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Verpackungsindustrie

Qualitätskontrollen bis zum Versand an den Befüller

Die Tubex-Gruppe fertigt Funktions- und Kosmetikverpackungen aus Aluminium und Kunststoff für den weltweiten Markt. Um den geforderten Qualitätsstandards gleichbleibend zu entsprechen, sind komplexe Prüfverfahren unumgänglich. Dafür baut das Unternehmen auf ein Manufacturing Execution System mit umfassenden Funktionen für Qualitätskontrollen.

Bild: Guardus Solutions AG

Kaum ein Produkt kommt ohne Verpackung aus. Sie ist jedoch nicht nur Mittel zum Zweck, sondern muss bisweilen auch höchsten ästhetischen Ansprüchen genügen. Die Erfolge bei der Gestaltung seiner Verpackungsprodukte konnte sich die Unternehmensgruppe Tubex mit zahlreichen Design- und Nachhaltigkeitspreisen bestätigen lassen. „Dass wir mit unseren Ideen immer wieder aufs Neue überzeugen können, verdanken wir neben den gestalterischen Ansätzen auch unserer Qualitätsstrategie. Jedes Produktionsverfahren wird hinsichtlich seiner Produkt- und Prozesssicherheit bis ins kleinste Detail geprüft und konsequent überwacht, wodurch unser Sortiment selbst strengsten Kunden- und Normen-Vorgaben gerecht wird – beispielsweise aus der Pharmabranche, dem Lebensmittel- oder Kosmetikbereich“, sagt Gordon Huettig, Technischer Geschäftsführer von Tubex am Standort Rangendingen.

1,6 Millionen fehlerfreie Teile pro Tag

Die Qualitätsstandards gelten nicht nur für die schwäbische Firmenzentrale, sondern für alle 1.500 Mitarbeiter der Gruppe, die an den acht Produktionsstandorten in Deutschland, Österreich, der Slowakei, Russland, China und Brasilien angesiedelt sind. Lediglich bei der zugrundeliegenden Software-Unterstützung zum Erreichen der Ziele unterscheiden sich die täglichen Abläufe. In den deutschsprachigen Niederlassungen setzt die Unternehmensgruppe auf das Manufacturing Execution System (MES) Guardus MES von der Guardus Solutions AG ein. Im Stammwerk Rangendingen werden auf elf hochautomatisierten Fertigungsstraßen nahezu rund um die Uhr Aluminium-Aerosoldosen hergestellt. „Im Bereich Aerosoldosen, die beispielsweise für Haarspray oder Deodorant verwendet werden, produzieren wir auf unseren Hochgeschwindigkeitslinien durchschnittlich 1,8 Millionen Stück am Tag“, schildert Huettig. Damit das geforderte Qualitätsniveau selbst bei maximaler Ausbringungsmenge erreicht wird, kommen die Systemfunktionen der Shopfloor-Lösung für die fertigungsbegleitenden Qualitätskontrollen zum Einsatz.

Datenstrukturen als Basis einer Null-Fehler-Strategie

Die Produktionsprozesse des Verpackungsherstellers im Bereich Aluminium-Aerosoldosen kennzeichnen sich durch hohe Geschwindigkeiten und Variantenvielfalt bei Druckbildern und Dekoren. „Viele Kunden arbeiten mit denselben Grundformen und verändern beispielsweise für den internationalen Vertrieb nur das Schriftbild oder auch einzelne Farbgebungen. Aufgrund dessen referenzieren viele Artikelstämme im Enterprise Resource Planning-System auf dieselben Zeichnungen – eine für die sogenannte Blankdose und eine für den fertigen, geformten Artikel ohne Dekor“, beschreibt Huettig die Datenstruktur in der betriebswirtschaftlichen Anwendung Proalpha. Auf diese Weise reduzieren sich die produktions- und qualitätsrelevanten Produktzeichnungen auf rund 600 Stück, während die tatsächliche Produktvielfalt in die Tausende geht.

Auf dieser Struktur aufsetzend, ist die Zeichnungsnummer das führende Element in der Prüfplanung des MES. Die Prüfpläne identifizieren sich dabei durch eine Kombination aus der referenzierenden Zeichnungsnummer und dem betroffenen Prüfarbeitsgang. Ein weiteres Merkmal in der Datenhaltung ist der Einsatz von Gruppenprüfplänen im MES: Spezifikationen, welche für verschiedene Zeichnungsnummern identisch sind, werden in Gruppen zusammengefasst, die dann auf alle dazugehörenden Einzelprüfpläne verweisen. „Kommt es zu Änderungen in den Spezifikationen, müssen wir dank dieser Vorgehensweise nur eine Quelle pflegen, wobei die neuen Werte automatisch und fehlerfrei in allen betroffenen Prüfplänen zur Verfügung stehen“, erläutert Huettig.

Von der Zeichnung bis zum Prüfplan

Die Qualitätsphilosophie des Produzenten wird sowohl durch professionelle Software-Systeme als auch durch effiziente Arbeitsabläufe unterstützt. Bei der Neuentwicklung beziehungsweise Überarbeitung einer Aluminium-Aerosoldose wird zunächst eine entsprechende Zeichnung erstellt, welche zur Freigabe als PDF-Dokument in die zentrale Sharepoint-Umgebung des Unternehmens überführt wird. Abhängig von den hinterlegten Meta-Daten startet dort ein workflowbasierter Prozess. Im ersten Schritt prüft der Produktionsverantwortliche die technische Machbarkeit des Produkts. In Folge eruiert das Qualitätsmanagement, ob alle relevanten Spezifikationen und Toleranzen korrekt abgebildet sind. Nach dieser zweiten Freigabe stellt der MES-Verantwortliche sicher, dass für die neue beziehungsweise angepasste Zeichnung ein Prüfplan im System existiert und dessen hinterlegte Prüfparameter wie Wandstärke, Bodenstärke und Länge mit der Zeichnung übereinstimmen. Gibt der MES-Operator die Zeichnung frei, ist sie für alle beteiligten Personen aus Vertrieb, Arbeitsvorbereitung und Produktion einsehbar.


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