Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Versuchsdaten im Produktlebenszyklus-Management

Testergebnisse dauerhaft nutzbar machen

Fachabteilungen, die Elektronik, Mechanik, Baugruppen oder ganze Fahrzeuge und Maschinen testen, dokumentieren ihre Ergebnisse in aller Regel gewissenhaft. Es entsteht eine Informationsbasis, die Produktdaten um wichtige Aspekte der Sicherheit und Interaktion von Komponenten erweitern kann. Doch in den meisten Unternehmen fehlt der übergreifende Blick, Wissen kann kaum außerhalb seines Entstehungsprozesses genutzt werden.

Bild: michaeljung/Fotolia

Lösungen für die Verwaltung von Messdaten (MDM) sind häufig noch zu eng angelegt. Die Ablage der Daten wird eher durch die Ausgabeformate der Messsysteme oder Mitarbeitergewohnheiten diktiert als durch ihre objektive Eignung. Beispielsweise mag eine dateiorientierte Ablage in der Fachabteilung noch funktionieren. Sobald andere Abteilungen und Partnerunternehmen auf die Daten zugreifen müssen, wird es schwierig. Beispiel Automobilindustrie: Entwicklungen von Hybridantrieben oder Fahrerassistenzsystemen lassen den Testaufwand steigen und Entwicklungskooperationen über Abteilungs- und Unternehmensgrenzen hinweg zur Regel werden. Messdaten müssen also schnell und flexibel ausgetauscht werden können.

Gerade beim Blick über die aktuelle Nutzung hinaus wären ein einheitliches Format und eine gut recherchierbare Ablage von Messdaten über den ganzen Produktlebenszyklus wünschenswert. Denn wenn etwa Komponenten in Nachfolgeprodukte übernommen werden, werden auch archivierte Testergebnisse wieder relevant. Der Lebenszyklus von Messdaten kann sogar sehr lang sein: Für Produkthaftungsprozesse relevante Daten müssen 30 Jahre aufbewahrt werden. Mit Standards wie dem ‚Open Data Service‘ (ODS) der ‚Association for Standardisation of Automation and Measuring Systems‘ (Asam) gibt es seit über einem Jahrzehnt ein Datenformat, das sich als Basis für den Aufbau eines unternehmensweit einheitlichen Testdatenmanagements bewährt hat

Bereichsübergreifender Zugriff auf Versuchsdaten

ODS definiert ein Datenmodell, das hinreichend generisch ist, um unterschiedliche anwendungsspezifische Anforderungen flexibel abbilden zu können. Außerdem bietet es Schnittstellen und Programmierwerkzeuge (API) an, über die beliebige Anwendungen und Systeme flexibel auf die Daten zugreifen können. Mit dem Asam Transport Format (ATF) steht darüber hinaus ein herstellerneutrales Dateiaustauschformat zur Verfügung, um Versuchsdaten zwischen Anwendungen zu transportieren. Die Grundanforderungen an ein Enterprise-Format für Management und langfristige Nutzung von Messdaten sind damit erfüllt. Damit Informationen unterschiedlicher Prüfsysteme bedeutungsrichtig interpretiert und verglichen werden können, müssen sie zusätzlich dokumentiert werden. Dabei dienen ‚Metainformationen‘ dazu, den fachlichen, organisatorischen und technischen Kontext der Daten auswerten zu können. Dazu gehören beispielsweise die Beschreibung von Prüfling, Versuchsablauf, Versuchsaufbau, Simulationsparameter sowie organisatorische und auftragsbezogene Daten.

Fachspezifische Anforderungen abdecken

Bei der Entscheidung für die Einführung einer unternehmensweiten Plattform für Messdatenmanagement sollten vor allem den Fachanwendern allgemein benötigte Funktionalitäten, wie Datenablage, Administration, Suche, Navigation und Selektion von Versuchsdaten, standardisiert bereitgestellt werden und notwendige Individualisierungen, darunter Schnittstellen zu bestimmten Messsystemen oder Funktionserweiterungen, flexibel ergänzt werden können. Die Voraussetzung dafür ist, dass die MDM-Plattform eine komponentenbasierte Softwarearchitektur hat. Damit gleicht sie einem Werkzeugkasten, mit dem auch anwendungsspezifische Lösungen sukzessive umgesetzt werden können.

Die Funktionalitäten werden als wiederverwendbare Komponenten entwickelt oder übernommen. Dabei ist ein offenes System zu bevorzugen, bei dem die IT-Abteilung des Unternehmens bei Bedarf Dialoge und Module an neue Messsysteme oder Komponenten anpassen kann. Spezialisierte Open-Source-Plattformen gestatten dem Anwender dabei, mit der abteilungsweisen Implementierung der Lösungen Testdaten aus den Abteilungen und dem gesamten Lebenszyklus der Produkte sukzessive zusammenzuführen. Bereiche wie Forschung, Entwicklung, Produktion und Aftersales betrachten zwar jeweils unterschiedliche Informationen, aber das Datenmodell bietet die Möglichkeit, jede dieser Informationsmengen für sich zu speichern und darüber hinaus eine lebenszyklusübergreifende Analyse vorzunehmen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Security Automation, Management digitaler Identitäten, Aufbau neuer Plattformen, Schutz vor Bedrohungen durch IoT-fähige Geräte und Einsatz von DevOps — laut einer Studie des IT-Dienstleisters Capgemini sind dies die Trends des IT-Jahres 2020.‣ weiterlesen

Yaskawa Europe betreibt 23 Standorte mit 110 Servicetechnikern in den Bereichen Antriebstechnik und Robotik. Um die Einsätze der Fachkräfte bestmöglich zu disponieren, hat der Mechatronik- und Robotikspezialist die europaweiten After Sales-Abläufe mit Servicemanagement-Software von MobileX vereinheitlicht.‣ weiterlesen

Seit 2018 verantwortet Michael Ruchty für den Veranstalter Euroexpo die Logimat in Stuttgart. Im Gespräch mit der IT&Production spricht Michael Ruchty über Messen als Informationsquelle und darüber, was die Logimat in diesem Jahr zu bieten hat.‣ weiterlesen

Der Anlagen- und Maschinenbau hat das Internet of Things ins Zentrum seiner branchenweiten digitalen Transformation gerückt. Firmen auf Partnersuche sollten jedoch beachten, dass sich die Herausforderungen von KMU und großen Unternehmen deutlich unterscheiden - und dies bei der Lösungswahl berücksichtigen.‣ weiterlesen

Das Projekt ‘Pricing digitaler Produkte‘, an dem u.a. das FIR an der RWTH Aachen beietiligt ist, befasst sich mit der Preisbildung für das Digitalgeschäft der produzierenden Industrie.‣ weiterlesen

Klassische Scada- und HMI-Systeme stoßen an ihre Grenzen, wenn Maschinen und Anlagen zunehmend über Tablets, Smartphones oder direkt von einem Browser aus überwacht und gesteuert werden sollen. Hier setzen HTML-basierte Lösungen an, besonders, wenn sich die mitgelieferten Designtools ohne Spezialwissen bedienen lassen.‣ weiterlesen

Der Automatisierungstreff in Böblingen widmet sich vom 24. bis zum 26. März mit seinem Workshopangebot und dem Marktplatz Industrie 4.0 der digitalen Transformation.‣ weiterlesen

Mit einer Beteiligung in Höhe von etwa 28 Prozent steigt die Hörmann Gruppe, u.a. Spezialist für Tore und Zutrittskontrollsysteme, beim IT-Consulter Orbis ein.‣ weiterlesen

Beim neuen Automatisierungssystem ctrlX Automation will Bosch Rexroth klassische Grenzen zwischen Steuerungstopologien, Antriebstechnik und IT aufheben: Steuerungsseitig kommt ein einziges CPU-Modul zum Einsatz, das erst in den verschiedenen Komponenten seine spezifische Funktionalität erhält - über das Software-Ökosystem. Dieses ist offen ausgelegt und stellt Features als Apps bereit. Was Anwender davon haben? Steffen Winkler von Bosch Rexroth hat es unserer Schwesterzeitschrift SPS-MAGAZIN erzählt.‣ weiterlesen

Microlauncher sind eine Alternative zu herkömmlichen Trägerraketen. Die mittelgroßen Transportsysteme können Nutzlasten bis 350kg befördern und sollen künftig kleine Satelliten in den Weltraum bringen. Forscher am Dresdner Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS haben gemeinsam mit Raumfahrtexperten der TU Dresden ein additiv gefertigtes Raketentriebwerk mit Aerospike-Düse für Microlauncher entwickelt. Der skalierte Prototyp aus Metall soll 30 Prozent weniger Treibstoff als konventionelle Triebwerke verbrauchen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige