Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Verwaltung von Beziehungswissen

Unterstützung bei der Varianten-Pflege

Viele produzierende Unternehmen setzen bei der Konfiguration ihrer Produkte auf das Werkzeug SAP-Variantenkonfiguration. Das dazu erforderliche Beziehungswissen zu Teilen und Komponenten wird im Regelwerk der Software hinterlegt. Mit der Komplexität eines Produkts wächst somit der Pflegeaufwand des Regelwerkes. Das Add-on
IT.Configure der Itelligence AG unterstützt Anwender bei dieser Aufgabe, indem das Beziehungswissen auf einer zentralen Oberfläche verwaltet und gepflegt werden kann.

Bild: itelligence

Das Nachfrageverhalten von Kunden und Konsumenten ändert sich schnell. Produzierende Unternehmen erweitern und verändern ihre Produkt- und Modellpalette daher laufend. Schon bei der Standardausführung von Computern, Autos oder Maschinen gibt es eine Vielzahl von Konfigurationsmöglichkeiten. Firmen, die bei der Unternehmensplanung auf die Software SAP ERP setzen, verwenden im Bereich der Produktkonfiguration häufig den SAP-Variantenkonfigurator (LO-VC). Die Anwendung ist Bestandteil des Enterprise Resource Planning-Systems (ERP) des Walldorfer Herstellers. Mit dem umfassenden Werkzeug lassen sich Merkmale der unterschiedlichen Varianten eines Produktes einschließlich ihrer wechselseitigen Beziehungen abbilden; zugleich unterstützt es Prozesse in Beschaffung, Logistik, Produktentwicklung, Produktion und Vertrieb. Auf Basis eines vorab festgelegten Regelwerks, dem SAP-Beziehungswissen, können dazu die technische Machbarkeit einer Variante, ihr Preis sowie das Datum der Auslieferung bestimmt werden.

Zentrale Oberfläche für die Regelpflege

Zur Pflege dieses Beziehungswissens gibt es im LO-VC den Beziehungswissen-Editor. Dieser ist unter anderem auch über die ‚Transaktion Product Modeling Environment for Variant Configuration‘ (PMEVC) zu erreichen. Diese Umgebung für die Produktmodellierung fasst die für eine Konfiguration relevanten Objekte zusammen. Über einen Editor wird das zugehörige Regelwerk in Form eben des Beziehungswissens abgebildet. Angesichts der teils komplexen Regeln kann die Verwaltung und Pflege des Beziehungswissens schnell unübersichtlich werden und viel Zeit beanspruchen. Zudem erfolgt der Aufbau neuer Regelwerke in einer eigenen Syntax. Infolge dessen übernehmen in Unternehmen in der Regel nur ausgebildete Spezialisten die Pflege des Modells. Um vor diesem Hintergrund die Arbeit mit Beziehungswissen zu erleichtern, hat die Itelligence AG das Add-on IT.Configure entwickelt. Die Zusatzlösung ist darauf ausgelegt, Regelwerke und Variantentabellen in einer zentralen Bedienoberfläche darzustellen, um eine effiziente Modellierung und Verwaltung zu ermöglichen.

Außerdem verfügt die Lösung über ein ‚intelligentes‘ Sperrkonzept, damit mehrere Anwender gleichzeitig auf Beziehungswissen zugreifen und es bearbeiten können. Durch die parallele Arbeit lassen sich Aufgaben vielfach zügiger erledigen und somit Folgeprozesse in Entwicklung und Fertigung früher anstoßen. Das Add-on ist in der proprietären SAP-Programmiersprache ‚Advanced Business Application Programming‘ (ABAP) geschrieben und kann so in Standardobjekte eingebunden werden. Dazu zählen etwa Konfigurationsprofile im LO-VC, Stücklisten oder Arbeitspläne. In dem Add-on sind die Regeln hierarchisch geordnet, von der allgemeinen Definition eines Standards bis zur Definition von Ausnahmen. Dabei gilt eine allgemeine Regel nur so lange, bis sie durch eine speziellere überschrieben wird. Somit kann die Anzahl der Datensätze reduziert und dieses gleichzeitig effizienter bearbeitet werden, da nur die Ausnahmen zu pflegen sind: Wird beispielsweise ein Wert auf der untersten Ebene gesetzt, überschreibt er alle Wertsetzungen in den Ebenen darüber.

Schlüssel-Abhängigkeit nach dem ‚Wenn-dann‘-Prinzip

Diese Anpassungen am Regelwerk sind möglich, da die Standardmerkmale oder die Kombinationen aus einzelnen Merkmalen in dem Add-on technisch als Schlüssel deklariert werden. Die Definition der Abhängigkeiten erfolgt nach dem ‚Wenn-dann‘-Prinzip: An einem Schlüssel werden Bedingungen gepflegt, die den ‚Wenn-Teil‘ einer Regel beschreiben. Er kann durch Einzelbedingungen wie die Abhängigkeit von zusätzlichen Merkmalen oder Merkmalswerten ergänzt und erweitert werden. Zu jedem ‚Wenn-‚ gehört ein ‚Dann-Teil‘, in dem Auswahlbedingungen, Formeln, Merkmalswerte, Werteinschränkungen oder Vorgabewerte festgelegt sind. Da dem Endanwender der Wenn- und der Dann-Teil in derselben Bedienoberfläche angezeigt werden, lassen sich beide koordiniert bearbeiten. Die Schlüssel und die zugehörigen Regeln sind wiederum in einer ‚ID‘ organisiert. Von diesen IDs können mehrere vergeben und in einem SAP-Mandanten bearbeitet werden.

Hierarchische Struktur für komplexe Produkte

Ein Beispiel für die Anwendung der Applikation liefert die Konfiguration eines Autos: Diese wird etwa als allgemeinster Schlüssel ‚Modell‘ definiert und bildet somit die oberste Ebene. Danach folgt der etwas genauere Schlüssel ‚Ausstattung‘ und schließlich, auf der untersten Ebene, eine Kombination der Schlüssel ‚Modell‘ und ‚Ausstattung‘, die viele Details enthält. Grundlegende Ausstattungsmerkmale sind auf der allgemeinen Ebene ‚Modell‘ verbindlich definiert. Bei der Konfiguration eines Autos kann dann im Schlüssel ‚Modell‘ der Einbau von Stoffsitzen als Standard definiert sein, der auch für die Basisausstattung gilt. Anders ist es bei der Luxusausstattung. Hier wird am Schlüssel ‚Ausstattung‘ eine Regel gepflegt, dass Ledersitze eingebaut werden, oder dass beim Top-Modell einer Baureihe die Ledersitze in der Komfortausstattung verbaut werden.

Durch den Einsatz des Add-ons sollen sich mit einen Produkt vertraute Anwender auf die Pflege dieser Ausnahmen konzentrieren können. Dazu hält der Anbieter die Bedienung des Werkzeugs möglichst einfach, um den anfänglichen Schulungsaufwand und gering zu halten. Die Lösung bietet unter anderem Suchfunktionen, eine kontextbezogene Merkmalsanzeige, dynamische Filterung von Regeln sowie die Darstellung der Änderungshistorie oder angewendeter Regeln. Für Regeln, die unter einem Schlüssel definiert sind, lassen sich weitere Einschränkungen als Bedingungen definieren und dann per Drag-and-Drop kopieren und bearbeiten. Außerdem kann für gleiche Merkmale eine Default-Vererbung eingerichtet werden, die greift, wenn keine anderslautenden Eingaben getätigt wurden. Die Simulation der Produktkonfiguration, die in der Transaktion CU50 des LO-VC erfolgt und bei der getestet wird, ob Objekte korrekt angelegt sind und das Beziehungswissen funktioniert, lässt sich direkt aus der Arbeitsoberfläche des Add-ons heraus starten.

Datenmodell schrittweise umstellen

Die Regeln werden in nur wenigen Datenbanktabellen abgelegt, um den Zeitaufwand für die Erstellung und Pflege der Konfigurationsstammdaten zu reduzieren. Dass die Regeln zudem in einer hierarchischen Struktur verwaltet werden, hat wiederum positiven Einfluss auf Stammdatenqualität und Übersichtlichkeit der Konfiguration. Um den Umstieg auf das Add-on zu erleichtern, müssen SAP-Anwender ihr bisheriges Datenmodell nicht auf einen Schlag umzustellen, sondern können dies schrittweise von Objekt zu Objekt tun. So ist es zum Beispiel möglich, zunächst alle Neuentwicklungen, Modell für Modell, oder einzelne Modellbereiche im Add-on zu bearbeiten.


Das könnte Sie auch interessieren:

Rund 130 Aussteller werden am 12. und 13. Februar auf der FMB-Süd in Augsburg erwartet. Der Branchenmix reicht von der Metall- und Kunststoffverarbeitung über Montage-, Handhabungs- und Automatisierungstechnik sowie Antriebstechnik bis zur Steuerungstechnik.‣ weiterlesen

Vom 12. bis zum 13. Februar 2020 findet in Dortmund die Maintenance statt. Rund 220 Aussteller werden dann auf dem dortigen Messegelände erwartet - darunter Dienstleister, Handelshäuser und Software-Anbieter. Wie die Veranstalter mitteilen, werden auch zahlreiche Maschinen- und Anlagenbauer vor Ort sein.‣ weiterlesen

Menschen können Probleme entweder logisch und mit Ruhe betrachten, oder spontan und emotional entscheiden. Ähnlich geht es dem Computer: Moderne Deep-Learning-Verfahren liefern schnelle Ergebnisse, die jedoch nicht nachvollziehbar sind. Wissenschaftler des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) untersuchen nun, wie sich diese Ergebnisse durch formale Verfahren überprüfen lassen und so verlässlicher werden – ohne an Schnelligkeit einzubüßen.‣ weiterlesen

Das Konzept der 'Master Data Quality Gates' soll in Unternehmen für stets korrekte Stammdaten sorgen. Im Kern werden dabei die Daten kontinuierlich und automatisch kontrolliert, statt etwa vor einem Softwareprojekt aus dieser Aufgabe jedes Mal ein Großprojekt zu machen.‣ weiterlesen

Ein ausgeschalteter Rechner gilt als sicher - arbeiten kann man darauf allerdings auch nicht. Das Dilemma zwischen Funktion und Sicherheit beschäftigt jeden, der die IT industrieller Anlagen schützen soll. Alle Rechner mit Kommunikationsverbindung zu einer Produktionsanlage sind ein potentielles Einfalltor und eine Gefahr für die IT-Sicherheit.‣ weiterlesen

Die Stromkosten für deutsche Rechenzentrumsbetreiber sind mit 113,11€ pro Megawattstunde am höchsten. Der große Unterschied zu den Nachbarländern ergibt sich dabei aus den Nebenkosten.‣ weiterlesen

Wer die digitale Transformation im Unternehmen vorantreiben will, kommt an dem vorhandenen ERP-System nicht vorbei. Ob die Lösung den Anforderungen auch künftig gerecht wird, oder ob es Zeit für einen Wechsel ist, lässt sich in einem Digitalisierungscheck ermitteln.‣ weiterlesen

Harting und Expleo haben im Rahmen der SPS 2019 in Nürnberg eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Vorstandsvorsitzender Philip Harting und Peter Seidenschwang, Head of Industry bei Expleo Germany, unterzeichneten die Vereinbarung, mit der beide Parteien die langfristige Zusammenarbeit im Bereich datengesteuerter Dienste und IoT-Lösungen für Industriekunden bekräftigen.‣ weiterlesen

Laut einer Accenture-Studie können Unternehmen, die in die Skalierung von Technologieinnovationen investieren, mehr als doppelt so hohe Umsatzwachstumsraten erzielen. Dies betrifft in der Studie lediglich zehn Prozent der befragten Unternehmen.‣ weiterlesen

Mit steigender Auftragszahl stieß das ERP-System der ITV GmbH an seine Grenzen. Viele Prozesse erforderten zudem noch viel Handarbeit, etwa beim Einpflegen von Daten. Diese dokumentenbasierten Prozesse sollten mit einer Branchenlösung künftig digital ablaufen.‣ weiterlesen

Digitalgestützte Assistenzsysteme gewinnen in Fabriken an Bedeutung. Gerade komplexe Fertigungsaufgaben lassen sich so schnell, mit weniger Fehlern und von geringer qualifizierten Mitarbeitern ausüben. Für eine Studie haben 144 Produktionsverantwortliche darüber gesprochen, wie es in ihren Werken um die digitale Assistenz bestellt ist.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige