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Unternehmenssysteme aktualisieren

Aktives Releasemanagement einführen

Umfrageergebnisse haben ergeben, dass ein Drittel der Anwender von Enterprise Resource Planning-Lösungen auf einem Releasestand arbeiten, der älter als fünf Jahre ist. Angesichts der Veränderungsdynamik auf dem Markt der Unternehmenssoftware sind viele Programmversionen in den Betrieben mittlerweile deutlich veraltet.



Bild: Fotolia / Spiral Media

Die durchschnittliche Nutzungsdauer von Enterprise Resource Planning-Lösungen (ERP) in den Unternehmen beträgt nach einer Trovarit-Studie aus dem Jahr 2012 inzwischen rund 16 Jahre. Das verdeutlicht, dass die Zusammenarbeit von ERP-Nutzern und Software-Anbietern in der Regel strategisch und auf eine langfristige Zusammenarbeit angelegt ist. Das ist insbesondere vor dem Hintergrund von Bedeutung, dass die Weiterentwicklung und Verbesserung der integrierten Softwarelösungen üblicherweise in dem Entgelt enthalten ist, das Anwenderunternehmen für die laufende Benutzung der ERP-Lösungen an die Systemanbieter bezahlen. Umso unverständlicher ist, dass viele Anwender hohe Investitionen in ihre Lösung stecken, im Laufe der Jahre jedoch einen immer größeren Anteil an Funktionalität und Performance bezahlen – aber nicht nutzen, weil sie mit der Release-Pflege im eigenen Unternehmen ins Hintertreffen geraten. Dabei gilt es bereits aus wirtschaftlichen Erwägungen, diese Form der Verschwendung zu vermeiden.

Release-Rückstand durch Systemanpassungen

Die Ursachen für den Rückstand bei der Aktualisierung von ERP-Releases sind zahlreich. Viele Anwender scheuen den Aufwand und die Kosten für einen Releasewechsel und haben zudem oft die Befürchtung, dass die Lösung nach einem Update nicht mehr so stabil läuft wie zuvor. Dabei können insbesondere eigene Softwareanpassungen des Betriebes eine Rolle spielen, die auf Grund von vermeintlichen oder tatsächlichen Funktionalitätslücken der ERP-Lösungen entwickelt wurden und nicht releasefähig sind. Denn solche ‚Costomizings‘ lassen sich bei einem Releasewechsel häufig nur mit einem vergleichsweise hohen Aufwand an die neue Programmversion anpassen. Dabei sollte allerdings berücksichtigt werden, dass der Funktionsumfang vieler ERP-Lösungen mit der Zahl der Releasewechsel steigt – die Anpassungsprogrammierungen werden daher häufig überflüssig, da die gewünschten Funktionen nicht nur in den Standard eingegangen sind, sondern mitunter besser und umfangreicher implementiert wurden.

Eine Entwicklung vom ‚Jäger‘ zum ‚Gärtner‘ erforderlich

Auch die Systemanbieter tragen Verantwortung für den vielerorts veralteten Versionsstand ihrer Lösungen. Nach wie vor sind die Vertriebs- und Marketingaktivitäten auf das Neukundengeschäft ausgerichtet. Diese Strategie erscheint vor dem Hintergrund wenig vielversprechend, da der Markt an Unternehmenslösungen als weitgehend gesättigt gilt. Ein neuer Kunde kann dementsprechend meist nur gewonnen werden, wenn ein bereits installiertes System aus dem Unternehmen gedrängt wird. Daraus lässt sich schließen, dass für viele ERP-Anbieter die Bestandskundenbindung eine zentrale Grundlage für nachhaltig erfolgreiche Unternehmensführung darstellen dürfte. Denn so profitierten Lösungsanbieter davon, die stetige, pragmatisch anwendbare Verbesserung ihrer Systeme in den Mittelpunkt von Produktwerbung zu stellen, anstatt auf wenig greifbare Visionen zu verweisen, die sich vielleicht erst in zehn Jahren in die Realität umsetzen lassen. In der Fachwelt wird derzeit darüber diskutiert, ob sich ERP-Anbieter von ‚Jägern‘ zu ‚Gärtnern‘ entwickeln müssten – also der Systempflege bis in den Anwenderbetrieb hinein einen höheren Stellenwert beimessen sollten. Der Blick auf die Praktiken vieler Vertriebs- und Marketingabteilungen liefert ein anderes Bild.


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