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Umfassendes Produktkostenmanagement etablieren

Die Strategie bestimmt den Mix aus Methode und Technologie

Das Thema Produktkostenmanagement haben zwar viele Unternehmen auf der Agenda, oftmals fehlt es jedoch an Konzepten für eine stringente Umsetzung. Eine geeignete Strategie zeichnet sich auch durch den richtigen Mix von Methodik und Technologie aus.

Für umfassendes Produktkostenmanagement können Unternehmen aus einer individuell definierten Strategie erforderliche Prozesse und Methoden ableiten und im Anschluss die geeignete Technologie auswählen. Außerdem gilt es, neben den Produktkosten selbst den Markt, die Kunden und das Produkt im Blick zu behalten. Bild: MHP

Es zählt zu den wesentlichen Aufgaben eines Fertigungsunternehmens, das Verhältnis von Kosten und Produktpreis stetig zu optimieren – und damit die Profitabilität zu sichern. Angesichts des seit langem zunehmenden internationalen Wettbewerbs lassen sich die Preise in den meisten Branchen allerdings kaum noch erhöhen. Der Blick vieler Unternehmen richtet sich vor allem auf die Kostenseite. Gestützt wird diese Annahme von einer Studie, die das Beratungsunternehmen MHP im Jahr 2013 in der Automobilindustrie durchgeführt hat. Knapp 90 Prozent der befragten Personen – Führungskräfte von Herstellern und Zulieferern – geben an, das Kostenmanagement sei ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie.

Oberste Priorität hat bei dieser Aufgabe für etwa 95 Prozent, die definierten Zielkosten zu erreichen und die Produktkosten zu senken. Die Relevanz des Themas wird also von nahezu allen Befragten bestätigt. Bei der Umsetzung tun sich viele Unternehmen indes noch schwer. So legen sich über 60 Prozent darauf fest, dass sie nur über geringes Wissen darüber verfügen, welche Methoden für sie nützlich sind. Knapp 58 Prozent sind der Meinung, in ihrem Unternehmen würden Vorgehensweisen und Software fehlen, um die Produktkosten über den gesamten Lebenszyklus hinweg transparent zu machen. Diese Erkenntnisse dürfte auch für andere fertigende Branchen gelten.

Kosten in den Griff bekommen

Um ein effektives Produktkostenmanagement aufzubauen, ist es erforderlich, die Herangehensweise genau zu überprüfen und bei Bedarf vom Kopf auf die Füße zu stellen. Denn Unternehmen handeln oft aufgrund einer akuten Herausforderung und versuchen dann, diese mithilfe einer neue Technologie zu meistern. Eine andere Herangehensweise wäre, das Produktkostenmanagement als strategische Aufgabe zu verstehen und zum einen auf Grundlage einer klar definierten Strategie die passenden Prozesse und Methoden zu erarbeiten – und erst zum Schluss die passenden Technologien auszuwählen. Das heißt zum anderen, neben den Kosten selbst auch den Markt, die Kunden und das Produkt zu betrachten.

Am Anfang steht die Analyse

Ganz zu Beginn eines solchen Projektes steht eine umfassende Analyse. Das Management kann etwa in einem moderierten Verfahren herausarbeiten, welche Ziele grundsätzlich verfolgt werden sollen: Es könnte darum gehen, die Qualität der Produkte zu steigern oder diese besser an die Anforderungen der Kunden anzupassen. Möglicherweise plant das Management auch, mehr Innovationen an den Markt zu bringen. Oder das Unternehmen strebt die Imageführerschaft im eigenen Segment an. Aus den so formulieren Zielen lässt sich ableiten, welche Erfolgsfaktoren besonders wichtig sind und welche Handlungsfelder sich daraus für ein durchgängiges Produktkostenmanagement ergeben. Außerdem könnten die Fachbereiche mitteilen, wo aus ihrer Sicht entscheidende Probleme liegen und in interdisziplinären Gruppen Anforderungen an die Prozesse und die IT formulieren. Mit diesem Top-Down/Bottom-Up-Ansatz kann sich ein unternehmensweites Verständnis für das Thema herausbilden. Dabei entsteht meist auch eine Vorstellung, was das Produktostenmanagement leisten soll und was es momentan vermag. Schon bei dieser Analyse sollten die Dimensionen Kosten, Markt, Kunden und Produkt gemeinsam betrachtet werden. Unter den Begriffen sind in Bezug auf das Produktkostenmanagement greifbare Zielgrößen zu fassen:

  • Kostenorientierung: Kostenmanagement als Bestandteil der Unternehmensstrategie verankern; Kostenkultur und -bewusstsein im gesamten Unternehmen schaffen; für eine durchgehende Kostentransparenz sorgen
  • MarktorientierungPreise kontinuierlich und methodenbasiert aus dem Markt ableiten
  • Kundenorientierung: Systematisch die Anforderungen der Kunden ermitteln und auf dieser Grundlage die Produktmerkmale entwickeln
  • Produktorientierung: Das Produktkostenmanagement konsequent am Produktentstehungsprozess ausrichten; durchgängiges Monitoring etablieren, um jederzeit nachzuvollziehen, ob die vorgegeben Kosten eingehalten und die formulierten Anforderungen erfüllt werden

Dass tatsächlich in allen vier Dimensionen Änderungen herbeigeführt werden, ist eine Grundlage dafür, die Kosten über den gesamten Lebenszyklus genau bestimmen zu können.

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