Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Zugriffssichere Kommunikation

Sicherheitsstandards in WLAN-Netzwerken

Funkkommunikation kennt keine räumlichen Grenzen. Um den Zugang Unbefugter zum Unternehmens- oder Maschinennetzwerk zu verhindern, ist eine Absicherung des Funknetzes gegen das Eindringen sowie das Abhören und Manipulieren von Daten zwingend erforderlich. Denn mit leistungsstarken Antennen können Funksignale weit außerhalb der üblichen Arbeitsreichweite empfangen werden.

Mit den Funktionen, die Wireless-Standards wie WLAN und Bluetooth unterstützen, lässt sich ein umfassender Zugriffsschutz für Funknetzwerke umsetzen. Denn aktuelle Systeme bieten zahlreiche Sicherheitsmechanismen, um unbefugten Zugriff zu unterbinden. Allerdings erweist sich die Absicherung eines WLAN-Netzwerks nicht zuletzt aufgrund der vielen Fachbegriffe und Funktionen für zahlreiche Anwender als Hürde.

Wirksame Sicherheitsmechanismen

Die Sicherheitsmechanismen der Funknetzwerke bewegen sich erst seit wenigen Jahren auf einem hohen Niveau. In den Anfangsjahren der drahtlosen Datenübertragung wurde der Zugriffssicherheit gerade bei WLAN keine ausreichende Bedeutung beigemessen und mit der Wired Equivalent Privacy (WEP) ein zu schwaches Security-Verfahren im IEEE-Standard 802.11 definiert. Der relativ unsichere Verschlüsselungsmechanismus hat dem Ansehen der Funktechnik in Bezug auf zugriffssichere Kommunikation nachhaltig geschadet. Deshalb werden Funknetze noch heute häufig als unsicher bewertet, obwohl für WLAN schon im Jahr 2004 mit der IEEE 802.11i ein neuer, sicherer Security-Standard verabschiedet wurde. Die sich daraus ergebenden vielfältigen Sicherheitsoptionen haben die entsprechende Einstellung von WLAN-Netzwerken jedoch erheblich kompliziert. Dass der Aufbau zugriffssicherer Funknetze auch einfach realisierbar ist, zeigt beispielsweise der Bluetooth-Standard. Hier wurden von Beginn an wirksame Sicheheitsverfahren implementiert, die vom Anwender ohne spezielles Know-how aktiviert werden können.

Authentifizierung und Verschlüsselung

Die Sicherheit von Funknetzwerken basiert auf zwei wesentlichen Säulen. Zum einen soll ein Zugangsschutz mittels Authentifizierungsverfahren nur autorisierten Teilnehmern den Zugriff auf das Wireless-Netz erlauben. Die Authentifizierung erfolgt üblicherweise beidseitig. Sowohl der ‚Client‘ – beispielsweise ein Mobilgerät – als auch die Sendestation oder der ‚Access Point‘ eines Funknetzes müssen auf die Sicherheitsschlüssel für den drahtlosen Zugriff zugreifen. Das schützt einerseits das Netzwerk vor unbefugten Zugriffen und andererseits Teilnehmer vor ‚falschen‘ Access Points, die von Angreifern aufgestellt werden, um etwa Login-Daten auszuspionieren.

Für diesen Zugriffsschutz kommen Zertifikate oder Passwörter zum Einsatz. Im Gegensatz zu Kabelnetzen, in denen der Zugang räumlich oder mechanisch begrenzt werden kann, lässt sich der Funkverkehr allerdings prinzipiell immer aufzeichnen. Durch leistungsstarke Empfänger und Antennentechnik können Funksignale selbst weit außerhalb der für die Arbeit üblichen Reichweite empfangen werden. Zusätzlich zu anderen Sicherheitsmechanismen muss daher eine Verschlüsselung dafür sorgen, dass Dritte die empfangenen Datenpakete nicht auswerten können. Dies bezeichnet man als Vertraulichkeit. Über eine Prüfsumme wird zudem die Integrität der gesendeten Daten kontrolliert, um Manipulationen aufzudecken.

WEP-Standard bietet wenig Sicherheit

Der erste WLAN-Sicherheitsstandard WEP wies erhebliche Mängel auf. Die WLAN-Herstellervereinigung Wi-Fi Alliance hat den daraus drohenden Imageverlust früh erkannt und schon im Jahr 2003 vorab als eigenen Standard den Wifi Protected Access (WPA) auf Basis des Entwurfs der IEEE 802.11i veröffentlicht. Später publizierte die Wi-Fi Alliance mit WPA2 eine zweite, ebenfalls auf dem IEEE-Standard gründende Version. WPA und WPA2 sind heute etablierte Marktstandards für die WLAN-Sicherheit. Der größte Schwachpunkt von WEP lag in der Verschlüsselung mit einem statischen Schlüssel und dessen Sequenzzähler ‚Initialization Vector‘ (IV), der mit nur 24 Bit viel zu kurz war.

In einem ausgelasteten Funknetz wiederholt sich der IV sehr schnell und liefert Angreifern so eine Vorlage zur Krypto-Analyse. Ein Rechenbeispiel soll dies verdeutlichen: Bei einer Übertragungsrate von acht Megabit pro Sekunde und einem Datenumfang von 1000 Byte pro Paket, also der Weiterleitung von einem Pakt pro Millisekunde, wird der IV jeweils nach 224 Paketen und somit alle 16.777 Sekunden oder 4,6 Stunden wiederholt. Im Internet finden sich einige Programme, mit denen Angreifer den WEP-Schlüssel aus einer mitgeschnittenen Datenübertragung berechnen können. WEP-Sicherheitsmechanismen sollten daher grundsätzlich nicht mehr verwendet werden. Ältere WLAN-Netzwerke und -Geräte, die noch mit diesem Sicherheitsstandard arbeiten, müssen ersetzt oder mit Hilfe weiterer Maßnahmen im Netzwerk abgesichert werden.


Das könnte Sie auch interessieren:

Kunden erwarten von einem guten Service schnelle und effektive Hilfe - am besten rund um die Uhr. Mit einem KI-gestützten Self-Service-Angebot kann man diesen Anforderungen Rechnung tragen und gleichzeitig die Mitarbeiter entlasten.‣ weiterlesen

Die VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik hat einen VDI-Statusreport veröffentlicht. In 'Agenten zur Realisierung von Industrie 4.0' geht es um das Konzept einer I4.0-Sprache, die zu höherer Flexibilität und mehr Effizienz in Wertschöpfungsketten führen soll. Der Ansatz ermöglicht einen interoperablen Austausch von Informationen und darauf aufbauend das flexible Aushandeln und Aktivieren von Aufgaben.‣ weiterlesen

DataProphet will Anwendern mit einem neuen Software-Paket erlauben, auf Basis von künstlicher Intelligenz die Produktionsprozesse und die Produktqualität zu verbessern.‣ weiterlesen

Bei allen Vorteilen, die Industrie-4.0-Technologien mit sich bringen, muss zunächst auch eine leistungsstarke digitale Infrastruktur vorhanden sein. Sie muss große Volumen an Sensordaten schnell, sicher und ortsunabhängig übertragen und auswerten können. Mit dem Rückgriff auf externe Partner erhalten Firmen eine solche Infrastruktur - und gleichzeitig Zugang zu einem erweiterten Ökosystem.‣ weiterlesen

Im nordrhein-westfälischen Düren findet sich die vermutlich einzige professionelle Wurmzucht Deutschlands - und die wahrscheinlich am weitesten automatisierte weltweit. Die nötigen Anlagen dafür wurden vom Unternehmer selbst in bester Daniel-Düsentrieb-Manier entwickelt und gebaut - mit einem Fokus auf kostengünstige, aber zuverlässige Automatisierungstechnik.‣ weiterlesen

Die Hoffmann Group hat auf der Emo 2019 erstmals ihr Hoffmann Group Tool Management gezeigt. Mit der Software können kleine und mittelgroße Betriebe ihre Werkzeuge verwalten und deren Einsatz planen.‣ weiterlesen

Der Autobauer Porsche hatte am Dienstag mit einem zeitweisen Stillstand in seiner Produktion zu kämpfen. Grund dafür war ein Serverausfall.‣ weiterlesen

Software für das Product Lifecycle Management (PLM) ist eine substanzielle Investition in die Zukunft. Die Frage nach ihrer Wirtschaftlichkeit beschäftigt deshalb alle Unternehmen - und ist nach heutigem Kenntnisstand gut zu beantworten.‣ weiterlesen

Der Einsatz des digitalen Zwillings verspricht vielfältige Potenziale für den gesamten Lebenszyklus eines Produktes. Im Rahmen einer Befragung der Managementberatung Detecon halten die Studienteilnehmer vor allem den Unternehmensübergreifenden Einsatz für erfolgversprechend.‣ weiterlesen

Auf insgesamt 8.400m² errichtet Wibu System zwei neue Gebäude. Das eine soll zukünftig als Unternehmenssitz dienen, das andere soll als House of IT Security u.a. die Zusammenarbeit mit Startups fördern.‣ weiterlesen

Mehr Fachbesucher und eine größere Ausstellerzahl: Die IT-Sicherheitsmesse it-sa in Nürnberg hat mit ihrer diesjährigen Ausgabe neue Bestmarken erzielt.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige