: „Wir entwickeln und bauen genau so, wie der Kunde das für seine Anlage braucht. Von uns kann er anschlussfertige Aggregate bekommen – oder auch nur die Pumpe oder den Separator .“ Obwohl heute alle erdenklichen Branchen von der Lebensmittelindustrie über die chemische Industrie bis zu Automobilherstellern und Kraftwerken Lösungen von Börger einsetzen, bleibt die Landwirtschaft nach wie vor eine wichtige Säule des Geschäftes. Als echter Bestseller hat sich ‘Bioselect’ erwiesen: mit Hilfe einer Drehkolbenpumpe werden in diesem Gerät die flüssigen von den festen Bestandteilen eines Ursprungsmediums getrennt, also voneinander separiert. Häufig wird dies beispielsweise mit Gülle praktiziert, deren Volumen man so erheblich reduzieren kann. Die herausgepressten Feststoffe eignen sich beispielsweise als Einstreu für Ställe oder können in Biogasanlagen als Feststoffe beigegeben werden.

Einfache Technologie

Die Technologie, die Bioselect zugrunde liegt, ist einfach. Das Gemisch wird über eine Pumpe mit optimalem Druck zugeführt und mit Hilfe einer Förderschnecke bis zum anderen Ende bewegt. Flüssigkeit läuft dabei durch ein umlaufendes Sieb nach unten ab, während die Feststoffe am Ende gegen eine flexibel gelagerte Scheibe gepresst werden. Je nach Anpressdruck lässt sich der gewünschte Trocknungsgrad variieren. Die Regelung von Drehzahlen und Drücken erfolgt dabei über eine SPS. „Auch der Steuerungsbau und die Programmierung erfolgen heute im eigenen Haus“ erzählt André Remmelt aus der Elektrowerkstatt. Und seit Beginn setzt man auch auf Fernwartung: „Die Anwendungen vor Ort bleiben nicht immer gleich – da ist es gut, wenn man reagieren kann, ohne dass jemand zum Kunden fahren muss“ erzählt sein Kollege Dominik Finke. So ist beispielsweise die Zusammensetzung der Gülle stark abhängig vom Futter der Tiere. „Müssen darum Anpassungen vorgenommen werden, dann können wir schnell und einfach unterstützen“ erzählen die Praktiker von Börger.

Wartung aus der Ferne

Realisiert wird die Fernwartung mit den industriellen Fernwartungsroutern der Serie eWon aus dem Hause Wachendorff Prozesstechnik. „Die Firma, die früher unsere Steuerungen baute, setzte schon Wachendorff ein, und wir sind dem Unternehmen treu geblieben“, erzählt André Remmelt. Je nach Anwendungsfall wird die passende Variante aus der eWon-Routerfamilie ausgewählt. Oft reicht schon das Modell eWon Cosy 141 aus, das mit 4-fach Switch und MPI-/Profibus-Schnittstelle bereits alles Wichtige mitbringt, um sowohl die älteren (S7-300) als auch neueren (S7-1200) Steuerungen von Siemens anzubinden. Dort, wo keine Internetverbindung zur Verfügung steht, ist der Router eWon Cosy 131 die richtige Wahl, um eine Mobilfunk-Anbindung zu ermöglichen. Bei Applikationen, bei denen ein einfacher Fernzugriff nicht ausreicht, kommt der Router eWon Flexy zum Einsatz. Bei diesem Modell ist nach Bedarf auch eine Aufzeichnung von Daten und Alarm-Benachrichtigung der angeschlossenen Steuerungen möglich. Die Verbindung zum internen LAN erfolgt via WAN oder Mobilfunk. „Wir verwenden den eWon Flexy-Router zum Beispiel, wenn Kunden den SMS-Versand von Status-Meldungen wünschen“, erklärt Dominik Finke. Mobilfunk ist bei vielen Börger-Anlagen das wichtigste Übertragungsmedium, denn die Anlagen werden oft mobil auf Anhängern montiert.

Bild: Wachendorff Prozesstechnik GmbH & Co. KG / Börger GmbH

Die mobile Fernwartungsbox wird bei Bedarf zum Kunden geschickt. (Bild: Wachendorff Prozesstechnik GmbH & Co. KG / Börger GmbH)

Ein Toolkit zur Konfiguration

Alle Router-Varianten nutzen dasselbe Software-Toolkit zur Konfiguration und für den Verbindungsaufbau. Das Talk2M-Serviceportal ist die Vermittlungsstelle zwischen dem Service-Techniker und der entfernten Anlage. Mit Hilfe der Software eCatcher kann sich der Servicetechniker direkt mit der Steuerung verbinden, diese diagnostizieren und das Programm – wenn nötig – anpassen. Damit die Integration in die bestehende IT-Infrastruktur schnell und einfach gelingt, werden sowohl von den Routern als auch von der Verbindungs-Software eCatcher lediglich ausgehende Verbindungen geöffnet. So können sowohl Firewall als auch Proxy-Server passiert werden. Es werden nur die in den meisten Fällen freigegebenen Standardports verwendet. Der Router und der Service-Techniker mit dem eCatcher ‘treffen sich’ im Talk2M-Serviceportal – dort wird auf Anforderung ein verschlüsselter VPN-Tunnel vom PC des Servicetechnikers bis zum Router aufgebaut. Dabei wird auf bewährte Sicherheitsstandards wie OpenVPN, SSL/TLS zurückgegriffen.

Router im Schaltschrank

Auch im Schaltschrank der Anlage, an der in der Werkstatt gerade die letzten Handgriffe vorgenommen werden, ist ein Cosy-Router von Wachendorff zu finden. Dabei setzen die Experten von Börger nicht nur auf die Sicherheitsfunktionen, sondern auch auf die Möglichkeiten für die zentrale Geräte- und Benutzerverwaltung des Talk2M-Portals, dass das Management zahlreicher Anlagen ohne laufende Kosten sehr vereinfacht. „Für uns reicht momentan immer noch die kostenfreie Variante Talk2M Free; inzwischen haben wir aber über 100 Anlagen in der Fernwartung, so dass wir allmählich doch auf die Profiversion Talk2M Pro umsteigen werden“, erzählt André Remmelt. Talk2M Pro erweitert den Funktionsumfang um mehrere gleichzeitige Verbindungen, das Verwalten von eWon-Routern und Benutzern in Gruppen, sowie um erweiterte Firewall- und Passwort-Regeln. Besonders clever ist die mit einem eWon-Router bestückte Fernwartungsbox. Denn nicht alle Kunden wollen anfangs in die Möglichkeit der Fernwartung investieren oder haben Vorbehalte. Entsteht irgendwann später doch Bedarf nach Anpassungen oder gibt es ungelöste Problemstellungen beim Kunden, dann schicken André Remmelt und seine Kollegen einfach die Fernwartungsbox per Express zum Kunden. „Diese Box ist so beschriftet und konfektioniert, dass man sie nur noch einstecken muss und schon können wir die Anlagendaten sehen und schnelle Hilfestellung leisten oder aber ein Update aufspielen“, erklärt er. „Viele Kunden wollen die Box nach so einer positiven Erfahrung behalten, um jederzeit wieder die Möglichkeit der Fernwartung zu haben“ schildert er. Während bei den großen Industrieunternehmen Fernwartungslösungen ganz unterschiedlicher Art bereits etabliert sind, rennt Börger mit der smarten eWon-Lösung vor allem bei den Landwirten offene Türen ein: „In Ställen hält immer mehr Technik Einzug. Von der Melkmaschine bis zur Lüftung oder der Photovoltaikanlage auf dem Dach fallen heute viele Daten oder auch Störmeldungen an. Diese visualisieren die Landwirte heute gerne über ihr Tablet und haben so rund um die Uhr immer alles im Blick“ erzählt Mike Eiting. „Inzwischen wird die Möglichkeit des Fernzugriffs darum vor allem von unseren Agrar-Kunden gezielt nachgefragt.“ Mit Wachendorff Prozesstechnik hat das Unternehmen dafür den passenden Partner gefunden.

Aus der Ferne warten
Bild: Wachendorff Prozesstechnik GmbH & Co. KG / Börger GmbH



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