Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Verbrauchsmonitoring

Den Energiefluss überwachen

Aufgrund der Fertigungsverfahren sind die Energiekosten bei dem Pulverbeschichter Akzo Nobel Powder Coatings hoch. Mit Soft- und Hardware zur Messung des Energieverbrauchs und dem entsprechenden Problembewusstsein gelang es dem Unternehmen jedoch, die Ausgaben in einem Jahr um 186.000 Euro zu senken.



Bild: Rockwell Automation GmbH

Akzo Nobel Powder Coatings ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit über 4.000 Mitarbeitern auf fünf Kontinenten. Das Unternehmen produziert mit seinen Pulverbeschichtungen eine lösungsmittelfreie Alternative zu Farbanstrichen. Pulverbeschichtungen eignen sich für eine Vielzahl verschiedener Produkte im Konsumgüter- und Industriebereich, von weißer Ware über Büromöbel bis hin zu Leichtmetallfelgen und Aluminiumfenstern. Das Unternehmen mit Hauptsitz im niederländischen Sassenheim besitzt 29 Fertigungsstätten, die eine globale Marketingstrategie verfolgen, die dennoch auf die einzelnen regionalen Märkte abgestimmt ist.

Bewusstsein für Verbräuche

Neben seiner Arbeit an Produktinnovationen fokussiert das Unternehmen stets die Verbesserung der eigenen Fähigkeiten und das Umweltbewusstsein der Organisation. Eine erst kürzlich durchgeführte Kampagne des Innovation Centre in Felling hatte das Ziel, das Bewusstsein für das Thema Energie zu schärfen. Vor diesem Hintergrund kam es zur Kontaktaufnahme mit den Global Solutions and Power & Energy Management-Teams (PEMS) von Rockwell Automation. Dabei sollte ein bereits angestoßenes Projekt zur Überwachung des Energieverbrauchs diskutiert werden, welches zu erheblichen Energieeinsparungen im Betriebsablauf geführt hatte.

Die Herausforderung

Steve Wilburn, Process Engineer bei dem Hersteller von Pulverbeschichtungen, sagt: „50 Prozent des Energieverbrauchs am Standort Felling gehen auf gemeinsam genutzte Funktionen wie Drucklufterzeugung, Wasserkühlung und Absaugung zurück. Wenn alle diese Systeme in Betrieb sind, verzeichnen wir oft über den Großteil des Tages hinweg Spitzenlastbedingungen.“ Als größte Energieverbraucher erwiesen sich mittelgroße Motoren, die lange laufen, einige davon gelegentlich mit maximaler Leistung. Die für gemeinsam benötigte Funktionen verwendeten Motoren liefen häufig sogar im Dauerbetrieb, selbst wenn die betreffende Funktion gar nicht benötigt wurde. Am Standort hätten sich zwei Ein-Megawatt-Transformatoren befunden, die mit 100 Prozent ihrer Kapazität arbeiteten. Genau diese Transformatoren hätten Anlass für die erste Untersuchung des Energieverbrauchs dieses Werks gegeben, so Wilburn.

Zunächst rudimentär

„Wir starteten 2008 in Felling ein erstes rudimentäres Programm zur Energieüberwachung und installierten in der einen Hälfte der Fabrik die Lösung ‚Factory Talk Energy Metrix‘.“ Problematisch sei dabei gewesen, dass die erfassten Daten nicht wirklich analysiert wurden. Hinzu kam, dass das Unternehmen ungefähr zum gleichen Zeitpunkt von der Vorrats- auf die Auftragsfertigung gewechselt habe, was den Energieverbrauch senkte, sodass die Dringlichkeit nicht mehr gegeben war. „Wir setzten anschließend ‚Factory Talk Vantage Point‘ zur Visualisierung der Daten ein und arbeiteten mit einem Team von Rockwell Automation unter der Leitung von Gerard O’Connell, dem PEMS-Leiter des Unternehmens in der EMEA-Region.“

Gesinnungswandel über Nacht

„Nahezu über Nacht änderte sich daraufhin unsere Einstellung gegenüber dem Verbrauch und der Energieverschwendung an unserem Standort“, sagt Steve Wilburn. Durch die verbesserte Visualisierung des Energieverbrauchs starteten er und sein Team ein neues, größeres Projekt mit Unterstützung des Engineering-Teams des Lösungsanbieters. Ziel dabei war es, Echtzeitinformation über den Verbrauch der wichtigsten Anlagen zu erhalten und daraufhin den Energieverbrauch senken zu können.

Verbrauchsdaten erfassen

Die Lösung, die ausgearbeitet und umgesetzt wurde, besteht aus Hard- und Softwarekomponenten. Diese sind in die grafische Oberfläche von ‚Vantage Point‘ eingespeist. Eine zentralisierte ‚Energymetrixsuite‘ dient zum Sammeln der Informationen, die je nach Größe beziehungsweise Standort der Anlage entweder von Power Monitor 1000-Einheiten oder programmierbaren Automatisierungssteuerungen des Typs Allen Bradley Compact Logix bereitgestellt werden. Das Beschichtungsunternehmen kann somit den Wasser-, Luft-, Gas-, Elektrizitäts- und Dampfverbrauch bei laufendem Fabrikbetrieb messen und auswerten. So lassen sich aussagefähigere Informationen über den Energieverbrauch einholen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Im Normalfall füllt Adelholzener jährlich rund 600 Millionen Flaschen ab, in Krisenzeiten sollen die dafür angezapften Quellen jedoch der Trinkwasserversorgung dienen. Somit sind die Anlagen des Getränkeherstellers kritische Infrastruktur, die etwa in puncto Gebäudesicherheit besonderen Auflagen unterliegt: Bucht sich ein Besucher am Empfang nicht ein, kommt er nicht weit.‣ weiterlesen

Mit Campusnetzen können Industrieunternehmen ihr eigenes 5G-Netzwerk betreiben. Ein Jahr nach Inkrafttreten der entsprechenden Vergabebedingungen sind bei der Bundesnetzagentur rund 90 Anträge eingegangen.‣ weiterlesen

Mit dem SR-12iA hat Fanuc nun den dritten und größten Scara-Roboter vorgestellt. Die Traglast beträgt bis zu zwölf Kilogramm und das mögliche Trägheitsmoment am Handgelenk 0.30kgm2. ‣ weiterlesen

Advanced Process Control (APC) wird in der Prozessindustrie bereits vereinzelt genutzt. Die unter dem Konzept erfassten regelungstechnischen Methoden reichen von erweiterten klassischen Regelungsansätzen über modellprädiktive Regelung (MPC) bis hin zum Einsatz von Fuzzy-Reglern und künstlichen neuronalen Netzen zur Prozessführung.‣ weiterlesen

Um das wirtschaftliche und gesellschaftliche Potential von künstlicher Intelligenz auszuschöpfen, müssen Menschen den Entscheidungen von KI-Systemen und den mit ihnen verbundenen Prozessen vertrauen. Dazu kann eine entsprechende Zertifizierung beitragen. Nach welchen Kriterien dies geschehen könnte, zeigt die Plattform Lernende Systeme in einem aktuellen Whitepaper.‣ weiterlesen

Manuelle Dokumentenpflege verursacht Fehler, kostet Zeit und widerspricht dem Gedanken eines unternehmensweiten Wissensmanagements. Der Maschinenhersteller Seidenader hat daher seine SAP-Software um ein individuell angepasstes Dokumentenmanagementsystem erweitert.‣ weiterlesen

ABB hat das Roboterangebot für Reinraum-Fertigungsumgebungen erweitert. Die nach ISO14644-1 zertifizierte neue Reinraumversion des IRB 1100 ist auf den Einsatz etwa in Gesundheitswesen, Pharmazie, Elektronik-, Halbleiter- und Solarpanelfertigung zugeschnitten. Die Roboter kommen mit hygienischer Farbe und einem Gehäuse, das ein Austreten von Verunreinigungen wie Fett, Öl und Partikeln verhindern soll.‣ weiterlesen

Aagiler Produktentwicklung wird erhebliches Potenzial zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit zugeschrieben. Innerhalb der VDI-Gesellschaft Produkt- und Prozessgestaltung beschäftigt sich nun ein neuer Fachausschuss mit diesen Ansätzen.‣ weiterlesen

Eaton Industries setzt in den Werken Holzhausen und Dausenau die Software Tetys zur Optimierung des Waren- und Informationsflusses ein. Das digitale Shopfloor-Management integriert sich nahtlos in das ERP-System. In beiden Werken besteht jetzt Durchgängigkeit der Auftrags- und Produktionsdaten nicht nur zwischen Feinplanung, MES und BDE, sondern auch zwischen Shopfloor und kaufmännischen Prozessen.‣ weiterlesen

Die Innovationen der Automatisierung im Rampenlicht: Im Sonderteil GROSSER HERBST DER INNOVATIONEN des aktuellen SPS-MAGAZINs präsentieren die führenden Anbieter der Automatisierungstechnik die neuen Produkte und Lösungen, die sie eigentlich auf den Herbstmessen der Branche ausgestellt hätten. Damit können sich Interessierte auf einen Blick informieren und ausgezeichnet auf die Vielzahl an virtuellen Events vorbereiten. Hier geht es direkt zum PDF des Sonderteils.‣ weiterlesen

Bild: ©eyetronic/Fotolia.com

Das IT-Unternehmen Softeq, mit Hauptsitz in Houston und Dependance unter anderem in München, will mithilfe des Integrated Design and Management Program vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) sowie Boundless Technology ein Innovation Lab in Houston eröffnen. ‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige