Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Zwischen Prüfergebnis und Simulation

Die Kosten für Material und Energie steigen. Als Folge werden die Substitution und Optimierung von Werkstofftechnologien zunehmend interessant für Unternehmen. IT-seitig gewinnen dafür neben Werkstoffdatenbanken zunehmend Simulationssysteme an Bedeutung.

Bild: Salzgitter AG

Für die Produktentwicklung in produzierenden Unternehmen wird die IT-Landschaft bisher vor allem von Systemen für die Geometrie-Erzeugung und das Varianten- und Konfigurationsmanagement geprägt. Durch die ständig steigenden Kostenanteile für Material und Energie wird jedoch gleichzeitig eine Substitution und Optimierung von Werkstoffen immer interessanter, was wiederum die nachgeschalteten Prozesse nachhaltig beeinflusst.

Hier liegt für Unternehmen noch ein enormes Potenzial, was zum Beispiel der verstärkte Trend für den Einsatz von Werkstoffdatensystemen zeigt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Werkstoffe, und das nicht nur in Bezug auf die rein technischen Daten. Ein Stichwort ist hier die sogenannte Ressourcenkritikalität, also die Bewertung der strategischen Verfügbarkeit von Werkstoffen und deren künftiger Preisentwicklung. Dies zeigt: Sowohl für die Wettbewerbsfähigkeit wie für eine verbesserte Nachhaltigkeit gewinnen Werkstoffinformationen eine immer größere Bedeutung.

Komplexität in der Materialauswahl beherrschen

Ein Konstrukteur trägt somit hinsichtlich der Werkstoffauswahl eine permanent steigende Verantwortung. Die Zeit, in der er – überspitzt gesagt – nur zwischen St37 und St52 entscheiden konnte oder musste, ist vorbei. Andererseits gilt es nun, die wachsende Komplexität und Vielfalt der heutiger Lösungsmöglichkeiten zu beherrschen. Dabei steht er oft vor dem Problem, dass für einen speziellen Anwendungsfall keine ausreichenden Daten vorliegen. Diese müssen eigens erzeugt werden – entweder mit Werkstoffprüfungen oder mit Simulationsmethoden. Und schließlich müssen alle Daten auch noch adäquat dokumentiert werden.

Damit sehen die Anforderungen an eine unterstützende Software ähnlich aus wie die an ein System für das Produktlebenszyklusmanagement (PLM). Hier stehen ebenfalls Freigabeprozesse, Rückverfolgbarkeit, Verfügbarkeit oder Möglichkeiten zur Wiederverwendung im Fokus. An die Stelle herkömmlicher Werkstoff­Kataloge können damit Systeme treten, welche die Veränderung der Werkstoffeigenschaften über die Prozesskette abbilden und so eine konsistente Datenbasis für die Engineering-Simulationen liefern. Dies ermöglicht eine Rückverfolgbarkeit der Informationen etwa vom Testergebnis über die statistische Verdichtung der Daten bis hin zur Ableitung von Auslegungsdaten.

Wiederverwertung beschleunigt Entwicklungsprozesse

Das webbasierte Werkstoffdatenmanagement-System Granta-MI gilt hier mittlerweile als ein Industriestandard. Die Software ist frei skalierbar und bietet die Möglichkeit alle Werkstoffdaten etwa von der Stahldatenbank Stahldat SX und weiterer umfangreicher Datenmodule konzernübergreifend zusammenzuführen. Gleichzeitig lässt es sich in andere in Systemlandschaften, wie etwa Prüfmaschinen, CAE-, PLM-, und Enterprise Resource Planning-Systemen (ERP) integrieren.So entsteht eine Datenbasis, die nicht zuletzt Wettbewerbsvorteile über beschleunigte Entwicklungsprozesse und bessere Produkte fördern kann. Ein wichtiger Aspekt ist die Verfügbarkeit – analog zu klassischen PLM-Grundsätzen: Die richtige Version der richtigen Daten zur richtigen Zeit bei den richtigen Nutzern. Dabei sind auch Wiederverwendung von Prüfdaten und Vermeidung unnötiger Prüfaufwände wichtige Aspekte.

Stahldat SX ist seit Anfang 2012 als Online-Version verfügbar. Dazu hat der Systemanbieter Metatech im Auftrag des Stahlinstituts VDEH in Düsseldorf die europäische Stahlregistratur und eine umfangreiche Wissensbasis zu einem gemeinsamen System integriert. Diese Lösung ist unter www.stahldaten.de im Internet verfügbar und ermöglicht einen umfassenden Überblick über alle europäischen Stahlsorten. So umfasst Stahldat SX alle offiziellen Stahlwerkstoffe mit Verweisen zu Normen, Lieferbedingungen, Produktformen und den entsprechenden Herstellern. Thermophysikalische Eigenschaften, ZTU-Diagramme, und Fließkurven für die Kalt- und Warmumformung sind aktuell die wesentlichen technischen Inhalte. Außerdem sind Tausende von Prüfdaten von Feinblech-Werkstoffen für die Automobilindustrie aus umfangreichen Gemeinschaftsprojekten der Stahl- und Automobilindustrie enthalten. Auf Grund dieser vielfältigen Funktionen bietet sich das Informationsangebot als Werkzeug für Konstruktion, Forschung und Entwicklung, Einkauf, Vertrieb sowie für Qualitätsstellen. Erste Anwender nutzen das System ebenfalls als Grundlage für den Aufbau einer Intranet-Lösung.


Das könnte Sie auch interessieren:

Die Managementberatung T.A. Cook lädt vom 5. bis zum 6. Dezember zum Fachforum 'Smart Data und Data Analytics in Instandhaltung und Technik‘ nach Berlin ein.‣ weiterlesen

Weltweit hat die Subscription Economy in den vergangenen sieben Jahren zugelegt, um mehr als 350 Prozent. Im aktuellen Subscription Economy Index von Zuora wartet besonders die fertigende Industrie mit steigenden Erlösen und geringen Abwanderungsraten auf.

‣ weiterlesen

Disruption und Digitalisierung stellen Unternehmen vor Herausforderungen. In einer Studie des Datenspezialisten Teradata sieht sich die Mehrheit der Befragten damit konfrontiert, aufgrund dieser Herausforderungen die eigene Strategie zu überdenken.

‣ weiterlesen

Im Zuge des Wachstums der letzten Jahre wollte Stabilus das Zutrittsmanagement und die Zeitwirtschaft mit einem zukunftsfähigen System optimieren. Fündig wurde das Unternehmen bei Interflex Datensysteme. Zeitraubende Übertragungen von Buchungsdaten gehören nun ebenso der Vergangenheit an, wie die vielen Firmenschlüssel in den Hosentaschen der Mitarbeiter.‣ weiterlesen

Nextlap hat die nach eigenen Angaben weltweit erste 4G/5G-Pick-by-Light-Applikation auf den Markt gebracht. Die Plug-and-Play-Lösung für Picker kommt ohne klassische Netzwerkinfrastruktur aus.‣ weiterlesen

Im dritten Geschäftsquartal hat die Software AG bei Umsatz und Gewinn zugelegt. Der Gesamtumsatz wuchs um 7 Prozent, der Gewinn um 15 Prozent.

‣ weiterlesen

Beim generativen Design werden KI-Algorithmen zur treibenden Entscheidungskraft im Produktdesign. Anhand vorgegebener Parameter können sie eine Vielzahl an passenden Produktentwürfen berechnen. Dadurch ändert sich auch die Rolle von Produktdesignern und Ingenieuren. Ganz ohne sie geht es jedoch nicht.‣ weiterlesen

Der Industrie-4.0-Index, den die Unternehmensberatung Staufen bereits zum sechsten Mal aufgelegt hat, ist auch in der 2019er Auflage erneut gestiegen. Demnach setzen mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen Industrie 4.0 operativ um. Der Sprung von der Einzellösung hin zum unternehmensübergreifenden Einsatz gelingt jedoch nur selten.‣ weiterlesen

Kunden erwarten von einem guten Service schnelle und effektive Hilfe - am besten rund um die Uhr. Mit einem KI-gestützten Self-Service-Angebot kann man diesen Anforderungen Rechnung tragen und gleichzeitig die Mitarbeiter entlasten.‣ weiterlesen

Die VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik hat einen VDI-Statusreport veröffentlicht. In 'Agenten zur Realisierung von Industrie 4.0' geht es um das Konzept einer I4.0-Sprache, die zu höherer Flexibilität und mehr Effizienz in Wertschöpfungsketten führen soll. Der Ansatz ermöglicht einen interoperablen Austausch von Informationen und darauf aufbauend das flexible Aushandeln und Aktivieren von Aufgaben.‣ weiterlesen

DataProphet will Anwendern mit einem neuen Software-Paket erlauben, auf Basis von künstlicher Intelligenz die Produktionsprozesse und die Produktqualität zu verbessern.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige