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Prozessleitsystem in der Ölmühle

Integrierte Anlagen zur Olivenöl-Produktion

Oliven mögen an den Sehnsuchtsorten deutscher Urlauber gedeien, doch für ihre Verarbeitung zum Öl braucht es weniger Romantik als moderne Automatisierungstechnik. In der andalusischen Kooperative Conde de Benalúa sorgt das Leitsystem von Rockwell Automation für Prozesssicherheit und gleichbleibende Qualität.

Bild: ©Leonid Andronov/stock.adobe.com

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In der südspanischen Region Andalusien wird mehr Olivenöl produziert als an jedem anderen Ort der Welt. In den östlichen Bergen der Provinz Granada, in der Stadt Benalúa de las Villas, liegt die 1954 gegründete Kooperative San Sebastián – Conde de Benalúa. Sie hat derzeit etwa 1.500 Mitglieder und produziert und verkauft Olivenöl mit Markennamen wie Amarga y Pica, Conde de Benalúa und Olivar del Sur. Seit seiner Gründung ist das Unternehmen bestrebt, die Qualität der gesamten Prozesskette zur Herstellung von Öl aus Oliven zu erhöhen. Das Unternehmen verfügt dafür über etwa 50 Kontrollstationen, die über 14.000 Hektar Produktionsfläche verteilt sind, sowie ein sorgfältiges Behandlungs- und Düngeverfahren. In den Verarbeitungsanlagen können mehr als 34 Millionen Kilogramm Oliven verarbeitet werden, was einer Ölproduktion von etwa 8,5 Millionen Litern entspricht. Ermöglicht wird dies durch die Ölmühle des Unternehmens, die drei Bereiche umfasst: eine Auffanganlage, in der die Oliven gereinigt und in Trichter gefüllt werden, einen Extraktionsbereich, in dem die Oliven zu Öl verarbeitet werden, und einen Keller, in dem das Endprodukt vor der Auslieferung an die Genossenschaftsmitglieder gelagert wird.

Informationsspeicher

Zur Verwaltung dieser drei Bereiche verfügte die Ölmühle über ein Automatisierungssystem mit Steuerungsabschnitten, die mit den proprietären Tools von Branchenintegratoren entwickelt worden waren, die spezifische Lösungen zur Automatisierung von Ölanlagen liefern. „Die Herausforderung besteht darin, dass es sich um isolierte, nicht vollständig integrierte Systeme handelt, die nicht für eine hohe Verfügbarkeit oder den Schutz vor kurzen Stromausfällen konzipiert waren“, erklärt Marisa García, Produktionsleiterin der Olivenölanlage Conde de Benalúa. „Dadurch kam es zu ungeplanten Ausfallzeiten und Fehlern unserer wertvollen Ausrüstung.“ Das Unternehmen begann deshalb, nach robusteren Lösungen zu suchen. „Wir beschlossen, uns an anerkannte Unternehmen mit Erfahrung in anderen, vermutlich noch fortschrittlicheren Branchen als dem Olivenölsektor zu wenden. Wir gingen davon aus, dass diese Unternehmen über standardisierte, offene Technologien verfügen, mit denen wir die Produktionssteuerung in unseren Anlagen verbessern könnten“, so García. Die Entscheidung fiel auf den Integrator Ansotec, ein Unternehmen mit Fokus auf digitalen Transformationslösungen für die Industrie.

Bericht und Entwicklung

Die erste Entscheidung, die Ansotec traf, war „einen Bericht über die Digitalisierung der Anlage zu erstellen, einschließlich eines Projekts, das in zwei Schritten durchgeführt werden sollte“, so Guzmán. „Zusammen mit Ansotec haben wir ein System-Audit durchgeführt und einen Automatisierungs- und Digitalisierungsplan erstellt, der es uns ermöglichen würde, in zwei bis drei Jahren eine umfassende Digitalisierung der Anlage umzusetzen“, ergänzt Marisa García. Ansotec schlug vor, zu diesem Zweck den gesamten Prozess auf Geräten, Systemen und Automatisierungstechnik von Rockwell Automation aufzubauen. Die erste Phase beinhaltete die Automatisierung des Extraktionsraums, in dem die Oliven zu Öl verarbeitet werden. Dort wurden für die effektive Verwaltung des Prozesskerns der Anlage die ThinManager-Visualisierungsplattform und das PlantPAx-Prozessleitsystem von Rockwell Automation implementiert. Es wurden auch Vorarbeiten zur Integration des von der Firma verwendeten ERP-Systems von Microsoft geleistet. In der zweiten Phase wurde die gesamte ThinManager-Plattform auf den Rest der Anlage ausgeweitet und das Leitsystem in weiteren Bereichen implementiert. Gleichzeitig wurde die von Ansotec entwickelte Produktionsmanagementlösung ‚Almazara Conectada 4.0‘ (Connected Oil Mill 4.0) zur Steuerung des gesamten Prozess- und Anlagenmanagements eingesetzt. Mittels EtherNet/IP-Netzwerken wurden mehrere Gerätetypen in die Lösung integriert: Tablets, Smartphones, RFID-Lesegeräte und Kameras. Die Lösung ermöglicht es, die Daten zu integrieren. „Mit diesem Tool entsprechen alle von uns ausgewählten Geräte und Ausrüstungen den Standards anerkannter Hersteller wie Rockwell Automation. Wir sammeln und speichern alle Informationen, die auf verschiedene Weise angezeigt und später analysiert werden können.“ Für die Verwaltung der Daten lieferte Ansotec auch die Visualisierungslösung. „Durch die Datenvisualisierung lässt sich die Entwicklung des Produktionsprozesses leicht nachvollziehen – stillstehende und betriebsbereite Maschinen, Produktionsleistung pro Schicht und weitere Metriken können sofort überprüft werden, um unternehmerische Entscheidungen zu erleichtern“, sagt Guzmán.

Zusätzliche Effekte

Die Digitalisierung bringt der Ölmühle zusätzliche Vorteile. „Mit der von Ansotec entwickelten Lösung konnten wir die Gesamtverfügbarkeit unserer Anlagen deutlich verbessern, Engpässe beseitigen und damit die Produktions- und Maschineneffizienz steigern“, berichtet García. Auf diese Weise hat das Unternehmen isolierte Steuerungsabschnitte durch ein integriertes System mit einem einzigen einheitlichen Framework für Prozesssteuerung und Produktionsmanagement ersetzt. Gleichzeitig, so García, „konnten Ausfallzeiten verringert werden. Wir verlassen uns jetzt auf ein Historisierungssystem mit Alarmen, die es uns ermöglichen, Produktionstrends zu analysieren.“ Die Infrastruktur wird während der Erntesaison rund um die Uhr per Remote-Support von Ansotec betreut. Produktionsberichte können über das Internet oder eine Smartphone-App abgerufen werden. Auch ist es möglich, auf Bedienfelder zuzugreifen, um die Produktion zu überwachen, sowie eine „nahtlose Integration von Laboren, Olivenannahme, Extraktionsräumen und Keller sicherzustellen, und zwar alles synchronisiert in Echtzeit mit unserem ERP-System“, schildert García.

Technik unterstützt Wachstum

Die Verantwortlichen bei Conde de Benalúa zeigen sich optimistisch bezüglich der durch diese Lösung ermöglichten Geschäftsentwicklung. „Wir glauben, dass unsere Marken dank dieser Investition wachsen werden. Die Spitzentechnologie von Herstellern wie Rockwell Automation wird unsere Branche beflügeln angesichts des wachsenden Kostendrucks sowie der Notwendigkeit zur Qualitätsverbesserung und Einhaltung zahlreicher Vorschriften“, ergänzt García.


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