Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Verwaltung und Fertigung

Wertschöpfung verbessern am Shop Floor

ERP- und MES-Lösungen dienen der Optimierung von Geschäfts- und Produktionsprozessen. Unternehmen setzen heute verstärkt auf das Zusammenspiel beider Systeme, da ERP-Systeme oft nicht die planungs- und fertigungsnahen Stärken von MES-Lösungen im Produktionsumfeld aufweisen. Mit produktionsnahen Systemen lassen sich Veränderungen im Fertigungsbereich meist zügig und flexibel abbilden.



Bild: © kadmy/Stockphoto.com

Enterprise Resource Planning-Systeme sorgen für eine Optimierung von Geschäftsprozessen und Standardisierung der Organisation. Sie können zudem die Kommunikation zwischen Abteilungen erleichtern. Ihre Stärken haben sie vor allem im Finanz- und Rechnungswesen, im Controlling, in der Personalwirtschaft, in Verkauf und Marketing und in der Stammdatenverwaltung. Und sie bieten einen Grobplanungshintergrund, der sehr wesentlich ist und auf dem Manufacturing-Execution-Systeme üblicherweise aufbauen.

ERP ist daher ohne Frage das Fundament, auch in der Fertigung. In der täglichen Arbeit eines Fertigungsunternehmens aber geht es beispielsweise nicht um die Vorschau über mehrere Monate, sondern darum, was in den nächsten Stunden, in den nächsten Schichten passiert. In diesem Kurzfristbereich sind eine hohe Flexibilität und auch ein bestimmter Detailliertheitsgrad gefragt. Hier kommen MES ins Spiel. Die VDI-Richtlinie VDI 5600 formuliert es so: „Manufacturing Execution Systems (MES) sind nicht nur Instrumente zur Generierung von Kennzahlen. Ermöglicht wird auch die permanente Neubewertung der aktuellen Fertigungssituation und somit eine permanente Neuplanung für das Fertigungsgeschehen in der nahen Zukunft.“ Diese Systeme sind also ganz nah dran an der Fertigung, an den Maschinen und an den Werkern.

Verlässliche Daten

Die Vorteile von MES-Lösungen in der Fertigung beginnen im Bereich der Planung. Durch eine Feinplanung im MES entstehen hier Möglichkeiten von Rüstoptimierung und genauer Belegung von Einzelmaschinen. ERP-Systeme belegen hingegen üblicherweise Arbeitsplatzgruppen und gehen nicht mehr bis auf das Einzelaggregat herunter. Es ist eher selten, dass hier noch eine Sekundärressource wie der einzelne Werker berücksichtigt werden kann. Die Feinplanung in einem MES-System hingegen setzt sich mit genau diesen Themen auseinander.

Dort ist dann auch die Kopplung zu Personalzeiterfassung-Systemen und zu Schichtmodellen vorhanden. Im ERP hat man in der Regel Kapazitätstöpfe, die man aus einem Betriebskalender entnimmt und nicht aus der konkreten Planungssituation mit den aktuellen Personalkapazitäten, wie ein MES das macht. Dennoch ist ein MES-System nur eines von vielen Systemen, die wie Satelliten um das ERP herum angeordnet sind. In der Praxis entsteht oft aus Bereichen wie Business Intelligence, Big Data, Controlling oder Qualitätssicherung eine Systemlandschaft mit dem ERP-System als Rückgrat.

Detaillierte Daten

Das MES ist dafür zuständig, Daten aus der Fertigung in guter Qualität bereitzustellen, und ihre Erfassung zu erleichtern. Dies erfolgt in einem Detallierungsgrad, der ein ERP-System im Normalfall nicht interessiert. Daher werden diese Daten verdichtet und validiert an das ERP-System weitergegeben, damit dort die zu bewältigenden Aufgaben wie Nachkalkulation, die Abwicklung des Kundenauftrags bis hin zur Lieferung auf einer validen Datenbasis fundiert verwaltet werden können. Die vom MES erzeugten Daten bilden schließlich die Basis zur Berechnung von Kennzahlen und Darstellung detaillierter Informationen.

Die damit geschaffene Informationszentrale kann in verschiedenen Bereichen Anwendung finden und steht somit einerseits für Produktionsmitarbeiter parat und dient zeitgleich als Basis für Managemententscheidungen. An dieser Stelle kommen auch unternehmenskulturelle Unterschiede wie Primärzielgruppen von ERP- und MES-Systemen ins Spiel. So haben wir im stärker betriebswirtschaftlich arbeitenden Teil des Unternehmens die ERP-Nutzer in Geschäftsführung, Finanzbuchhaltung, Controlling und mit anderen finanztechnischen Anwendungen. Deren Anforderungen werden von einem ERP gut abgedeckt.

Auf der anderen Seite gibt es die Welt der Fertigung mit ihren zum Teil oben beschriebenen, spezifischen Anforderungen an eine Planungs- und Fertigungslösung auf Basis produktionsnaher Software. Will man nun als IT-Dienstleister eine Lösung sowohl für den Controlling-Leiter als auch für den Fertigungsleiter entwickeln, wird er wahrscheinlich scheitern oder eine nur schlecht funktionierende Software präsentieren.


Das könnte Sie auch interessieren:

Bei allen Vorteilen, die Industrie-4.0-Technologien mit sich bringen, muss zunächst auch eine leistungsstarke digitale Infrastruktur vorhanden sein. Sie muss große Volumen an Sensordaten schnell, sicher und ortsunabhängig übertragen und auswerten können. Mit dem Rückgriff auf externe Partner erhalten Firmen eine solche Infrastruktur - und gleichzeitig Zugang zu einem erweiterten Ökosystem.‣ weiterlesen

Im nordrhein-westfälischen Düren findet sich die vermutlich einzige professionelle Wurmzucht Deutschlands - und die wahrscheinlich am weitesten automatisierte weltweit. Die nötigen Anlagen dafür wurden vom Unternehmer selbst in bester Daniel-Düsentrieb-Manier entwickelt und gebaut - mit einem Fokus auf kostengünstige, aber zuverlässige Automatisierungstechnik.‣ weiterlesen

Die Hoffmann Group hat auf der Emo 2019 erstmals ihr Hoffmann Group Tool Management gezeigt. Mit der Software können kleine und mittelgroße Betriebe ihre Werkzeuge verwalten und deren Einsatz planen.‣ weiterlesen

Der Autobauer Porsche hatte am Dienstag mit einem zeitweisen Stillstand in seiner Produktion zu kämpfen. Grund dafür war ein Serverausfall.‣ weiterlesen

Software für das Product Lifecycle Management (PLM) ist eine substanzielle Investition in die Zukunft. Die Frage nach ihrer Wirtschaftlichkeit beschäftigt deshalb alle Unternehmen - und ist nach heutigem Kenntnisstand gut zu beantworten.‣ weiterlesen

Der Einsatz des digitalen Zwillings verspricht vielfältige Potenziale für den gesamten Lebenszyklus eines Produktes. Im Rahmen einer Befragung der Managementberatung Detecon halten die Studienteilnehmer vor allem den Unternehmensübergreifenden Einsatz für erfolgversprechend.‣ weiterlesen

Auf insgesamt 8.400m² errichtet Wibu System zwei neue Gebäude. Das eine soll zukünftig als Unternehmenssitz dienen, das andere soll als House of IT Security u.a. die Zusammenarbeit mit Startups fördern.‣ weiterlesen

Mehr Fachbesucher und eine größere Ausstellerzahl: Die IT-Sicherheitsmesse it-sa in Nürnberg hat mit ihrer diesjährigen Ausgabe neue Bestmarken erzielt.‣ weiterlesen

Die Auftragseingänge in der deutschen Elektroindustrie sind im August 2019 um 6,7% gegenüber Vorjahr zurückgegangen. Die Inlandsbestellungen gaben um 9,6 und die Auslandsbestellungen um 4,5% nach. Im Gesamtzeitraum von Januar bis August dieses Jahres lagen die Auftragseingänge damit 1,6% unter Vorjahr. Hier bestellten inländische Kunden 1,1 und ausländische 2,1% weniger.‣ weiterlesen

Der Anteil der deutschen Unternehmen, die 3D-Druck einsetzen, ist zwar im Vergleich zum Jahr 2016 gestiegen – von 37 auf 63 Prozent. Eine Führungsposition hat Deutschland in der Studie des Beratungsunternehmens EY eingebüßt.‣ weiterlesen

Im Forschungsprojekt 'Instant Factory Maps' des Instituts für Integrierte Produktion Hannover IPH werden Fabriklayouts per Kameradrohne erfasst. Bei einem kurzen Rundflug durch die Fabrik nimmt die Drohne Tausende Fotos auf, die eine Software automatisch zu einem dreidimensionalen Layout zusammensetzt.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige