Anzeige
Anzeige
Anzeige

Von der Zeichnungsdatenbank zur Systemlösung

Beitrag drucken

Schrittweiser Umstieg für mehr Mitarbeiterakzeptanz

Nach dem Roll-Out wurde die Lösung auch bei der Muttergesellschaft Getrag eingeführt. Auch dort hat sich der Ansatz einer iterativen Einführung der PLM-Applikation bewährt. Bei Getrag Ford Transmission wählte das Projektteam den Weg, bestehende Lösungen mit den Funktionen des neuen Systems zu kombinieren, um so den bestmöglichen Mehrwert für die Prozessunterstützung zu erzielen. So werden im PLM-System nur die von allen Abteilungen gemeinsam benötigten Daten zusammengeführt. Damit wird sichergestellt, das Ingenieure weiterhin in ihrer gewohnten Arbeitsumgebung bleiben und dennoch mit aktuellen und abgestimmten Spezifikationen arbeiten können. Gleichzeitig haben die Anwender die Möglichkeit, weitergehende Funktionen der neuen PLM-Anwendung zu nutzen. „Haben unsere Ingenieure erst einmal die Vorteile einer durchgängigen und bereichsübergreifenden Lösung erkannt, wechseln sie leichter in die neue Umgebung“, beschreibt Hüsemann die Vorgehensweise. „Unser Motto lautet: Wir wollen überzeugen, aber keinen zum Umstieg zwingen“, sagt Hüsemann weiter.

Reklamationsmanagement mit 8D-Prozessen

Ebenfalls komplett eigenständig entwickelte Getrag Ford eine Anwendung für das Reklamationsmanagement. Zuvor existierten unterschiedliche Insellösungen, wodurch rund um die Qualitätssicherung hoher Arbeitsaufwand entstand. Die nun verfügbare Lösung unterstützt die in der Automobilbranche häufig eingesetzte 8D-Methodik: Ähnlich wie bei Six-Sigma wird hiermit eine systematische Vorgehensweise und konsequente Dokumentation der einzelnen Schritte bei einer Reklamation unterstützt. Der faktenorientierte Ansatz sorgt dafür, dass Produktfehler auf ihre Ursachen zurückgeführt und diese abgestellt werden können. Zentrales Werkzeug ist ein 8D-Report, der acht obligatorische Disziplinen oder Prozessschritte definiert, die bei der Abarbeitung einer Reklamation zur Lösungsfindung erforderlich sind. Die Anwendung wurde für rund 3.500 Mitarbeiter an vier internationalen Standorten freigeschaltet, wobei rund 100 Mitarbeiter primär mit der Applikation arbeiten.

Flexible Methodik erleichtert die Integration

„Unsere Vorgehensweise war bislang sehr erfolgreich“, fasst Hüsemann zusammen. „Die iterative Anwendungsentwicklung erfolgt gemeinsam mit den Fachbereichen auf Augenhöhe. Neue Anforderungen finden so sehr schnell ihren Weg in ein erstes Modell und ein zeitnahes Feedback führt zu weiteren kurzfristigen Ergänzungen an der Software“, sagt der Projektleiter weiter. Bei Getrag Ford Transmission wird Aras wie eine Prozessentwicklungsplattform verwendet. So kann das Unternehmen zeitnah auf geänderte Marktbedingungen oder neue Anforderungen von Kunden reagieren. „Insgesamt haben die beteiligten Fachbereiche deutlich an Flexibilität, Geschwindigkeit und Effizienz gewonnen“, lautet das Fazit von Hüsemann. Auch künftig soll die Entwicklung primär mit internen Ressourcen vorangetrieben werden. Das Wissen um die internen Verfahren und Abläufe ist innerhalb der Fachbereiche vorhanden, so dass externe Berater begrenzten Mehrwert bringen würden. Gleichzeitig ist für einen erfahrenen Software-Entwickler die Einarbeitung in die Technologie vergleichsweise einfach erlernbar. „Wenn wir externen Beratern erst unser eigenes Geschäft erklären müssen, kommt uns dies teurer, also wenn sich unsere Experten in Aras einarbeiten und die gewünschte Prozessunterstützung selbst entwickeln“, resümiert Hüsemann.

Neue Projekte sind bereits am Start

Seit dem Sommer 2012 nutzen regelmäßig mehr als 400 Mitarbeiter in Deutschland, Schweden, Großbritannien und Frankreich die in neu implementierten Lösungen. Weitere Projekte befinden sich in Planung oder Umsetzung. Beispielsweise wird im ersten Quartal 2013 eine Catia V5-Datenverwaltung für den Getrag-Konzern erfolgen, nachdem diese Lösung bei der Getrag Ford Transmission GmbH bereits erfolgreich umgesetzt wurde. Im zweiten Quartal ist die Einführung einer Datenverwaltung für Pro/Engineer sowie einer Lösung für das Engineering Change Management vorgesehen. In den nächsten Jahren soll neben der Bereitstellung zusätzlicher Funktionen der Schwerpunkt auf der Schaffung einer übergreifenden PLM-Systemlandschaft bestehend aus Lösungen von SAP und Aras liegen.

PLM-Einsatzbereiche bei Getrag Ford im Überblick

  • Zeichnungsverwaltungssystem mit rund 4.500 Dokumenten aus der Produktion
  • Angebots- und Budgetverwaltung für das Controlling neuer und laufender Projekte
  • Application Lifecycle Management (ALM) zur Steuerung der Software-Entwicklungsprozesse
  • Unterstützung von Qualitätssicherung und Reklamationsmanagement mit 8D-Prozessen
  • Verwaltung von Messergebnissen im Prototypenbau
  • Enge Integration mit Catia V5 & ProEngineer für das CAD-Datenmanagement


Das könnte Sie auch interessieren:

So gut die Förderanlagen von Kühne im Betrieb auch funktionierten - bei den internen Fertigungsabläufen war Luft nach oben. Eine weitreichende Digitalisierungskampagne sollte das ändern. Heute fertigt die Firma vom Auftragseingang bis zur Auslieferung in einem durchgängigen Prozess - was künftig Optimierungen auf einem ganz neuen Niveau erlaubt.‣ weiterlesen

Meba Sawing Solutions setzt bereits seit den 1980er Jahren auf ein ERP-System. Doch die Software zur Verwaltung der Maschinen und Montage-Arbeitsplätze war in die Jahre gekommen und vieles wurde händisch in Excel-Listen ausgewertet. 2020 entschloss sich das Unternehmen daher, auf die MES-Lösung von Proxia zu setzen.‣ weiterlesen

Mit Beatrix Martinez hat Dassault Systèmes eine neue Vice President Investor Relations. Sie tritt die Nachfolge von François-José Bordonado an, der im nächsten Jahr in den Ruhestand geht.‣ weiterlesen

Beim Anlagenbauer Mühlböck bildete der Produktkonfigurator das Herzstück der Auftragsbearbeitung. Mit der Einführung eines neuen ERP-Systems sollte dieser abgelöst werden. Eine Aufgabe, die sich als sehr komplex herausstellte. Nach langer Suche und einem gescheiterten Versuch stellte sich schließlich Asseco Solutions dieser Herausforderung.‣ weiterlesen

Die Zunahme von Remote Work und der damit gestiegene Bedarf nach sicheren, hybriden Arbeitsumgebungen stellt IT-Verantwortliche vor Herausforderungen: Denn die Cyberangriffe auf Unternehmen steigen seit der Pandemie an.‣ weiterlesen

Die Cyberkriminalität nimmt zu und Cybersecurity-Fachleute sind schwer zu finden, folglich wächst die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich Cybersecurity jährlich um mehr als 30% (laut (ISC)2, 2021), und gut vorbereitete Studierende werden die ersten sein, die für die Top-Jobs der Branche infrage kommen. Daher werden akademische Programme, die sie darauf vorbereiten, sehr gefragt sein.‣ weiterlesen

Nozomi Networks Labs hat seinen neuesten OT/IoT Security Report veröffentlicht. Wie der Bericht zeigt, hatten Wiper-Malware, die Aktivitäten von IoT-Botnetzen und der Ukraine-Krieg im ersten Halbjahr 2022 entscheidenden Einfluss auf die Bedrohungslandschaft. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 konnten die Forscher von Nozomi Networks Labs Aktivitäten verschiedenartiger Bedrohungsakteure beobachten. Dazu zählten Hacktivisten, von staatlichen Stellen vorangetriebene APTs und Cyberkriminelle.‣ weiterlesen

Der Fokus von cyberkriminellen Handlungen liegt auf Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, maßgeblich um den Betrieb lahm zu legen oder um Erpressungsgelder zu erbeuten. Dass die Gefahrenlage angespannt ist, belegen Fakten: Laut BSI wurden 2021 rund 144Mio. neue Schadprogramme identifiziert.‣ weiterlesen

Der IT-Dienstleister Syntax hat mit Catherine Solazzo eine neue Marketing-Chefin. Sie soll u.a. die Nachfrage-Generierung des Unternehmens vorantreiben.‣ weiterlesen

Darüber, ob der der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) im Arbeitsalltag von Ingenieuren und Ingenieurinnen angekommen ist, liefert eine VDI-Umfrage Erkenntnisse. Der Verband hat seine Mitglieder dazu befragt.‣ weiterlesen

Die Materialknappheit in der deutschen Industrie hat sich im Juli kaum entspannt. Und auch für die nächsten Monate ist laut Ifo Institut nicht mit einer deutlichen Erholung zu rechnen.‣ weiterlesen