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Unternehmenssystem ablösen

Prinzip der sanften Systemmigration

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System-Funktionen sicher am Prototyp testen

Das Konzept wurde von dem Beratungshaus bereits in zahlreichen Projekten angewendet. Ein Beispiel dafür liefert ein Einzelfertiger, dessen 14 Jahre alte ERP-Lösung technisch und funktional an ihre Grenzen stieß. Im Zuge der Migrationsberatung fiel auf, dass die Wertschöpfung des Unternehmens im Fertigungsbereich lag. Dabei unterstützte die eingesetzte ERP-Lösung schon lange nicht mehr die dafür bestmöglichen Abläufe. Nachdem zuvor die prozessorientierten Optimierungen und somit die ersten organisatorischen Abläufe verbessert wurden, konnte im Anschluss mit dem Maßnahmenplan der Projektierungsmethode gestartet werden. Die Umsetzung der Migration beinhaltete die Übernahme der Stamm- und Bewegungsdaten in ein Testsystem, das aus einer neuen ERP-Lösung in Verbindung mit einem MES-System bestand. Die Schnittstellen vom alten zum neuen System wurden bereits im Vorfeld entwickelt, sodass bereits zu dieser frühen Projektphase ein Test- und Schulungssystem mit den Stamm- und Bewegungsdaten des Zielunternehmens vorlag. Für die Systemauswahl wurde eine kostenseitige Gegenüberstellung durchgeführt, in der mehrere Möglichkeiten von Software-Systemen aber auch die zeitliche Komponente und der Ressourceneinsatz berücksichtigt wurden.

Als Ergebnis entschied die Unternehmensführung, dass eine ‚kleinere‘ ERP-Lösung in Verbindung mit einem MES auf Open Source-Basis den bestmöglichen Return of Invest (ROI) versprach. Auch aufgrund der parallel zum Geschäftsbetrieb geleisteten Vorarbeiten durch Übertragung der Stamm- und Bewegungsdaten und des Aufbaus des Prototypen konnte eine sehr zügige Ablösung des Altsystems erreicht werden. Bereits drei Monate nach der System-Umstellung konnte das Migrationsergebnis anhand vorher definierter Leistungsindikatoren überprüft werden: Es stellte sich heraus, dass Durchlaufzeit und Liefertermintreue um 20 Prozent verbessert wurden. Ebenso konnte festgestellt werden, dass die Materialdisposition deutlich runder verlief.

Handelsorientierte Prozesse bei Variantenfertiger abbilden

Ähnlich positiv verlief ein Software-Projekt bei einem Einzel- und Variantenfertiger: Dort wurde das eingesetzte ERP-System, das eigentlich für Serienfertiger entwickelt wurde, mit zahlreichen Individualanpassungen versehen, um eher handelsorientierte Anforderungen abbilden zu können. Ein Upgrade-Angebot des Herstellers lag vor. Aufgrund der vielen Individualanpassungen lagen die Kosten ähnlich hoch wie bei einer kompletten Neueinführung. Für das Projekt wurde das Duisburger Beratungsunternehmen konsultiert, das die Vorarbeiten zum Systemwechsel übernahm. In dieser Phase wurde ein konfigurierbarer web-basierender Produktkonfigurator ausgewählt, sowie eine Standardfaktura angeschafft. Die Stamm- und Bewegungsdaten wurden übernommen und ein Prototyp mit allen System-Funktionalitäten aufgebaut. Anhand des Modells konnten sich die Mitarbeiter des Fertigungsbetriebs nach und nach mit der neuen Arbeitsweise vertraut machen.

Vom Tagesgeschäft entkoppelte Software-Einführung

Die Beispiele zeigen, dass Migrationsprojekte nicht immer zeit- und kostenintensiv sein müssen: Durch die Verlagerung der strategischen und operativen Projektschritte kann das Anwenderunternehmen das Tagesgeschäft weiter durchführen. Der Aufbau eines Prototyps bietet sich dabei auch an, um das Vertrauen in die zukünftige IT-Landschaft einschließlich Stamm- und Bewegungsdaten zu stärken. Insgesamt sollte der Fokus auf aufgabenspezifischen und ergebnisorientierten Prozessen liegen: Es werden die Abläufe gestärkt, bei denen die Wertschöpfung am größten ist. Durch den Rückgriff auf das passende Migrationskonzept lässt sich Mehrwert auch häufig bereits kurzfristig beobachten. Zudem können die Kosten bei einem zeitgemäßen, strukturierten Vorgehen im Vergleich zu ‚traditioneller‘ Einführungsmethodik merklich geringer ausfallen.


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