Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Software Lifecycle Management

Lebenszeit verlängern für Steuerungsrechner

Gerade bei teuren Produktionsanlagen ist das Retrofit oft günstiger als eine Neuanschaffung – auch in Hinblick auf die Nachhaltigkeit. Die IT-Technik zur Anlagensteuerung auszutauschen sollte aber gut vorbereitet sein. Eine Lösung muss die Sicherheitsvorgaben im Blick behalten.

(Bild: ©ultrapro/stock.adobe.com)

(Bild: ©ultrapro/stock.adobe.com)

Gesamte Produktionsketten beruhen auf einer digitalen Steuerung durch IT-Technik. Diese Rechner sind meist keine Bürosysteme mit Standardhardware und updatefähiger Software. Vielmehr handelt es sich um Spezialcomputer, die der Anlagenhersteller samt Software mitliefert oder auch um eine Software, die das Produktionsunternehmen selbst installieren muss. Die Einbindung der Geräte in die Unternehmensumgebung und damit die Sicherheit der Geräte und Anlagen liegt dann in der Verantwortung der Betreiber. Die Hersteller liefern die Anlage in einem funktionsfähigen und betriebstüchtigen Zustand aus. Aber ohne zu garantieren, dass künftige Sicherheits- oder Funktionsupdates den Betriebsablauf und die Funktionsfähigkeit der Geräte nicht beeinträchtigen.

Updates oft problematisch

Anlagensteuerungscomputer können oft nicht ohne weiteres aktualisiert werden, weil die notwendige Spezialsoftware nur in großen Zyklen oder gar nicht vom Hersteller weiterentwickelt wird. Computer, die vor fünf, sechs Jahren angeschafft wurden, laufen häufig unter veralteten Betriebssystemen ohne Herstellersupport. Je nach Einsatzbereich sind einige Computer für die Anlagensteuerung so abgenutzt, dass ein Austausch fällig wäre.

Dann laufen die Anlagen vielleicht noch einwandfrei, wurden eventuell durch Retrofit-Maßnahmen auf den neuesten Stand gebracht, können aber aufgrund veralteter oder beschädigter Rechentechnik nicht mehr sicher ins Unternehmensnetzwerk eingebunden werden. Dennoch ist es oft am wirtschaftlichsten, die Anlagen so lange wie möglich mit dieser Legacy-IT zu betreiben.

Viele Wege führen zum Ziel

Um die Lebensdauer der Anlagensteuerung zu verlängern, gibt es verschiedene Lösungsansätze:

  • • Zunächst werden diese Geräte noch engmaschiger überwacht, um mögliche Schwachstellen und Funktionsstörungen sofort zu entdecken. Die Geräte können auch soweit in ihrer Funktionalität eingeschränkt werden, dass sie nur noch die zum Betrieb der Anlage unbedingt notwendigen Tätigkeiten ausführen können.
  • • Wenn möglich, wird ein kompatibles Ersatzgerät angeschafft, das mit neuer Software die bereits vorhandenen Anlagen weiter steuern kann.

 

  • • Es wird ein neuer Rechner mit einem aktuellen Betriebssystem eingesetzt. Auf diesem wird eine virtuelle Umgebung mit dem ursprünglich verwendeten Betriebssystem installiert. Dies ist das beste Vorgehen, wenn etwa die Anlagensteuerungs-Software nicht mit neueren Betriebssystemen kompatibel ist. So können durch neue Hardware mit aktueller Software die notwendigen Security-Tools installiert und betrieben werden. Gleichzeitig läuft auf diesem modernen Rechner aber ein in seiner Funktionsfähigkeit soweit eingeschränktes virtuelles Gerät, das nur die zum Betrieb der Anlage notwendige Anwendung enthält.
  • • Aus mehreren alten Computern wird ein funktionstüchtiges Exemplar zusammengebaut, auf dem die ursprüngliche Software läuft und das die angeschlossene Anlage so weiter betreiben kann.
  • • Funktioniert die Anlage im Zusammenspiel mit dem Steuerungscomputer noch einwandfrei, kann das System in einem abgeschotteten Netzwerk weiterbetrieben werden. Ein Austausch mit dem restlichen Unternehmensnetzwerk ist dann allerdings nicht mehr ohne weiteres möglich.

In jedem Fall ist mit dem Maschinen- oder Anlagenbauer zu klären, ob es überhaupt möglich ist, die Steuerungssoftware auf neuerer Hardware oder unter einem aktuellen Betriebssystem zu betreiben. Jedem Lösungsweg sollte eine vollständige Sicherung der Daten und der Konfigurationsumgebung vorausgehen. So gehen wertvolle Daten und Arbeitsergebnisse nicht verloren, falls der gewählte Ansatz scheitert.


Das könnte Sie auch interessieren:

Welchen Einfluss haben meine Rüstzeiten, wieviel Ausschuss wird produziert und wie ist die Anlagenverfügbarkeit in der Produktion? Solche Kennzahlen helfen Unternehmen, den Überblick zu behalten und sorgen für Transparenz in der Produktion. Doch welche Kennzahlen gibt es und was zeichnet sie aus?‣ weiterlesen

Die Maschinenanbindung an ein Manufacturing Execution System (MES) sollte in Zeiten der Digitalisierung einfach fallen. Meist brauchen Fertiger heute aber mehr als einen IoT-Datensammler. Denn nur mit den richtigen Protokollen weiß das MES, was erfasste Daten bedeuten und kann diese in den Dienst höherer Transparenz und Effizienz stellen.‣ weiterlesen

Im Oktober vergangenen Jahres wurde das Projekt GAIA-X vorgestellt. Nun haben die Wirtschaftsminister aus Deutschland und Frankreich die nächsten Schritte präsentiert.‣ weiterlesen

Nach seinem Tiefststand im Vormonat, ist das IAB-Arbeitsmarktbarometer im Mai wieder leicht gestiegen.‣ weiterlesen

Die Feinplanungsspezialistin Dualis GmbH IT Solution will mit einer neuen Vertriebspartnerschaft ihre Position im SAP-Umfeld stärken. Cpro IoT Connect vertreibt und implementiert künftig die APS-Lösung Ganttplan als Platinum-Partner.‣ weiterlesen

Reisekostenmanagement mit SAP-Software ist weiterhin On-Premise möglich. Nach dem Druck der SAP-Anwendervereinigung DSAG hat SAP angekündigt, die Lösung Travel Management auf die Hana-Plattform zu migrieren. Damit können Firmen den Wechsel zum SaaS-System Concur noch einige Jahre hinauszögern. Funktionale Erweiterungen für Travel Management soll jedoch nicht geben.‣ weiterlesen

Der Werkzeughersteller Mapal überführt digitale und analoge Innovationen oft sehr früh in marktreife Produkte. Das neue Glockenwerkzeug ließe sich zum Beispiel ohne additive Fertigung gar nicht herstellen. Wie Entwicklungsarbeit mit stehts aktuellster Technik funktioniert, hat uns Dr. Dirk Sellmer erzählt, Vice President Research & Development bei Mapal. Wobei er sich für unsere Fragen zur IT-Ausgründung C-Com Giari Fiorucci dazugeholt hat.‣ weiterlesen

Die Deutsche Messe AG hat ihre Planziele im Jahr 2019 übertroffen. Aktuell wirkt sich jedoch die Corona-Krise auf das Messegeschehen aus. Diesbezüglich erarbeitet die Deustch Messe derzeit ein Sicherheits- und Hygienekonzept für zukünftige Veranstaltungen.‣ weiterlesen

Andreas Riepen übernimmt die Position des Regional Vice President Sales für die DACH-Region beim IT-Unternehmen Riverbed.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige