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Voraussetzungen für eine Industrie 4.0

Kapazitäten für die digitale Evolution

Das Kernelement vieler Industrie-4.0-Konzepte ist die echtzeitfähige, flächendeckende und intelligente Vernetzung von Mensch und Maschine mittels IT. Um im Unternehmen Kapazitäten für diesen vielversprechenden Wandel freizuschaffen, gilt es das Zusammenspiel der Business-IT so reibungslos wie möglich zu gestalten. Ein wichtiger Schritt dorthin kann über die Nutzung einer Unternehmensanwendung verlaufen, die ein hohes Maß an Funktionalität mit einem möglichst geringen Maß an Integrationsaufwand in sich vereint.



Im Bild: Frank Naujoks, Productmarketing Manager Dynamics AX bei Mircosoft Deutschland. Bild: Microsoft

Die Digitalisierung der Produktion und der Warenwelt wird in den nächsten Jahren unter dem Schlagwort Industrie 4.0 aller Voraussicht nach deutlich zunehmen, wie der IT-Branchenverband Bitkom in einer aktuellen Studie herausgefunden hat. So rechnet der Verband für Deutschland bis zum Jahr 2025 mit einem zusätzlichen Wertschöpfungspotenzial von 78 Milliarden Euro für die Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik, Automobilbau, chemische Industrie, Landwirtschaft sowie Informations- und Kommunikationstechnologie.

Das erwartete Potenzial setzt sich zusammen aus innovativen Produkten, neuen Dienstleistungen und Geschäftsmodellen sowie effizienteren betrieblichen Prozessen. Anwendungen dafür erstrecken sich über die gesamte Wertschöpfungskette; vom Vertrieb über die Produktentwicklung, Produktion und Logistik sowie die unterstützenden Bereiche. Aufgrund der stark steigenden Komplexität der Prozesse und dem oft schwer zu durchschauenden Zusammenspiel einzelner Produktionsfaktoren kann der IT eine Schlüsselrolle bei Optimierungsprogrammen zufallen. Denn laut Bitkom ist die echtzeitfähige, flächendeckende und intelligente Vernetzung von Menschen, Maschinen, Objekten und Enterprise Resource Planning-Systemen (ERP) eines der Kernelemente von Industrie 4.0.

Fragmentierte IT-Landschaft bindet Kapazitäten

Allerdings haben viele mittelständische Betriebe gar keine Kapazitäten, um dieses Potenzial zu nutzen. Im Moment sind sie vor allem mit der Konsolidierung ihrer heterogenen ERP-Systeme beschäftigt, wie das Beratungsunternehmen Detecon im Auftrag des Bitkom herausgefunden hat. Schnelle Expansion in der Vergangenheit ging demnach oft zu Lasten der Integration, und deshalb arbeiten viele Fertigungsbetriebe in fragmentierten IT-Landschaften.

Zu den Folgen zählt unnötig hoher Aufwand für Wartung, Pflege und Know-how-Transfer. Hinzu kommen vielerorts Reibungsverluste bei internen Abstimmungs- und Konsolidierungsläufen. Um die Abläufe insgesamt glatter zu gestalten, kann der Einsatz integrierter ERP-Systeme einen wesentlichen Beitrag leisten – wenn sie hinsichtlich den implementierten Funktionalitäten mit segmentierten Spezialanwendungen gleichziehen. Dabei sollten insbesondere CIO darauf achten, dass die eingesetzte ERP-Lösung einige Anforderungen erfüllt:

  • effiziente und schnelle Geschäftsprozesse
  • hohe Datentransparenz
  • eine tiefe Prozessintegration mit Kunden und Lieferanten
  • Hilfsmittel für den Einblick in den Produktionsprozess und für Geschäftsentscheidungen

Echtzeit-Sicht auf produktionsrelevante Informationen

Mithilfe integrierter ERP-Systeme können sich produktionsrelevante Informationen in Echtzeit abrufen und die Unternehmen auf dieser Datengrundlage gezielter steuern lassen. „Bereits im Vertrieb werden die kurz-, mittel- und langfristigen Umsatzprognosen mit Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichtet. Dadurch können wir Materialbeschaffung und Produktionsplanung optimieren“, sagt Michael Schweers, Geschäftsführer der Schweers Informationstechnologie, einem Anbieter von mobilen Erfassungsgeräten für Politessen. Sein Unternehmen – Anwender von Microsoft Dynamics AX – ist ein Beispiel dafür, wie sich durch frühzeitigen Datenaustausch und Vernetzung kosteneffizienter produzieren lässt.

Hatten früher in Sachen Funktionsumfang Speziallösungen im Vergleich zu integrierten Systemen meist die Nase vorn, sprechen viele Anbieter inzwischen von einem funktionalen Gleichstand. Das liegt zum einen daran, dass ERP-Anbieter zuletzt viel in den Ausbau ihrer Produktionsmodule investiert haben. Zum anderen entwickeln viele ehemalige Spezialisten ihre Lösungen mittlerweile in der Partnerlandschaft großer ERP-Anbieter – auch um nicht eines Tages technologisch bei Themen wie Cloud Computing oder mobiler Systemnutzung abgehängt zu werden. „Bei integrierten Prozessen fallen Fehler schnell auf. Unsere Mitarbeiter stimmen sich heute besser ab. Dadurch ist das Verständnis für die betriebliche Leistungserstellung gestiegen“, schildert Schweers.


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