Anzeige
Beitrag drucken

Fertigen in Losgröße 1

Varianz im System

Strom ist ein unverzichtbares Element der Zivilisation. Damit er auch zur Verfügung steht, wenn mal keine Steckdose in der Nähe ist, stellt die Metallwarenfabrik Gemmingen GmbH Stromerzeuger in allen Größen her. Manche nach DIN-Norm in Serie für Feuerwehr und Katastrophenschutz, andere individuell nach Kundenwunsch. Die große Bandbreite an Konfigurationen verlangt dem ERP-System einige Flexibilität ab. Geliefert wird sie von einer Branchenlösung des Microsoft-Partners Kumavision.

Bild: Metallwarenfabrik Gemmingen GmbH

Bild: Metallwarenfabrik Gemmingen GmbH

Beinahe jedes zweite Fahrzeug für Feuerwehr und Katastrophenschutz weltweit wird mit einem Stromerzeuger der Marke Eisemann aus der Metallwarenfabrik Gemmingen ausgestattet. Die nach DIN gefertigten Geräte werden in Großserie hergestellt. Doch das war nicht der Grund, warum sich die Verantwortlichen für die Einführung von Kumavision entschieden. „In der Serienfertigung haben wir feste Baugruppen und Stücklisten – das stellt keine große Herausforderung dar“, erklärt Jens Giebler, IT-Leiter bei der Metallwarenfabrik Gemmingen. Ausschlaggebend war der zweite Teil der Stromerzeugerproduktion: Unter der Marke Geko produziert das Unternehmen Stromaggregate mit einer Leistung von 1,6kVA, beispielsweise für den Einsatz beim Camping, bis zu 2.000kVA, mit denen theoretisch ganze Dörfer mit Elektizität versorgt werden könnten. Viele dieser Geräte werden nach einer Bedarfsanalyse individuell im Kundenauftrag gefertigt. Die Fertigung in Losgröße 1, unter Berücksichtigung zahlreicher Optionen und Gestaltungsmöglichkeiten, ist für das ERP-System eine anspruchsvolle Aufgabe.

Variantenkonfigurator

Abgebildet wird die Aufgabe im Variantenkonfigurator der Software. In einem ersten Schritt wurde das Endprodukt aufgeteilt in ein Grundgerät und in Optionen, die hinzukonfiguriert werden können. Manche dieser Wahlmöglichkeiten schließen sich gegenseitig aus. Dies ist im System hinterlegt, um falsch zusammengestellte Varianten auszuschließen. Das Ergebnis verknüpft der Konfigurator zu einem neuen Produkt mit eigener Artikelnummer, Stückliste und einem Arbeitsplan. In der nächsten Ausbaustufe plant das Unternehmen, noch flexibleres Arbeiten im System zu unterstützen. Dann soll auch das Grundgerät frei konfigurierbar werden. „Wir wissen, dass der Variantenkonfigurator von Kumavision das kann, und freuen uns, bald noch schneller auf Kundenwünsche reagieren zu können“, sagt Giebler.

Sauber kalkuliert

Damit bei diesem hohen Grad an individueller Fertigung auch die betriebswirtschaftliche Seite schritthalten kann, wird das Kalkulationsmodul der ERP-Lösung eingesetzt. Auf Basis von Einstandspreisen erstellt das Controlling eine Vorkalkulation. Während der Fertigung gibt es eine mitlaufende Kalkulation und abschließend eine Nachkalkulation. So sind bei Auslieferung die exakten tatsächlichen Kosten bekannt. Diese und andere relevante Zahlen des Unternehmens werden mit der Business Intelligence-Lösung Jet-Reports in Berichten aufbereitet. Die auf Microsoft Excel basierenden Auswertungen erstellt das System automatisch und schickt sie per E-Mail gezielt an die Mitarbeiter.

Jedes zweite Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Fahrzeug generiert Strom mit Eisemann-Geräten. Doch die individuellen Projekte sind es, die dem ERP-System Flexibilität abverlangen. (Bild: Metallwarenfabrik Gemmingen GmbH)

Jedes zweite Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Fahrzeug generiert Strom mit Eisemann-Geräten. Doch die individuellen Projekte sind es, die dem ERP-System Flexibilität abverlangen. (Bild: Metallwarenfabrik Gemmingen GmbH)

Beistellung im Griff

Neben der Produktion von Stromerzeugern entstehen am Standort Gemmingen in der hauseigenen Stanzerei Statoren und Rotoren für Elektromotoren. Die Rotoren werden im ungarischen Tochterunternehmen im Druckgussverfahren ausgegossen und kommen anschließend zurück. Was nach einem einfachen Ablauf klingt, ist auf der Buchungsebene im ERP-System eine komplexe Aufgabe. Gelöst wird sie über einen Fremdvergabeprozess. Das Tochterunternehmen wird dabei wie ein externer Lieferant behandelt. Die Teilbeistellung wird im Fertigungsauftrag abgewickelt. Damit bleiben die Rotoren im System erfasst und es ist jederzeit bekannt, wo sich welches Teil befindet. Auch der Wertefluss wird immer buchhalterisch korrekt wiedergegeben.

Dokumentierte Qualität

Der Ruf der Marken Eisemann und Geko beruht auf der Qualität der Produkte. Damit das so bleibt, nutzt die Metallwarenfabrik Gemmingen das QS-Modul der Geschäftsanwendung. Ob bei der Kontrolle am Wareneingang oder bei der Endkontrolle: Ein hinterlegtes Prüfprotokoll leitet die Mitarbeiter durch den Prozess und stellt sicher, dass der Vorgang transparent dokumentiert wird. Nach erfolgreicher Funktionsprüfung druckt die ERP-Software das Typenschild für das Produkt und das Versandetikett aus. Auch im Post-Sales-Vertrieb unterstützt die Branchensoftware das Unternehmen. Denn der Service-Bereich ist ausgelagert und auf Stützpunkthändler in ganz Deutschland verteilt. Damit alle über aktuelle Produktdaten verfügen, generiert das System über Nacht eine Aktualisierung und schickt sie automatisch an die Stützpunkthändler.

Intensiver Dialog

Den Ausschlag für den Partner Kumavision und die Branchensoftware für die Fertigungsindustrie hat vor allem gegeben, dass die Anforderungen im Bereich individuelle Fertigung bereits im Standard abgedeckt sind. „Da kann man sicher sein, dass es bereits bei anderen funktioniert“, schildert Giebler. Auch die Firmengröße des IT-Partners war ein Auswahlkriterium, steht sie doch für Zukunfts- und Investitionssicherheit. Die Zusammenarbeit bewertet er positiv.


Das könnte Sie auch interessieren:

Mit dem Release 9.20.00 der iTAC.MES.Suite, das im August 2019 erscheinen soll, führt das Unternehmen ein Workflow-Management-System ein. Das grafische Tool unterstützt das MES-basierte Prozessmanagement in der Fertigung.‣ weiterlesen

Zur Umsetzung des Zukunftsprojektes 'Industrie 4.0' der Bundesregierung werden immer mehr Bereiche in Richtlinien und Empfehlungen spezifiziert. Das Reverse Engineering im Maschinenbau ist ein Handlungsfeld, das noch detaillierter zu betrachten ist.‣ weiterlesen

Laut einer KPMG-Studie können fünf von sechs Unternehmen nicht mit Sicherheit sagen, wer hinter einem Cyberangriff steckt.‣ weiterlesen

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft kostete eine Arbeitnehmerstunde im verarbeitenden Gewerbe 2018 41€. Damit liegen die Kosten für Arbeitnehmer in Deutschland im internationalen Vergleich über dem Durchschnitt. ‣ weiterlesen

Bereits seit 65 Jahren bewegen Fahrzeuge Lasten ohne Piloten. Mit 35 Jahren Betriebstätigkeit feiert der Branchenpionier DS Automotion Jubiläum. Grund genug für einen Streifzug durch die Geschichte insbesondere der Linzer FTS.‣ weiterlesen

Mit einer Umsatzsteigerung von 11% sowie einem Anstieg der Erlöse aus dem Cloudgeschäft um 40% hat SAP das 2. Quartal beendet. Der Gewinn des Walldorfer Softwarekonzerns ging im Vergleich zum Vorjahr jedoch zurück.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige