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Wechselwirkungen von ERP- und MES-Kennzahlen

Stellschrauben für die Wertschöpfungskette

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Die enge Verzahnung von ERP- und MES-Kennzahlen gestattet Rückschlüsse auf die Fertigungseffizienz – und liefert damit Grundlagen für eine effiziente Steuerung etwa von Einkauf und Lagerzeiten.

Geld fließt nur, wenn die Maschine produziert

Eine weitere markante Wechselwirkung zeigt sich am MES-KPI ‚Prozessgrad‘ und der ERP-Kennzahl ‚Kapitalbindung‘. Der Prozessgrad beschreibt das Verhältnis der Hauptnutzungszeit der Anlagen zur gesamten Durchlaufzeit des Auftrags. Ein sinkender Prozessgrad signalisiert steigende Transport- und Liegezeiten des Materials zwischen den Arbeitsfolgen. Als Folge nehmen Umlaufvermögen und Kapitalbindung zu. Das hat wiederum negative Einflüsse auf Liquidität und Kapitalrentabilität. Ziel muss also sein, einen hohen Prozessgrad zu erreichen. Deshalb setzen immer mehr Unternehmen auf ein professionelles Management ihres Netto-Umlaufvermögens, auch als ‚Working Capital Management‘ bezeichnet. Laut einer Umfrage des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG könnten vor allem Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus in Deutschland dadurch viel Geld sparen. Das zeigt die Befragung von 128 deutschen Unternehmen der Branche mit einem Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro. Doch statt dessen werden oftmals Kredite aufgenommen, die den Jahresüberschuss belasten. Mehr als die Hälfte der Unternehmen sieht dies selbst kritisch und erkennt hier großes Verbesserungspotenzial.

Klarer Blick auf Einkauf und Logistik

Verbesserungspotenzial ist auch im Einkauf zu finden. Im Rahmen globaler Einkaufs- und Logistikstrategien lassen sich teils deutlich günstigere Preise erzielen als auf dem heimischen Parkett. Ein Beispiel hierfür ist die stark nachgefragte Ressource Stahl. Das Ergebnis günstiger Beschaffung sind optimale ERP-Kennzahlen im Bereich Beschaffungslogistik. Setzt ein Unternehmen eine Balanced Scorecard im Einkauf ein, so verbessert sich die Wertperspektive durch die Reduzierung der Beschaffungskosten enorm. Doch wenn etwa Verformbarkeit oder Steifigkeit des günstigen Materials nicht den gewünschten Qualitätsstandards entsprechen, kann der beschaffte Stahl zu Prozessinstabilitäten in der Umformtechnik führen – verminderte Qualitätsraten sowie eine gesunkene Effektivität wären die Folge. Die gesamte Leistungserbringung würde sich verteuern, was im Endeffekt zu Auftragsrückständen und Umsatzeinbrüchen führen könnte.

Passende Strukturen schaffen

Die beschriebenen Beispiele zeigen, in welcher Intensität sich Kennzahlen aus dem ERP- und MES-Umfeld beeinflussen. Unternehmen, die sich diese Verzahnung zunutze machen, verbreitern ihren Analysewinkel und sind in der Lage, die Stellschrauben der Wertschöpfung gezielt zu definieren und konsequent zu justieren. Doch bevor dies umgesetzt werden kann, müssen die organisatorischen Strukturen eine solche Vernetzung auch zulassen.


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