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VBW betroffen über Brexit: Schwarzer Tag für Europa

Die Vereinigung der bayrischen Wirtschaft reagiert auf die Wahl zum Brexit in Großbritannien. Sie spricht von einem schwarzen Tag für Europa.

Die Wahl in Großbritannien ist entschieden, die Mehrheit der Briten hat für einen Brexit gestimmt. Eine der ersten offiziellen Reaktionen aus der Wirtschaft kommt vom VBW, der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Der Verband zeigt sich betroffen über die Entscheidung der britischen Wähler: "Das ist ein schwarzer Tag für Europa. Der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs hinterlässt nur Verlierer. Der Brexit verschärft die politische Krise der EU. Euroskeptische Kräfte bekommen weiter Auftrieb. Wirtschaftlich wird der Brexit negative Folgen haben – für Europa, für Großbritannien, für Deutschland und auch für Bayern. Wir verlieren daneben einen wichtigen Partner bei der Verteidigung von Freihandel und Marktwirtschaft", sagte VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Wer zahlt den Preis?

Nach Auffassung des Verbandes wird in erster Linie das Vereinigte Königreich einen hohen Preis für den Austritt zahlen. Doch auch für Deutschland und Bayern bringt der britische EU-Ausstieg Nachteile: "Großbritannien ist mit 7,5 Prozent der Ausfuhren der drittgrößte Exportmarkt Deutschlands. Für Bayern ist das Vereinigte Königreich sogar noch wichtiger. Seit dem vergangenen Jahr ist es mit 8,6 Prozent der Ausfuhren hinter den USA der zweitgrößte Exportmarkt Bayerns. Durch den Austritt laufen wir nun in eine Phase der Unsicherheit. Unsicherheit führt zu Investitions- und Kaufzurückhaltung. Diese Phase muss jetzt so kurz wie möglich gehalten werden, indem die EU und Großbritannien den künftigen Umgang miteinander schnell definieren", sagte Brossardt.

Forderungen an die EU

Die VBW fordert die EU auf, aus dem Referendum Lehren zu ziehen: "Die EU muss die Ursachen für Austritts-Bestrebungen bekämpfen. Dazu gehört, streng nach dem Subsidiaritätsprinzip zu handeln. Statt neue Vorschriften im Bereich Arbeit und Soziales zu erlassen, brauchen wir in der Flüchtlingspolitik ein gemeinsames europäisches Handeln. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt ist ohne Abstriche umzusetzen. Europa muss zudem die Stärkung seiner Wettbewerbsfähigkeit wieder mehr in den Fokus nehmen und insbesondere das Ziel, den industriellen Wertschöpfungsanteil bis 2020 auf 20 Prozent zu erhöhen, erreichen. Es gilt auch, die digitale Agenda konsequent weiter zu verfolgen."

(Quelle:IBW – Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft e. V.)


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