Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Technologien und Lösungen

Den Bedarf bestimmen die Anwender

Industrie 4.0 ist in vielen Unternehmen angekommen – das ergibt eine Umfrage von Bosch Software Innovations unter Fertigungsverantwortlichen. Die Umfrage zeigt außerdem, was den Unternehmen bei ihren Industrie 4.0-Projekten wichtig ist und welche Anwendungen für die vernetzte Produktion im Fokus stehen.



Bild: Robert Bosch GmbH

Industrie 4.0 ist keine Zukunftsmusik mehr. Konzeptionelle Diskussionen sind vielerorts der Frage gewichen, welche Vorteile sich aus der vernetzten Fertigung ziehen lassen. Im Zentrum stehen Produktionsdaten, die es auszuwerten gilt. Wer diese mit den passenden Softwarelösungen richtig zu nutzen weiß, kann daraus Mehrwert schöpfen und die eigenen Prozesse stetig verbessern. Doch für welche Einsatzbereiche sollen diese Daten ausgewertet werden? Welche Funktionalitäten versprechen sich die Anwender von Software im Industrie 4.0-Umfeld? Und welche Barrieren stehen auf dem Weg zur vernetzten Produktion im Weg? Für eine Marktstudie hat Bosch Software Innovations bei Fertigungsverantwortlichen in Deutschland, Österreich und der Schweiz diesen aktuellen Bedarf und Nutzen von vernetzter IT abgefragt. Denn wer kann besser über den aktuellen Status und künftige Planungen Auskunft geben, als die Anwender selbst? Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Industrie 4.0 in der Produktion angekommen ist. 56 Prozent der befragten Unternehmen nutzen bereits heute vernetzte Softwarelösungen. Mit 66 Prozent plant ein noch größerer Anteil, solche in den nächsten zwölf Monaten einzuführen.

Kosten senken und Ausbringung verbessern

Mit den Anwendungen sollen derzeit vor allem Instandhaltungs- und Reparaturkosten sowie Fehlerkosten vermieden und die Ausbringung gesteigert werden. Außerdem sollen die Anwendungen die Transparenz der Fertigungssysteme erhöhen. In den befragten Unternehmen, die entsprechende Software bereits einsetzen, wird sie in erster Linie zum Monitoring von Maschinendaten (72 Prozent), von Prozess- und Qualitätsdaten (70 Prozent) sowie von Logistikprozessen (58 Prozent) eingesetzt. Das Praxisbeispiel eines Industriekunden von Bosch zeigt, was diese Transparenz bei der Überwachung von Zykluszeiten bringen kann.

Die Software wurde so integriert, dass die durchschnittliche Zykluszeit einer Fertigungslinie stetig evaluiert und mit einer definierten oberen und unteren Grenze abgeglichen wird. Steigt die Abweichung, sodass die Zykluszeit kritisch außerhalb der definierten Grenzen liegt, generiert das System eine Benachrichtigung für einen Mitarbeiter, damit dieser eingreifen kann. Als Ergebnis des Projektes konnten so pro Tag 250 Teile mehr produziert werden. Bei einem Preis von sechs Euro pro Stück bedeutet das über das Jahr gerechnet eine Mehrproduktion in Wert von 375.000 Euro. Auf die Einführungs- und Betriebskosten der Lösung umgerechnet, bedeutet das die Amortisierung der Investition im ersten Jahr.

Die Datensicherheit ist die höchste Hürde

Es gibt laut Umfrage auch kritische Stimmen zur vernetzten Fertigung. Hier könnten die schrittweise Entwicklung und Anwendungsbeispiele mit nachvollziehbarem Wert dabei helfen, den Nutzen von Industrie 4.0-Technologien zu beurteilen. So lässt sich den Verantwortlichen Wissen zum Kosten-Nutzen-Verhältnis und weiteren Einsatzmöglichkeiten vermitteln. Die bestehenden Systeme sind dabei zu integrieren, was für viele Befragte ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist. Die höchste Hürde bei der Einführung von Industrie 4.0-Lösungen ist für die Umfrageteilnehmer das Thema Datensicherheit. Danach gefragt, äußerten 61 Prozent Bedenken. Genannt wurden unter anderem die Furcht vor Manipulation, Spionage sowie dem Verlust geistigen Eigentums und wettbewerbsdifferenzierendem Know-hows. Die Sicherheit von Maschinen und Systemen bereitete generell Sorge. Für die Unternehmensgruppe ist das eine Hausaufgabe für die Anbieter von Technologien rund um die vernetzte Industrie. Sie müssten bereits bestehende Ansätze in der Softwareentwicklung, beispielsweise systematische Bedrohungs- und Risikoanalysen, und weitere Antworten auf die Frage nach der Datensicherheit allgemein verständlich aufbereiten und kommunizieren, sodass sie auch für Nicht-IT-Experten verständlich sind.

Eine gemeinsame Sprache entwickeln

Für die Umfrageteilnehmer sind außerdem gültige Standards eine wesentliche Voraussetzung für die Einführung von Industrie 4.0-Technologie. 15 Prozent sahen die aktuelle Situation mit unklaren Standards als Barriere für den Einsatz von neuer Software. Daher gilt es nun, offene Systeme zu schaffen, die ein möglichst breites Spektrum an Integrationsmöglichkeiten bieten. Es müssen viele Partner aus unterschiedlichen Bereichen, beispielsweise für umfassende Lösungen mit Geräten, Sensoren und IT-Systemen, zusammenarbeiten. Diesen Weg verfolgt auch die Bosch Gruppe, die etwa der Plattform Industrie 4.0 angehört, dem Industrial Internet Consortium, der Eclipse Foundation und der OSGI Alliance. Dort arbeiten zahlreiche Arbeitsgruppen an Industrie 4.0-Anwendungen und es wird untersucht, welche Standards für einen flächendeckenden Einsatz solcher Lösungen benötigt werden. Insgesamt lässt die Studie den Schluss zu, dass die vernetzte Fertigung keine Zukunftsvision mehr ist. Alleine bei Bosch befassen sich mehr als 100 Projekte mit Industrie 4.0-bezogenen Anwendungen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Mit der Übernahme des IoT-Spezialisten Bright Wolf, will der IT-Dienstleister Cognizant seine Expertise im Bereich Internet of Things erweitern.‣ weiterlesen

Vorherzusagen, wann ein Werkzeug kaputt geht, ist nicht leicht. Mittels der Messung von Schallemissionen ist dies zwar möglich, aber auch teuer. Kombiniert man jedoch gängige Verfahren mit neuen Technologien, ergeben sich immer bessere und schnellere Verfahren.‣ weiterlesen

Seit dem 25. Mai 2018 gilt die europäische Datenschutzgrundverordnung, meist nur DSGVO genannt. Der IT-Sicherheitsspezialist Rohde & Schwarz Cybersecurity berichtet, wie es um die Umsetzung in der hiesigen Industrie steht.‣ weiterlesen

In vielen Ländern Europas scheint sich der Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Darauf deuten die Zahlen des Europäischen Arbeitsmarktbarometers hin, das nun erstmals veröffentlicht wurde.‣ weiterlesen

Eine IoT-Sicherheitsarchitektur sollte sowohl in IT- als auch in OT-Umgebungen für mehr Transparenz sorgen und Prozesse schützen. Dazu müssen die Daten aus dem IoT-Edge erfasst und extrahiert werden. Auf dieser Grundlage können Unternehmen effizienter agieren, bessere Geschäftsentscheidungen treffen und Digitalisierungsprojekte beschleunigen.‣ weiterlesen

GBTEC und Proalpha haben angekündigt, zukünftig in den Bereichen Process Mining und Business Intelligence zusammenzuarbeiten. Kunden sollen so einen Mehrwert bei der digitalen Transformation erhalten.‣ weiterlesen

Beim Anlagen- und Werkzeugbau setzt die Volkswagen AG auf Datendurchgängigkeit. Die Projektmanagement-Software Coman vernetzt die Projektbeteiligten dazu durchgängig und digital, bis hin zu den Zulieferern. Denn wenn Manager Giuseppe Lo Presti früh erkennt, dass es in einem Gewerk gerade nicht rund läuft, können gezielte Maßnahmen erfolgen.‣ weiterlesen

Mehr als eine Milliarde Schadprogramme verzeichnet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik im aktuellen Lagebericht. Und auch die Corona-Pandemie wirkt sich auf die aktuelle Sicherheitslage aus.‣ weiterlesen

Eine Voraussetzung bei der Entwicklung von industriellen KI-Anwendungen sind ausreichende Daten. Diese sind jedoch nicht immer in der benötigten Menge, Qualität oder Struktur vorhanden. Anhand eines konkreten Beispiels erläutert dieser Beitrag, wie sich ein Data Lake anlegen und mit Daten füllen lässt, bis er ein Fundament für quasi beliebige KI-Applikationen bildet.‣ weiterlesen

CIOs setzen auf Automatisierung und KI, um wachsende Kluft zwischen begrenzten IT-Ressourcen und steigender Cloud-Komplexität zu überbrücken. Dies geht aus einer Studie von Dynatrace hervor.‣ weiterlesen

Zahlreiche Geräte verbinden sich heutzutage mit dem Firmennetzwerk. Neben offensichtlichen Geräten wie Büro-PCs und Maschinensensoren gibt es meist auch solche, die keiner auf dem Radarschirm hat. In diesem verborgenen Internet of Things könnten Einfallstore für Cyberkriminelle sein.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige