Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Usability

Nicht nur schick, sondern wirtschaftlich

Stimmt das Bedienkonzept einer Software mit den Nutzeranforderungen überein, hat ihr Hersteller die Arbeitsprozesse und Bedürfnisse seiner Kunden wahrscheinlich gut verstanden. Der Anbieter von Enterprise Resource Planning-Systemen Delta Barth gestaltet seine Lösung Deleco konsequent nach Gesichtspunkten der Usability. Der folgende Beitrag schildert, wie der Hersteller dabei vorgeht und welchen Nutzen Fertigungsunternehmen davon haben.




Bild: TU Chemnitz/KUM/Sebastian Scholz

Usability ist ein weit gefasster Begriff und wird durch die Grundsätze Aufgabenangemessenheit, Selbstbeschreibungsfähigkeit, Lernförderlichkeit, Steuerbarkeit, Erwartungskonformität, Individualisierbarkeit und Fehlertoleranz beschrieben. Daran ist zu erkennen, dass es zum Entwickeln einer benutzerfreundlichen Software mehr braucht, als eine vertriebstaugliche Oberfläche im Sinn der ‚Generation Touchscreen‘ zu gestalten. Usability ist nicht einfach schick, sondern wirtschaftlich. Und das dürfte angesichts immer komplexerer Prozesse und niedriger Gewinnmargen für Entscheider zu einem zunehmend wichtigen Kaufargument werden. Nachdem Business Software funktionell meist ausgereift ist, können sich Software-Hersteller über dieses Handlungsfeld vom Wettbewerb abheben.

Alle Nutzergruppen einbeziehen

Enterprise Resource Planning-Software ist meist die zentrale IT-Schaltstelle im Unternehmen. Die Systeme sollten daher dem Großteil ihrer Nutzer gerecht werden – vom Auszubildenden bis zum Experten, vom Administrator bis zum Sachbearbeiter, vom Controller über ständig reisende Sales Manager bis hin zum Werker an der Maschine. Eine technisch einwandfreie, moderne Software mit raffinierten Funktionen bringt dem Nutzer in der Praxis keinen Mehrwert, wenn diese Features nicht zu finden sind oder nur mit Programmiererwissen bedient werden können. Komplexe Funktionalität trifft auf den Wunsch nach einfacher Bedienung. Um dieses Spannungsfeld zu durchbrechen, gilt es zunächst, alle am Entstehungsprozess einer Anwendung beteiligten Personen für das Thema Usability zu sensibilisieren. Software-Hersteller sollten ihren Fokus stets auf die Bedürfnisse und Anforderungen ihrer Anwender richten. Das funktioniert nur über direkte Kommunikation und den engen Kontakt zwischen Hersteller und Nutzer. Es fördert den Wissensaustausch, wenn nicht nur die Projektberater die Anforderungen im Fertigungsbetrieb aufnehmen, sondern die Software-Entwickler den Anwendern bei ihrer täglichen Arbeit über die Schulter schauen und den Prozess kennenlernen. So kann von allen Beteiligten eingeschätzt werden, ob die Anwendung später die gesteckten Ziele erreichen wird und wie sich dadurch der Arbeitsprozess des Nutzers in der Praxis gestaltet und verbessert.



Bild: TU Chemnitz/KUM/Sebastian Scholz

Die eigenen Abläufe genau kennen

Auch die künftigen Anwender können etwas beitragen: Die eigenen Arbeitsabläufe und notwendigen Prozessinhalte und -schritte müssen bekannt sein, damit sich die Lösung bestmöglich abstimmen lässt. Zu Beginn des Software-Entwicklungsprozesses ist es hilfreich, die Ergebnisse der Entwicklung sehr früh zu demonstrieren und mit dem Kunden zu diskutieren. Das kann bereits bei Skizzen beziehungsweise Designstudien oder Prototypen beginnen. Dieser stetige Austausch gelingt besser in einem dynamischen und agilen Prozess. So lassen sich einzelne Entwicklungsschritte aktiv verfolgen und Feedback ist bereits frühzeitig möglich. Die Anwenderunternehmen in spe müssen dafür ein gewisses Maß an Abstraktionsvermögen einbringen; die Software-Partner wiederum müssen die Fähigkeit besitzen, sich in die Sichtweise des Nutzers hineinzuversetzen und diese auch umzusetzen.

Bei der Entwicklung von Standard-Software können Hersteller auch externe Experten einbeziehen, um ihre Lösung auf Usability zu prüfen. Dazu stehen verschiedene Methoden zur Verfügung: Es fängt an bei dem Ausfüllen von Fragebögen und reicht bis zur aktiven Beobachtung der Mitarbeiter im Fertigungsunternehmen bei der Benutzung der Software, zum Beispiel über Eyetracking. Dabei treten meist wichtige Erkenntnisse zutage. So wird sichtbar, an welchen Stellen des Programms und in welcher Reihenfolge der Nutzer Informationen sucht, wo sein Blick verweilt und ob Hinweismeldungen gelesen oder nur überflogen werden. Daraus lassen sich viele gestalterische Anhaltspunkte ableiten: Wo müssen oft verwendete Schaltflächen und prozessrelevante Informationen platziert werden oder welche Programmhinweise sollten extra betont werden, damit diese tatsächlich gelesen werden? Oft erhalten Hersteller auch nach der Einführungsphase noch wichtiges Feedback zur installierten Lösung.

Treten Supportmitarbeiter, Vertriebspartner oder der Projektberater im Nachgang in Kontakt mit dem Anwender, lässt sich an den Gesprächen oft positives Feedback ableiten, wenn beispielsweise ein Arbeitsprozess stabil und sicher läuft oder neue Mitarbeiter schnell mit der Software zurechtkommen. Fließen solche Informationen in die Entwicklung der Lösung ein, steigert das kontinuierlich den Nutzen der Anwendung und reduziert den Supportbedarf.

Einheitliches Design der Anwendungen

Das Design der Lösungen sollte einheitlich gestaltet werden. Wenn sich die Benutzerführung an marktüblichen Standards orientiert, können Anwender einmal Gelerntes wieder anwenden. Auch ein durchgängiger, produktübergreifender Maskenaufbau, einheitliche Symbolleisten und eine dem realen Arbeitsablauf entsprechende Reihenfolge der Eingabefelder auf der Oberfläche erleichtern den Zugang zur Software. Werden die gleichen Richtlinien übergreifend angewendet, zieht sich ein konformes Design wie ein roter Faden durch die Anwendung. Das spart so manchen Klick auf die Online-Hilfe.

Bedienerfreundlichkeit bleibt wichtig

Im Zusammenhang mit dem Trend Industrie 4.0 wird häufig argumentiert, dass immer mehr Prozesse automatisiert würden und die Gebrauchstauglichkeit an Bedeutung verlieren werde. Doch das ist ein Trugschluss: Die Bedeutung der Software, die diese komplexen, automatisierten Prozesse konfiguriert, steuert und überwacht, dürfte weiter zunehmen. Das ist ein guter Grund, gerade bei der Wahl einer Software, auf ihre Benutzerfreundlichkeit zu achten.


Das könnte Sie auch interessieren:

Recalo aus Laatzen ist auf Dienstleistungen im Bereich Asset- und Ladungsträger-Management spezialisiert. Vor allem beim Pooling von Mehrwegladungsträgern richtet sich der Anbieter mit einem sehr individualisierbaren Angebot an Fertigungsunternehmen.‣ weiterlesen

Lieferkettenschwierigkeiten verursachen rund 20 Prozent der Kosten von Fertigungsunternehmen, errechnen Fachleute. Robotergestützte Prozessautomatisierung kann viele der Stolpersteine aus dem Weg räumen, die zu diesen Ausgaben führen. Denn sie machen keine Fehler, halten sich an Regeln und arbeiten pausenlos - im Büro, Lieferantenmanagement und bei der Prozessoptimierung.‣ weiterlesen

Stimmen die Artikeldaten? Sind die Stammdaten genau und rechtskonform? Diese Fragen entscheiden über die Qualität fundamentaler Datenquellen. Wenn sich Fehler in die Stammdaten eingeschlichen haben, wirken sie womöglich quer durch alle Datenbanken und Prozesse hindurch. Diese und weitere Stolpersteine fasst folgende Checkliste zusammen.‣ weiterlesen

Viele neue Produkte und Geschäftsmodelle erfahren heutzutage Geburtshilfe durch Simulation. Mit digitalen Zwillingen verschmelzen Grenzen zwischen simulierten und realen Produktwelten. Entwicklung und Fertigung lassen sich so deutlich effizienter organisieren.‣ weiterlesen

Nach ersten Schätzungen geht das Ifo-Institut von einer Stagnation der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal aus. Erst im zweiten Quartal gehen die Experten wieder von einem Zuwachs aus.‣ weiterlesen

Die Forschungspartner Technische Hochschule Deggendorf und die Technische Universität München sowie den beiden Unternehmen Schindler & Schill (EasyLogix) und Systema haben das BMWi-ZIM-Projekt MobiCM erfolgreich abgeschlossen. Ziel war die Entwicklung eines Systems zur Zustandsüberwachung von Produktionsmaschinen.‣ weiterlesen

Die Engineering-Plattform DesignSpark von RS Components hat die Marke von einer Million Mitglieder geknackt. Seit seiner Einführung 2010 unterstützt die Plattform Ingenieure, Techniker und Studierende mit einer Vielzahl an technischen Tools und Ressourcen.‣ weiterlesen

Die Normungsorganisationen DIN und VDE DKE haben eine Kooperationsvereinbarung mit 'Enterprise Singapore' getroffen. Die Zusammenarbeit soll unter anderem die Bereiche Industrie 4.0 sowie künstliche Intelligenz umfassen.‣ weiterlesen

Als globale Krise ist die Corona-Pandemie eine besondere Herausforderung für die Automobilindustrie. Der Absatz neuer PKW ging weltweit um 23 Prozent, in Europa sogar um 27 Prozent zurück. VDA-Geschäftsführer Dr. Kurt-Christian Scheel erläutert, wie sich die Branche gegen die Krise stemmt und dabei ihre Flexibilität unter Beweis stellt.‣ weiterlesen

Pandemien gehören im aktuellen Allianz-Risiko-Barometer zu den größten Bedrohungen für Unternehmen. Die damit einhergehenden Sorgen haben sogar den Klimawandel verdrängt, der in der aktuellen Erhebung den 9. Platz belegt.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige