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Update für die Scada-Lösung

Die Abläufe im Blick

Gut integrierte Scada-Systeme können die Automationsebene und IT-Welt passgenau miteinander verbinden. Dabei entscheidet sich auch beim Engineering, wie gut sich ein System an die stetig wandelnden Produktionsumgebungen anpassen lässt. Diesen Punkt und viele weitere hat Siemens für das kürzlich vorgestellte Release der Scada-Anwendung WinCC auf den Prüfstand gestellt und überarbeitet.




Bild: Siemens AG

Einerseits müssen Anbieter von Scada-Software (Supervisory Control and Data Acquisition) dem Trend zur mobilen Informationsbereitstellung in der Produktion folgen, andererseits aber auch dem Wunsch nach Durchgängigkeit des Systems bis hin zur MES- und ERP-Welt Rechnung tragen. Gerade angesichts des steigenden Kosten- und Zeitdrucks in der Industrie kann es den entscheidenden Vorteil bringen, wenn das Management von jedem Ort der Welt in Echtzeit Einblick in die Fertigung hat. Skalierbare Scada-Systeme mit ihren modularen Architekturen können Entscheider dabei unterstützen, schnell auf Ereignisse in der Fertigung reagieren zu können. Durchgängigkeit im Engineering kann zudem einen Beitrag leisten, solche Systeme schnell auszurollen und an Änderungen im Produktionsumfeld anzupassen.

Engineering und Massendatenverarbeitung

Wie effizient das Engineering ist, zeigt sich bei der Erstellung der Bedienoberfläche, aber auch bei der Verarbeitung großer Datenmengen. Denn hier lässt sich deutlich Zeit bei der Projektierung einsparen. Siemens bietet für die Aufgabe die Lösung WinCC an, die vor kurzem auf einen neuen Releasestand gehoben wurde. WinCC Version V 7.4 wird mit dem integrierten Configuration Studio ausgeliefert. Durch Drag & Drop von Prozesswerten im Konfigurator und der Bildprojektierung im Graphics Designer lassen sich so nicht nur Ein-/Ausgabefelder, sondern auch komplexere Trend Controls automatisch in der Bedienoberfläche erzeugen. Die Suchen & Ersetzen-Funktion unterstützt nun auch Pre- und Suffixe, um Massendaten projektieren zu können. Durch die Visual Basic for Applications-Schnittstelle (VBA) können sich Projektingenieure im Programm ihre eigene standardisierte Projektierungsoberfläche schaffen, was gerade bei mehreren Projekten Zeit sparen kann. Zur Steigerung der Laufzeiteffizienz hat der Münchener Technologiekonzern in die neue Version Funktionen implementiert wie zum Beispiel eine Diagnose von Simatic-S7-Steuerungen über ein Systemdiagnose-Control, sowie die Erweiterung des Trend- und des Balken-Controls um Multi-Touch-Gesten.

Webbasiertes Bedienen und Beobachten

Mobiles Bedienen und Beobachten wird im Scada-Umfeld derzeit immer häufiger gefordert. Es geht darum, Informationen wie Produktionskennzahlen, Maschinenbelegung oder sonstige relevante Anlagendaten jederzeit auf beliebigen Geräten bereitzustellen. Aber auch an der Anlage werden mobile Funktionen wichtiger. Auch hierfür hat Siemens eine Lösung im Portfolio: Die WinCC-Option WebUX ist eine webbasierte Lösung für HTML5-kompatible Geräte und Browser. Mit diesem Technologiegerüst muss auf der Client-Seite nichts installiert werden. Der Bediener loggt sich ein und bekommt dann entsprechend seiner Benutzerberechtigung die Informationen im Browser dargestellt. Je nach Anwendungsszenario lässt sich die Funktionalität sowohl an den jeweiligen Benutzer als auch an den Einsatzfall an der Maschine anpassen. Die Anwendungsbeispiele reichen vom reinen Anzeigen von Anlageninformationen oder Meldungen bis hin zur vollen Fernbedienung von Anlagen über mobile Endgeräte einschließlich Quittierungen, Freigaben oder Bedienhandlungen. Der Funktionsumfang wurde in der aktuellen Version erweitert. Dies betrifft unter anderem die unterstützten WinCC-Controls sowie die Dynamisierung von Objekten per Script. Zur Absicherung der Daten erfolgt die Kommunikation per HTTPS und Client/Server-Zertifikat, ergänzt durch die Integration der WinCC- und Windows-Benutzerverwaltung mit Simatic Logon. Die Datenübertragung zwischen PC-basierten Scada-Servern und Clients lässt sich per SSL verschlüsseln.

Neue Schnittstellen für mehr Offenheit



Managemententscheidungen lassen sich auf der Basis weltweit mobil abrufbarer Berichte treffen. Bild: Siemens AG.

Ein Scada-System verbindet bei Bedarf die Automatisierungsebene mit der IT-Welt und sollte dafür möglichst flexibel sein. Einerseits kommuniziert es über Steuerungen mit den Sensoren und Aktoren einer Fertigungsanlage, andererseits muss es auch immer häufiger Daten mit Manufacturing Execution-Systemen (MES) und ERP-Anwendungen austauschen. Um die Steuerungsseite entsprechend zu öffnen, stellt Siemens Anbindungen der eigenen Steuerungen bereit. Es stehen zum Shopfloor hin auch standardisierte, herstellerneutrale Treiber zur Verfügung, um mit Systemen anderer Hersteller zu kommunizieren. In Version 7.4 wurde dazu ein überarbeiteter OPC UA-Client-Kanal integriert. Gleichzeitig wurde die Anbindung zu Simatic-S7-Steuerungen der neuesten Generation für sehr große Anlagen auf bis zu 128 Steuerungen erweitert. Mehr Offenheit und Flexibilität bei der Anbindung an SAP-Systeme soll die Erweiterung der Option WinCC / Industrialdatabridge (IDB) um eine XML-File-basierte Schnittstelle (iDoc) erreichen. Durch die zusätzliche Möglichkeit, Verbindungen jetzt auch grafisch zu projektieren, lässt sich die IDB durch Projektingenieure individuell anpassen.

Homogene Lösungen in heterogenen Anlagen

Das Berichtssystem der Scada-Lösung sorgt für den Überblick in der Fertigung und kann mit einem zentralen Langzeitarchiv (Historian) kombiniert werden. So lassen sich Produktionsberichte abrufen oder automatisch bei Schichtende erstellen. Doch in vielen Betrieben ist die Leit- und Visualisierungslandschaft über die Jahre gewachsen. Dadurch sind oft verschiedene Systeme oder unterschiedliche Versionen eines Systems im Einsatz. Intelligente Lösungen können diese in eine einheitliche Systemlandschaft überführen. Der Simatic Process Historian 2014 SP2 speichert als zentraler Langzeitarchivserver Prozesswerte und Meldungen. Diese Daten stammen aus unterschiedlichen Datenquellen. Das Web-basierte Reporting Tool Simatic Information Server kann auf diese Daten sowohl direkt als auch über den Process Historian zugreifen. Beide Produkte arbeiten versions- und systemübergreifend.

Berichte als Dashboards oder PDF-Datei

Der Simatic Process Historian 2014 SP2 fungiert als zentrales Archiv für Prozessdaten und Meldungen der Scada-Systeme WinCC RT Professional und WinCC V7, sowie aus dem Prozessleitsystem PCS 7. Der Simatic Information Server 2014 SP2 ist ein universelles Berichtssystem für Visualisierungssysteme. Als Datenquellen stehen zur Zeit WinCC RT Professional, WinCC V7, WinCC Openarchitecture, PCS 7 und der Simatic Process Historian 2014 SP2 zur Verfügung. Durch das einheitliche Berichtssystem können web-basierte Dashboards bereitgestellt, sowie Berichte automatisiert generiert und verteilt werden. Er setzt auf den Microsoft Reporting Services auf, da so eine große Bandbreite an Berichtsdarstellungen unterstützt wird. Berichte können online als Dashboards bereitgestellt oder automatisiert als PDF generiert und via E-Mail weitergeleitet werden. Auch die Office-Programme Microsoft Excel, Word oder Powerpoint können als Berichtseditoren eingesetzt werden, um den Vorstellungen der Projektierer möglichst weit entgegen zu kommen.


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