Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Raphael Binder von Syslogic zum IPC-Markt

Wird der klassische Industrie-PC abgelöst?

Smartphones und Tablets erobern das Industrieumfeld. Ist das die Ablöse für den klassischen Industrie-PC? Nein, sagt Ralph Binder von Syslogic und berichtet darüber, wie sich der europäische IPC-Hersteller am Markt positioniert.

Bild: Syslogic GmbH

Bild: Syslogic GmbH

Begriffe wie IoT (Internet of Things) oder Industrie 4.0 sind seit Jahren omnipräsent. Für viele waren es lange reine Marketingbegriffe und Worthülsen, die allenfalls mit theoretischen Inhalten gefüllt wurden. Mittlerweile ist die Umsetzung in vollem Gang. Hard- und Software-Hersteller treiben die Vernetzung voran. Damit einher geht der Trend zu webbasierter Visualisierungssoftware. Dieser wiederum öffnet mobilen Geräten wie Smartphone oder Tablet den Zugang zu Industrieapplikationen. Wird also der klassische Industrie-PC nach und nach verdrängt? Mitnichten, sagt Raphael Binder, Product Manager bei der Embedded-Spezialistin Syslogic.

Neue Anwendungsgebiete fordern Leistung und Flexibilität

Zwar werden Smartphone oder Tablet zunehmend in Steuerungssysteme integriert, für die eigentlichen Steuerungs- und Visualisierungsaufgaben wird aber nach wie vor auf Industrie-PCs gesetzt. Ob die Daten direkt an der Anlage oder Maschine verarbeitet oder zentral gesammelt und verarbeitet werden, hängt stark von der Anwendung ab. Entsprechend macht Raphael Binder zwei Trends aus: Zum einen seien das kompakte, günstige Box-PCs, die peripher eingesetzt würden, zum anderen seien das Hochleistungsrechner, die zentral anspruchsvolle Steuerungsaufgaben übernähmen, so Binder weiter. Unabhängig davon gibt es zwei übergreifende Entwicklungen: Die neuen Einsatzgebiete für Industrie-PCs verlangen laufend mehr Rechenleistung und die Geräte müssen sich einfach anpassen lassen, um unterschiedliche Funktionen zu erfüllen.

Neue Leistungsklasse mit Multi-Core-Prozessoren

Dem Wunsch nach mehr Leistung kommt Syslogic mit den neuesten industriellen Prozessorplattformen entgegen. Aktuell werden vor allem die beiden Plattformen Apollo-Lake (Intel Atom x7-E3950, x5-E3930) und Skylake (Intel Core i3-6100U, i5-6300U, i5-6600U) nachgefragt. Künftig wird auch die siebte Generation der Core-i-Prozessoren (Kaby Lake) eine Rolle spielen. Die Rechenleistung wird nicht allein durch eine hohe Taktfrequenz, sondern auch durch mehrere Rechenkerne realisiert. Sowohl Apollo-Lake- als auch Skylake-Prozessoren sind auf den Spagat zwischen Rechenleistung und geringer Leistungsaufnahme ausgelegt. Als eines der wenigen europäischen Unternehmen in der Embedded-Branche verfügt das Unternehmen mit Niederlassungen in Deutschland und in der Schweiz über eine eigene Entwicklung und eine eigene Fertigung inklusive SMD-Bestückung. Diese Fertigungstiefe und 30-jährige Erfahrung gestattet der Hersteller, schon kleine Losgrößen günstig anzubieten. Raphael Binder, Product Manager bei Syslogic, erläutert: „Wir bieten einen Build-to-Order-Service bereits ab Losgrößen von 25 Exemplaren.“ Möglich ist das, weil Syslogic auf eine breite Palette an Standardprodukten zurückgreift. Diese lassen sich einfach auf spezifische Kundenanforderungen anpassen.

Klassische Tugenden nach wie vor gefragt

Neben Leistung und Flexibilität sind bei Industrie-PCs nach wie vor die klassischen Industrietugenden ein Schlüsselkriterium. Industrie-PCs sind oft extremen Temperaturen, Vibrationen und Schlägen sowie Feuchtigkeit ausgesetzt. Entsprechend müssen sie unter rauen bedingungen langfristig zuverlässig funktionieren – und zwar rund um die Uhr. Um das zu erreichen, setzt Syslogic auf ein robustes Industriedesign. Dazu gehören der Verzicht auf bewegende Teile, der weitgehende Verzicht auf Kabel sowie eine bedarfsgerechte Bauteilevaluation. Als Speichermedien kommen industrielle SSD-Speicher von Cactus Technologies zum Einsatz. Diese gehören zu den zuverlässigsten und langlebigsten Flash-Speichern auf dem Markt. Sämtliche Syslogic-Industrie-PCs werden passiv gekühlt. Zudem wird auf den Einsatz von Batterien verzichtet, um den wartungsfreien Betrieb sicherzustellen. Ein weiterer Grund, warum sich die Industrie-PCs von Syslogic im harten Industrieeinsatz bewähren, ist ein anspruchsvolles Testverfahren und eine gewissenhafte Qualitätssicherung. Eine weitere Eigenschaft, die Industrie-PCs seit jeher auszeichnet, ist ihre lange Verfügbarkeit. Gerade seit Technologien aus dem Consumer-Markt in die Industrie schwappen, steht es um die lange Verfügbarkeit oft nicht mehr zum Besten. Syslogic garantiert 20 Jahre ‚form, fit and function‘. Einerseits achtet das Unternehmen bereits während der Entwicklung darauf, dass nur langzeitverfügbare Komponenten eingesetzt werden, andererseits hat es in Retrofit-Projekten viele Erfahrungen gesammelt. Dadurch ist das Unternehmen in der Lage, neue Rechnergenerationen rückwärtskompatibel zu konfigurieren, sodass diese auch für alte Steuerungen eingesetzt werden können. Das Unternehmen bietet ein geregeltes Lifecycle Management über mehrere Prozessorgenerationen hinweg.

ANZEIGE

Hohe Anforderungen verlangen Spezialwissen vor Ort

Industrie-PCs übernehmen immer mehr Aufgaben. Entsprechend ist vielerorts ein hoher Spezialisierungsgrad gefragt. Und gerade können hiesige Spezialisten mit ihrem Service punkten. Für Syslogic bedeutet das auch, die Systemintegration zu erleichtern. Dazu liefert der Hersteller seine Geräte mit vorkonfigurierten Betriebssystemen wie Windows 10 IoT oder Linux Debian 9 aus. Nach der Zukunft des Industrie-PCs gefragt, sagt Binder: „Ich bin überzeugt, dass der Bedarf nach Rechenleistung weiter steigen wird.“ Insbesondere im Bereich optische Bildverarbeitung wird sich sehr viel tun, zeigt sich Binder überzeugt. Wichtig ist Syslogic auch das Thema IoT. Aktuell arbeitet das Unternehmen mit Projektgruppen daran, die Vernetzung unterschiedlicher Systeme zu vereinfachen. Es geht darum, Technologien wie NB-IoT, Lora, Sigfox oder Weightless-P in Industrie-PCs einzubinden.


Das könnte Sie auch interessieren:

Individuelle Kundenwünsche beeinflussen zunehmend die Produktion. Mit der Verbindung von Verkaufs- und Produktionskonfiguration lässt sich die Komplexität einer variantenreichen Fertigung in den Griff bekommen.‣ weiterlesen

52 Prozent der Unternehmen wollen ihre Ausgaben bezüglich der digitalen Transformation erhöhen. Dies hat der Business-Software-Anbieter IFS in einer Studie ermittelt für die weltweit mehr als 3.032 Führungskräfte befragt wurden.‣ weiterlesen

Die Bekuplast-Unternehmensgruppe produziert Mehrweg-Transportverpackungen aus Kunststoff. Seit 2019 dient ein Enterprise-Content-Management-System (ECM) von ELO als Grundlage, zentrale Geschäftsprozesse zu automatisieren und mit den IT-Systemen zu verzahnen.‣ weiterlesen

Bosch Rexroth gibt einige Veränderungen in der Geschäftsführung bekannt. Unter anderem tritt Filiz Albrecht die Nachfolge von Christoph Kübel an, der zum Jahresende in den Ruhestand geht.‣ weiterlesen

Der Solution Manager von SAP stand lange im Ruf, nicht das Organisationsgenie unter den Business-Anwendungen zu sein. Doch der Hersteller hat in Version 7.2 viel am Werkzeug verbessert. Der Produzent von Lebensmittelzutaten Döhler hat daher den SolMan von SAP mit dem BPM-Tool Aeneus verknüpft, um die Gestaltung von mehr als 2000 Geschäftsprozessen zentral und nachhaltig zu strukturieren.‣ weiterlesen

In einer weltweiten Studie haben TÜV Rheinland und das Marktforschungsinstitut Ponemon untersucht, wie es um die Cybersicherheit von Industrieanlagen bestellt ist. Demnach ist die Operational Technology besonders gefährdet.‣ weiterlesen

Mit dem stärksten jemals gemessenen Anstieg hat sich der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juni im Vergleich zum Vormonat etwas erholt. Er liegt nun bei 86,2 Punkten.‣ weiterlesen

Unternehmenswachstum sorgte bei der Penn GmbH für ein Umdenken in der Unternehmensstrategie. Mit der Implementierung eines Manufacturing Execution Systems wollte man etwa Excel-Listen in der Produktionsplanung ablösen. Mit der MES-Lösung von Proxia gelang es sogar, die Anlagenverfügbarkeit auf fast 100 Prozent zu steigern.‣ weiterlesen

Im vergangenen Jahr haben 76 Prozent der Unternehmen Rechenleistung aus der Cloud in Anspruch genommen. Dies geht aus einer Studie von Bitkom Research im Auftrag von KPMG hervor.‣ weiterlesen

Schneider Electric möchte seine gruppeninternen Kompetenzzentren für Schlüsseltechnologien stärken. Mit einem weiteren Ausbau des Standortes Marktheidenfeld wird dieser Weg nun fortgesetzt.‣ weiterlesen

Die überwiegende Zahl der Maschinenbauer ist zuversichtlich, mittelfristig auf das nominale Umsatzniveau von 2019 zurückzukehren. So lautet die Kernbotschaft der sechsten VDMA-Blitzumfrage zur Corona-Pandemie, an der 658 Unternehmen teilnahmen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige