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Unternehmens- und Fertigungsmanagement

Branchenspezifische Funktionen in Eigenregie

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Das Pflichtenheft der Hühoco umfasste vor der Systemeinführung einer neuen Unternehmenssoftware auch die Anforderung, Informationen aus der Werkhalle standortübergreifend und durchgängig zur Verfügung zu stellen. Bild: Hühoco

Spezifische Abläufe selbst programmiert

Durch die Einführung der neuen ERP-Lösung konnte der Mittelständler seine Geschäftsprozesse in vielen Bereichen verbessern und die gewünschte Flexibilität erreichen. Der IT-Leiter von Hühoco, Klaus-Peter Schönfeld, berichtet über den Nutzen einer quelloffenen ERP-Software: „Aufgrund der eingesetzten Infrastruktur – Entwicklungsplattform Troia in Verbindung mit der Datenbank MYSQL – verfügen wir heute über eine Lösung, die zu beinahe 100 Prozent individuell ist und sogar von uns selbst programmierte Funktionsbereiche enthält.“ Schönfeld verspricht sich zudem langfristige technische Unabhängigkeit auf der Basis des webfähigen Systems. Außerdem profitiere das Unternehmen von der Integrationsphilosophie, die sich beispielsweise auf die schnittstellenlose Verknüpfung der eingesetzten Funktionsbereiche, den Prüftabellengrundsatz sowie den Zwang zur Nutzung von definierten Vorgabewerten beziehe. Des Weiteren kann die Software durch Automatisierung von wiederkehrenden Funktionsabläufen und die bedarfsorientierte Konfiguration des Systems zur Steigerung der Produktivität im Betrieb beitragen. Bovenkamp merkt beispielhaft an, dass allein der Wegfall von manuellen Eingaben bei der Auftragsbearbeitung eine Ersparnis von vier Stunden am Tag bringe. Diese frei gewordenen Kapazitäten können folglich für wertschöpfende Tätigkeiten genutzt werden.

Synergien durch standortübergreifenden Einsatz

Das standortübergreifend eingesetzte ERP-System dient der Unternehmensgruppe inzwischen als Basis, um nachhaltiges Datenmanagement zu betreiben. Die Standorte Wuppertal und Bad Salzungen können beispielsweise ihre Produktionsstände, Preise, Bestände und weitere Sachverhalte gegenseitig einsehen. Auch die Mitarbeiter der französischen Niederlassung haben die Möglichkeit, in ihrer Landessprache auf zentral geführte Informationen zuzugreifen und Buchungen vorzunehmen. Mit der Implementierung von Intercompany-Beziehungen konnten bestehende, gruppeninterne Geschäftsvorgänge realistisch abgebildet werden. So lassen sich etwa kurzfristige Kapazitätsverschiebungen und strategisch eingeplante Beziehungen zwischen den einzelnen Unternehmen nach dem Prinzip der ‚verlängerten Werkbank‘ übersichtlich erfassen, was die Qualität der Aussagen verbessert. Die mit dem Einsatz des neuen Systems verbesserte Übersicht über die Fertigungstechnologien des Unternehmens liefert zudem eine solide Grundlage für Planung, Überwachung und Steuerung der Produktionsprozesse. Unstimmigkeiten im Prozess werden so schneller offensichtlich. Das gestattet dem Unternehmen, frühzeitig geeignete Maßnahmen zu identifizieren und einzuleiten.

Einführungsprojekte gezielt vorbereiten

Im Laufe des Projekts hat IT-Leiter Schönfeld einige Vorgehensweisen entwickelt, die sich vor und während des umfangreichen Softwareprojekts bewährt haben. So erwies es sich Verlauf der Implementierung als große Hilfe, die Unternehmensprozesse vor Beginn der eigentlichen Softwareeinführung in ihrer Tiefe analysiert und definiert zu haben. Denn so stand im Voraus fest, was genau, wann und an welchen Stellen gewünscht beziehungsweise erwartet wird und welche unternehmensspezifischen Besonderheiten zu berücksichtigen sind. Bei Einführungsprojekten mit mehreren Standorten empfiehlt Schönfeld außerdem, zunächst einen Standort auf das neue System umzustellen, bevor eine Lösung unternehmensweit ausgerollt wird. Auch die frühe Einbindung der vom Systemwechsel betroffenen Belegschaft im Rahmen eines Change Managements sei ein Schlüsselfaktor, der direkten Einfluss auf die Akzeptanz der neuen Software und somit auf den Erfolg des gesamten ERP-Projektes ausübt.


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